
Kreis Bergstraße. Die SG Wald-Michelbach feierte in der Gruppenliga vier Siege aus den jüngsten fünf Spielen. Ins Kellerduell gegen Schlusslicht SKV Büttelborn gehen die Überwälder dann auch als klarer Favorit. Zumindest auf dem Papier sind auch die Rollen im Bensheimer Derby zwischen dem Tabellendritten VfR Fehlheim und dem abstiegsgefährdeten FC 07 (15.) klar verteilt.
„Mit der Spielweise war ich den letzten Wochen sehr zufrieden“, sagt SGW-Coach Benjamin Sigmund. „Und Leistung wird belohnt“. Der Rückstand auf Relegationsplatz zwölf beträgt nur noch einen Punkt. „Jetzt haben wir es wieder selbst in der Hand“, sagt Sigmund. Einen Patzer gegen Schlusslicht Büttelborn darf sich seine Mannschaft dabei nicht erlauben. Gleichwohl warnt der Coach: „Wir haben viel zu verlieren und dürfen den Gegner auf keinen Fall an der Tabelle messen – wir sind hochmotiviert“.
„Wir wollen den nächsten Dreier landen und die Patzer der unmittelbaren Konkurrenz vom letzten Spieltag ausnutzen“, sagt VfR-Coach Sebastian Lindner. Er warnt aber auch: „Das wird wahrscheinlich das schwerste Spiel der Saison. Bensheim steht mit dem Rücken zur Wand, benötigt Punkte und da kann so ein Derby manchmal ungeahnte Kräfte freisetzen“. 07-Coach Constantin Renner schätzt die Ausgangslage realistisch ein: „Selbst wenn es sich um ein Derby handelt, gehen wir als klarer Außenseiter ins Spiel.“ Um dennoch etwas Zählbares mitzunehmen, „müssen wir die Fehlerquote niedrig halten und dürfen den Gegner nicht zum Torschießen einladen“, sagt Renner. „Dazu gilt es, mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor zu zeigen, denn Chancen haben wir uns in den letzten Spielen immer wieder erarbeitet. Wir haben sie aber nicht genutzt.“ Beide Teams haben mit Personalproblemen zu kämpfen. Gut möglich, dass sogar Renner selbst ins Geschehen eingreifen wird.
Der SV Fürth ist fokussiert, will am Sonntag unbedingt dreifach punkten, um den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze rechtzeitig wiederherzustellen. Die Mannschaft von Trainer Jochen Ingelmann wird sich allerdings steigern müssen gegenüber der Vorwoche, als der SV im Derby gegen den FC Fürth erst eine halbe Stunde vor Abpfiff aufwachte und einen 0:4-Rückstand noch auf 3:4 verkürzte. „Wir müssen über 90 Minuten konzentriert spielen“, sagt der Coach, der betont: „Groß-Bieberau ist auswärts eine schwere Aufgabe – das ist meistens ein ziemlich tiefer Block und sie spielen schnell nach vorne – wir dürfen nicht zu viel Risiko gehen. Wir müssen den Ball gut laufen lassen“. Ein „Riesenkompliment“ erteilt er der Vereinsführung: „Wir können als Mannschaft ruhig weiterarbeiten und spüren das Vertrauen“.
Das vergangene Wochenende könnte richtungsweisend gewesen sein für den FC Fürth. Die Mannschaft von Trainer Ralf Ripperger gewann das Derby mit 4:3, während die Konkurrenz stolperte. So sind es auf Relegationsplatz zwei nur noch vier Punkte Rückstand. „Und wir wären keine Sportler, wenn uns das nicht motivieren würde“, sagt Sportdirektor Marco Knapp. „Unser Ziel ist es, bis Rundenende jetzt jedes Spiel zu gewinnen.“ Im Hinspiel jedoch hatte der FC mit den abstiegsgefährdeten Bergsträßern seine liebe Mühe – und ist entsprechend gewarnt.