
Die SG Sollingtor reagiert auf strukturelle Probleme im Spielbetrieb und erklärt den Austritt aus dem Niedersächsischen Fußballverband. Die Entscheidung ist das Ergebnis einer langen Entwicklung – und könnte den regionalen Fußball nachhaltig verändern.
Die SG Sollingtor hat eine richtungsweisende Entscheidung getroffen: Nachdem der Antrag auf einen dauerhaften Wechsel in den Spielbetrieb des Fußballkreises Höxter ab der Saison 2026/27 abgelehnt wurde, haben erste Mitgliedsvereine Konsequenzen gezogen und ihren Austritt aus dem Niedersächsischen Fußballverband erklärt.
Hinter diesem Schritt stehen strukturelle Probleme, die sich über Jahre aufgebaut haben. Die Region rund um Boffzen orientiert sich im Alltag stark nach Nordrhein-Westfalen – etwa bei Arbeitswegen und Schulstandorten. Im Spielbetrieb jedoch führt die Zugehörigkeit zu Niedersachsen regelmäßig zu organisatorischen Schwierigkeiten, unter anderem durch unterschiedliche Ferienzeiten.
Hinzu kommen große Entfernungen im aktuellen Spielbetrieb. Während im Kreis Höxter kurze Wege möglich wären, sind derzeit oft Fahrten von über 60 Kilometern nötig. Das belastet Spieler, Ehrenamtliche und Vereinskassen gleichermaßen und wirkt sich auch auf die Zuschauerzahlen aus.
Die Folgen sind bereits spürbar: Erste Spieler denken über Wechsel zu Vereinen in Nordrhein-Westfalen nach. Für die SG Sollingtor ein klares Warnsignal mit Blick auf die Zukunft des Spielbetriebs.
Die Ablehnung des Antrags sorgt bei den Verantwortlichen für Unverständnis. Eine ausführliche Begründung blieb aus, ebenso wurden alternative Vorschläge nicht weiterverfolgt.
Mit dem Austritt wollen sich die Vereine neue Perspektiven eröffnen – betonen jedoch gleichzeitig ihre Bereitschaft zum Dialog. Ziel bleibt eine nachhaltige Lösung, die den realen Bedingungen vor Ort gerecht wird.