
Der „Mann für alle Fälle“ auf Seiten der SG Unterrath hat wieder geliefert. Mit Niklas Leven an der Seitenlinie hat die SGU am Sonntagnachmittag das so wichtige Stadtderby gegen den FC Kosova mit 3:2 für sich entschieden. Der etatmäßige A-Jugendtrainer trug in Vertretung für den diesmal gesperrten Daniel Beine die Verantwortung und blieb auch im dritten Spiel auf der Bank der „Ersten“ ungeschlagen.
Doch nicht nur das: Nachdem er den Klub in der vorletzten Saison schon erfolgreich durch die Abstiegsrunde manövrierte, könnte auch dieser Sieg wieder Gold wert sein auf dem Weg zum Klassenerhalt.
Unterraths „Glücksbringer“ gab die Komplimente nach Spielschluss an das Team weiter. „Die Jungs sind auch nach dem zwischenzeitlichen Rückstand geduldig geblieben und wurden dafür belohnt. Ich denke, schlussendlich ist der Sieg auch verdient“, meinte Leven nach zähen 90 Minuten, die einem Wechselbad der Gefühle glichen.
„Die ersten zwanzig Minuten waren das Beste, was ich bislang von einer ersten Mannschaft der SG Unterrath gesehen haben“, meinte der 33-Jährige. Doch das, was sich die Gastgeber mit dem 1:0 durch Ali Ahmad (10.) aufbauten, schmissen sie auch eigenmächtig wieder um. Zunächst war es Torhüter Payam Safarpour-Malekabad, der seinem ehemaligen Klubkollegen Shelqim Hyseni mit einem unerklärlichen Bock das 1:1 auf dem Silbertablett servierte (21.). Sechs Minten später verteilte Daniel Blum das nächste Gastgeschenk. Der Ex-Profi vertändelte das Spielgerät, so dass Roman Callan problemlos auf 1:2 stellte (27.).
Die zunächst so dominanten Platzherren standen plötzlich mit dem Rücken zur Wand und gegen die tief stehende, körperlichstarke Abwehr des FC Kosova vor einer Mammutaufgabe. Allerdings hatten auch die Gäste an diesem sonnigen Nachmittag noch ein Geschenk im Gepäck. Dieses lieferte der eingewechselte Agan Ljeza in Form einer Undiszipliniertheit ab. Bereits mit gelb verwarnt legte sich Ljeza urplötzlich mit eigenen Teamkollegen an und verließ daraufhin bockig den Platz, Schiedsrichter Ergün Martini blieb gar nichts anderes übrig, als Ljeza die zweite „Gelbe“ und damit „Gelb-Rot“ zu zeigen.
Für Kosovas Trainer Ibo Cöl war das der Knackpunkt im Spiel. „Ich glaube nicht, dass wir mit elf Akteuren den Platz als Verlierer verlassen hätten“, meinte der 47-Jährige, der überhaupt kein Verständnis für das Verhalten seines Schützlings hatte. „Er ist 19 Jahre alt, wurde frisch eingewechselt und wurde von einem älteren Mitspieler lediglich gebeten, für ihn ein paar Meter mit zurückzulaufen. Das ist ganz normal im Mannschaftssport, zumal einige unserer Spieler aktuell auch fasten und mit ihren Kräften im zweiten Abschnitt auch am Ende waren. Dann so zu reagieren, geht nicht“, rügte Cöl seinen Einwechselspieler.
Der erwies seiner Mannschaft in jedem Fall einen Bärendienst. Denn mit einem Mann mehr auf dem Platz gelang es der SGU noch, den Spieß umzudrehen. Der eingewechselte Elias Doan erlöste die Gastgeber mit einem wuchtigen Schuss aus der Drehung zum 2:2. Nach dem 3:2 des aufgerückten Innenverteidigers Ayoub Ben Haddaj kannte der Jubel auf Unterrather Seiten keine Grenzen mehr.
Mit dem Erfolg rückte die SGU auf Rang elf vor und brachte zugleich jegliche Aufstiegsträume des FC Kosova zum platzen. „Der Zug nach oben ist nun abgefahren“, meinte Ibo Cöl in Anbetracht von acht Zählern Rückstand auf Tabellenplatz zwei.