Der SSC Dodesheide und BW Hollage sind ab sofort in einem NFV-Kreis.
Der SSC Dodesheide und BW Hollage sind ab sofort in einem NFV-Kreis. – Foto: Karl-Heinz Rickelmann

Die Fusion im Amateurfußball kommt

Klare Mehrheiten bei virtuellen Kreistagen

Die Weichen für die Zukunft des Amateurfußballs in Osnabrück-Stadt und -Land sind gestellt: Mit jeweils deutlicher Mehrheit beschlossen die Delegierten der Vereine die Fusion zwischen den beiden Spielkreisen Osnabrück-Stadt und -Land.

Günter Distelrath, Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV), nannte den Tag in seinem Grußwort „historisch“, betonte aber auch die Notwendigkeit des Zusammengehens der beiden Kreise. Die Fusion war über vier Jahre vorbereitet worden, auf zwei digitalen Kreistagen fassten die Delegierten nun den endgültigen Beschluss der Auflösung der alten Kreise zu einem neuen, gemeinsamen NFV-Kreis Osnabrück.

Im Vorfeld hatte es insbesondere in der Stadt noch etwas Gegenwind gegeben. Mit 70 Ja-Stimmen, 14 Gegenstimmen und drei Enthaltungen fiel das Ergebnis letztendlich aber deutlich aus. Kritik der Vereinsvertreter des SC Schölerberg und FC Concordia gab es, weil vor der Abstimmung keine Debatte zugelassen worden ist. Der Kreisvorsitzende der Stadt, Frank Schmidt, traf diese Entscheidung, weil Diskussionen bereits auf dem letzten Kreistag im Oktober sowie bei vielen Informationsveranstaltungen zuvor stattfanden. Noch eindeutiger war das Ergebnis im Landkreis, wo 239 Stimmen für und nur fünf Stimmen gegen eine Fusion gezählt wurden.

Kettmann führt den Großkreis

Zum neuen Vorsitzenden wurde Bernd Kettmann mit 94,5 Prozent der Stimmen gewählt. „Ich werbe um Vertrauen, gerade bei den Vereinen aus der Stadt, die mich noch nicht kennen. Die Fusion ist eine Chance“, so der frischgewählte Vorsitzende. Frank Schmidt, 21 Jahre Vorsitzender der Stadt, trat nicht mehr zur Wahl an und wurde mit viel Lob und Geschenken verabschiedet. Stellvertretender Vorsitzender des neuen Kreises wird Dennis Meinders, 2. Stellvertreter Torsten Krone. Dem Spielausschuss steht Lars Haucap vor.

Den Jugendausschuss leitet weiter Hartmut Klocke, der seit Jahren ein Team und den gemeinsamen Spielbetrieb aus Stadt und Land führt. Klocke verriet, wie zukünftig mit den beiden großen Jugendturnieren, dem Gramann-Turnier im Landkreis und dem Gösmann-Klose-Turnier in der Stadt, umgegangen werden soll: Bereits ab dem nächsten Jahr soll es eine gemeinsame Veranstaltung für die G- und F-Junioren geben, die unter dem Namen Gramann-Klose-Turnier firmiert. An die 2500 Kinder dürften dann an diesem teilnehmen.

Rückschlag für die Schiedsrichter

Einen Rückschlag gab es für den neuen Schiedsrichterobmann Tim Gutendorf und sein Team. Sein Ausschuss hatte den Antrag gestellt, dass auch im neuen Kreis der Heimverein zu jedem Spiel einen Schiedsrichterbetreuer stellt, der dem Unparteiischen die Kabine zeigt und für diesen Ansprechpartner ist. Die Einführung eines solchen Betreuers vor einem Jahr war für die Stadt-Referees ein großer Erfolg als ein Schritt in Richtung besserer Zusammenarbeit mit den Vereinen nach einigen Gewaltvorfällen. 52,1 Prozent der Delegierten stimmten jedoch gegen diesen Antrag.

"Spielbetrieb steht über allem"

Kettmann freute sich im Nachhinein zwar über das sehr gute Ergebnis der Fusionsabstimmung, gestand aber ein, dass es sich bei der Ablehnung des Schiedsrichterbetreuers um einen Wermutstropfen handele und hier vielleicht eine bessere Kommunikation nötig gewesen wäre: „Gerade die Landvereine hatten wohl Angst, dass wir einen neuen Posten schaffen wollen. Dabei sollte eine gute Betreuung der Unparteiischen selbstverständlich sein.“ Ob das Thema zeitnah wieder aufgegriffen wird, konnte er nicht sagen. Der Blick gehe erst auf die anstehende Saison: „Endlich wieder einen ordentlichen Spielbetrieb zu haben steht jetzt über allem.“

Kommentar von NOZ-Redakteur Benjamin Kraus zur Fusion: Start mit Schwächen.

Aufrufe: 05.7.2021, 08:21 Uhr
Lennart AlbersAutor

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