– Foto: Timo Babic

Trainer der SG Schorndorf II wendet sich ans Kultusministerium

Thomas Layer weist darauf hin, dass im Fußball im Amateurbereich sämtliche Perspektiven genommen werden.

Fußball-Trainer Thomas Layer von der SG Schorndorf II wendet sich mit einem offenen Brief ans Kultusministerium:

Kultusministerium Baden-Württemberg
Frau Theresa Schopper
VORAB PER EMAIL


Breitensport, hier Fußball in Baden-Württemberg in Zeiten von Corona


Sehr geehrte Frau Schopper,

"Im Breiten- und Freizeitsport organisieren sich viele Menschen mit Interesse und Freude am Sport unabhängig vom Alter, vom Geschlecht, von ihren sportlichen Voraussetzungen, ihren sportlichen Fähigkeiten sowie ihrer Ausbildung in einer bestimmten Sportart. Die sportlichen Aktivitäten im Breiten- und Freizeitsport finden ausschließlich in der Freizeit statt.

Im Vordergrund stehen die Freude an der Bewegung, dem Spiel, dem Miteinander in der Gruppe sowie die körperliche Aktivität und gesundheitliche Aspekte. Das heißt aber nicht, dass die Leistung nicht verbessert werden soll, sie steht hier nur nicht im Mittelpunkt.

Zur Förderung und Unterstützung des Breiten- und Freizeitsports erhalten der Landessportverband und die Sportbünde Mittel von Land"

Ich zitiere hier aus Ihrer Startseite der Homepage. Nun ich stelle mich kurz vor, Thomas Layer, 49 Jahre und Trainer einer Herren Fußballmannschaft im Rems-Murr-Kreis. Wir spielen als SG Schorndorf II in der niedrigsten Liga des Württembergischen Fußballverbandes und trotzdem haben wir es geschafft, 35 junge Erwachsene vom Fußballsport zu begeistern.

Nun müssen Sie sich vorstellen, dass wir zwei Spielzeiten nicht zu Ende spielen konnten und anstatt eigentlicher 60 Ligaspielen nur 24 bestreiten konnten und nun seit November 2020 völlig ohne Training und Spiele sind. OK, wir durften im März dann mal 2 Wochen einigermaßen trainieren, aber das war es dann auch.

Wir alle machen unseren Sport aus Freude und Spaß, viele der Spieler helfen noch ehrenamtlich in vielen Bereichen mit und dies wird uns nun seit November 2020 völlig genommen. Nein, wir leugnen das Virus nicht und sind auch mit vielen Einschränkungen einverstanden, aber das nun gestrige herausgekommene neue "Wirr-Warr" schlägt für uns Hobbyfußballer komplett dem Fass den Boden aus.

Ab einer Inzidenz unter 100 dürfen wir nach 7 Tagen sinkender Zahlen in 10er Gruppen kontaktarm trainieren, sofern wir einen tagesaktuellen Schnelltest vorlegen können, oder genesen und geimpft.

Thema Impfung: Nur so viel dazu. Meine Spieler sind alle zwischen 18 Jahre und 30 Jahre alt und stehen ganz am Ende der Warteliste zur Impfung. Werden sie dann eventuell im Juli drankommen, vergehen weitere zwei Monate, bis alles im grünen Bereich ist und das auch nur mit einem Impfstoff, der nicht Astrazeneca ist. Das heißt sie werden im Juli geimpft (wenn überhaupt), 6 Wochen später der zweite Stich und weiter zwei Wochen warten, bis die Impfung als solche anerkannt ist.

Thema Genese: Ich habe keinen einzigen Spieler, der erkrankt war oder ist und somit fällt das Thema Genesen weg.

Thema Schnelltest: Wie soll das organisiert werden, sich drei bis viermal tagesaktuell testen zu lassen. Wir trainieren um 19.30 Uhr, viele arbeiten bis 18.30/19.00 Uhr und können sich somit vor dem Training nicht testen lassen. Es ist logistisch und zeitlich unmöglich.

Und das alles betrifft nur das Thema Training. Spielen ist überhaupt nicht möglich, da bei 11:11 alle getestet sein müssen, auch die Schiedsrichter und damit auch die Gruppengröße von 20 Spielern kontaktarm überschritten wird.

Alleine daran müssen Sie doch erkennen, dass Sie dem Sport Fußball im Amateurbereich sämtliche Perspektiven nehmen. Es ist nicht abzusehen, wann wir wieder spielen dürfen zumal:

INZIDENZ UNTER 50: die frei GGG weiterhin bleiben, getestet, genesen, geimpft. Erklären Sie mir bitte und uns allen, ab wann dürfen wir wieder KICKEN, ab wann dürfen wir normal sein, ab wann kann der Verband planen und uns Perspektiven aufzeigen. Wir bekamen als Starttermin den 29.08.2021 für unsere Runde, höhere Ligen sollten früher beginnen. Jetzt erklären Sie mir bitte, wie das funktionieren soll, da vorher eine mindestens 6- wöchige Vorbereitung von Nöten ist.

Fast jede Sportart, die mit wenigen Leuten ausgeübt wird, kann sich eventuell mit Testen behelfen, aber nicht, wenn an einem Fußballspieltag mindestens 30 Spieler, Schiedsrichter, Trainer und Betreuer getestet oder geimpft sein sollen. Es ist für mich und für uns alle im Amateursport nicht mehr nachzuvollziehen.

Ich bitte Sie ausdrücklich um Lösungen, die praktikabel sind, wir sind eine Freiluftsportart und es ist nun mal nachgewiesen, dass sich beim Fußball niemand ansteckt, bzw. die Gefahr sehr gering ist. Wir alle, die ganzen Vereine hatten im Sommer 2020 mit Hygienekonzepten gearbeitet, haben zur Nachvollziehung sämtliche Zuschauer erfasst und mit viel Aufwand und Ehrenamt, versucht alle Vorgaben zu meistern und haben dies auch geschafft.

MIT DER GESTRIGEN VERORDNUNG HABEN SIE UNS INS KNIE "GESCHOSSEN". Sie werden erleben, wenn die Verordnung nicht geändert wird, Vereine sterben, Fußballer aufhören und das Ehrenamt verloren geht. Sie werden erleben wie das oben von Ihnen beschriebene Zitat ad acta gelegt werden kann. Sie werden erleben wie Sponsoren abspringen, Mitglieder aus den Vereinen austreten und Fußballplätze ungenutzt verwildern werden. Dies ist nicht drastisch, dies ist die Realität.

Daher mein Vorschlag:

Inzidenz stabil zwischen 50-100 Training unter freiem Himmel ohne Testung (ohne ggg)

Inzidenz stabil unter 50: Training und Spiel unter freiem Himmel ohne Testung (ohne ggg)

Meines Wissens nach lassen andere Bundesländer die unter einer Inzidenz von 50 zu, warum BW nicht?

Mir ist bewusst, dass wahrscheinlich auch meine email in Ablag "P" landet, wahrscheinlich wird diese email nicht mal gelesen, geschweige denn bis zum Schluss und genau so wird mir uns Fußballern, Vereinssportlern umgegangen, wir fühlen uns so langsam auch in die Ablage P getreten. Wir haben alles mitgemacht, alles umgesetzt und haben nun weiterhin NULL, wirklich NULL Perspektiven. Wir sind sauer, angefressen und wütend.

Ich bitte Sie eindringlich darum, hier eine für uns praktikable Lösung zu finden und dies schnell, wir haben schon genug Zeit verloren. Und eins möchte ich noch deutlich sagen, es wird mit zweierlei Maß gemessen und das sollte Ihnen bewusst sein.

Was ich noch anmerken möchte, ich schreibe hier als Privatperson und leidenschaftlicher Trainer und dies seit nun mehr 33 Jahren. Stellen Sie mal die Weltpolitik hinten an und schauen nach Ihren Schäfchen vor der eigenen Haustüre!! Ansonsten sollten Sie schnellstens Ihre Homepage überarbeiten!!

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Layer

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Aufrufe: 019.5.2021, 09:50 Uhr
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