Alles anders zur neuen Saison? Die A-Jugend-Mannschaften beispielsweise – hier eine Szene aus der BOL-Partie des SE Freising (gelb-schwarze Dressen) gegen den SC Oberweikertshofen – könnten sich künftig nur noch aus U18-Spielern zusammensetzen. Die U19-Junioren würden bereits in den Herrenbereich aufrücken.
Alles anders zur neuen Saison? Die A-Jugend-Mannschaften beispielsweise – hier eine Szene aus der BOL-Partie des SE Freising (gelb-schwarze Dressen) gegen den SC Oberweikertshofen – könnten sich künftig nur noch aus U18-Spielern zusammensetzen. Die U19-Junioren würden bereits in den Herrenbereich aufrücken. – Foto: Michalek

Fußballkreis Donau/Isar: Vereine stimmen über Altersabsenkung im Juniorenbereich ab

Kontroverse Diskussionen

Das Projekt stand bereits im vergangenen Jahr auf der Agenda des BFV: die Altersabsenkung im Juniorenbereich. Jetzt ist das Thema wieder aktuell.

Landkreis – Das Projekt stand bereits im vergangenen Jahr auf der Agenda des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV): die Altersabsenkung im Juniorenbereich. Im Januar 2020 konnten sich alle Clubvertreter im Vereinsheim des FC Langengeisling über diese Thematik informieren. Die Corona-Pandemie verhinderte eine zeitnahe Umsetzung, die jetzt jedoch wieder aktuell ist.

Nach einigen Workshops sollten die Vereine nun entscheiden, ob die Absenkung um ein Jahr gewünscht wird. So würden beispielsweise die A-Jugend-Teams künftig nur noch aus U18-Spielern gebildet – während die U19-Junioren bereits in den Herrenbereich aufrücken. Dies hätte für die kommende Saison zur Folge, dass die Jungfußballer der Jahrgänge 2002 und 2003 aus der Jugend ausscheiden. Für alle weiteren Altersklassen würde das gleichzeitig bedeuten, dass nach Abschluss dieser Spielzeit gleich zwei Jahrgänge in die nächsthöhere Altersgruppe wechseln.

Kreise können selbst entscheiden

Allerdings ist diese Änderung nur im Fußballkreis Donau/Isar geplant. Kreisjugendleiter Stefan Erl erklärte, dass alle Spielkreise hier unabhängig voneinander eigenständig entscheiden könnten und keine einheitliche Lösung gefordert sei. Beispiel: „Der Kreis Inn/Salzach will bis zur U 15 alles unverändert lassen, künftig aber auf die B-Jugend verzichten, um die A mit drei Jahrgängen zu bestücken.“ Im Kreis Donau/Isar fand dieses Modell im Vorfeld keinen Anklang. „Da unsere Clubs eher eine komplette Absenkung in Erwägung ziehen, stand auch nur diese Möglichkeit zur Abstimmung“, betont Erl.

Unter den Funktionären entstanden in den Workshops lebhafte Diskussionen, die unterschiedliche Meinungen zu Tage förderten. Es wurde aber deutlich, dass eine Entscheidung häufig von der internen individuellen Situation in den Clubs abhängig ist. Weit verbreitet war aber die Befürchtung, dass die Umsetzung jetzt überstürzt komme. Die aktuelle Situation sei ohnehin sehr schwierig, gab es zu hören. Man wisse nicht, wann und wie es weitergehe, und auch nicht, ob alle Spieler zurückkommen würden. Eine mögliche Altersabsenkung sei für die Vereine zusätzlich mit erheblichem Aufwand verbunden. Der Wunsch, das Projekt vielleicht erst zur übernächsten Saison zu realisieren, war unüberhörbar.

Viele Meinungen, viele Bedenken

Ein grundsätzliches Problem ist allerdings, dass die Absenkung nur im Kreis, aber noch nicht im Bezirk geplant ist. In der Bezirksoberliga käme eine andere Altersstruktur als in den darunterliegenden Ligen zum Tragen – das würde die Mannschaftseinteilung sehr schwierig machen. Die A-Jugend würde zum Beispiel in der BOL mit Spielern der Jahrgänge 2003 und 2004, in der Kreisliga jedoch mit den Jahrgängen 2004 sowie 2005 bestückt sein. Noch komplizierter wird es, wenn A- und B-Junioren in verschiedenen Ligen an den Start gehen.

Die Vereine konnten in der Abstimmung auch ihre Meinung äußern, ob U19-Kicker unter gewissen Voraussetzungen auch weiterhin ein Juniorenspielrecht erhalten sollen. „Damit könnten wir sicherstellen, dass uns Spieler, die im Herrenbereich nur selten oder gar nicht zum Einsatz kommen, nicht verloren gehen“, betont Kreisjugendleiter Erl. Er sieht jedoch auch Gründe, die für eine Umsetzung sprechen: „Mit der Altersabsenkung wollen wir erreichen, dass die oft vorhandene Personalknappheit bei den Herren aufgefangen wird. Die Praxis hat gezeigt, dass immer mehr Spieler aus der A-Jugend schon bei den Erwachsenen zum Einsatz kommen – auch dieser oft praktizierten Doppelbelastung wollen wir entgegenwirken.“

Ergebnis kommt noch diese Woche

Mit einer dritten Abstimmung wollte man dem Einwand gerecht werden, dass die Ausbildung von Fußballern, die bisher bei den U13-Junioren im System 9:9 spielen, nun mit einer Spielform auf dem gesamten Feld nicht optimal wäre. So konnten alle Funktionäre wählen, ob das System 9:9 auf einem angepassten Kompaktfeld bis zu den U14-Junioren praktiziert werden soll.

Das Voting endete am Sonntagabend – jeder Verein hatte eine Stimme. Für die Umsetzung der Altersabsenkung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich – und sollte die nötige Mehrheit erzielt werden, erfolgt die Umsetzung bereits zur Saison 2021/22. Das Ergebnis soll in dieser Woche an die Vereine kommuniziert werden. „So haben sie eine bessere Planungssicherheit und können schon ab Februar die Planungen für die Spielzeit 2021/22 angehen“, erläutert Kreisjugendleiter Erl.

Andreas Heilmaier

Lesen Sie auch: Maximilian Thalhammer: Von der Savoyer Au in den Profifußball

714 Aufrufe25.1.2021, 13:35 Uhr
Freisinger Tagblatt /Autor

Verlinkte Inhalte