– Foto: Felix Daub

Wie tickt die Kreisklasse B in Karlsruhe? Fußballerische Einsichten

Stark trotz „Schuss vor den Bug“ / „Die Null muss stehen, der Rest kommt dann von alleine“

In der Kreisklasse B sind insgesamt 48 Mannschaften unterwegs – fupa Mittelbaden hat sich unter einigen Vereinsverantwortlichen und Trainern umgehört
Größte Überraschung in den B-Klassen ist wahrscheinlich die Tabellenführung des TSV Spessart in der zweiten Staffel. War das so geplant? „Nein, die Tabellenspitze war so nicht geplant, auch wenn wir möglichst einen guten Start hinlegen wollten. Vielmehr lag der Fokus auf der spielerischen Weiterentwicklung der Mannschaft, die sich nach Platz 9 und Platz 6 in den Vorjahren weiter verbessern sollte. Die momentane Tabellenführung freut das Team und alle Verantwortlichen sehr, jedoch wissen wir diesen bisherigen Erfolg auch realistisch einzuschätzen“, berichtet Florian Keller, der sportliche Leiter des Ettlinger Stadtteilvereins. Der 35-Jährige steht selbst im Kader des Spitzenreiters und hat sogar Kreisligaerfahrung aus seiner Zeit beim VfB Knielingen. „Der momentane Erfolg ist meiner Meinung nach auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: mannschaftliche Geschlossenheit, Mentalität und eine Liga, in der jeder jeden schlagen kann. Meines Erachtens gibt es in der B2 keine Mannschaft, welche die Liga im Vorbeigehen dominiert, sodass in jedem Spiel Wille und Einsatz große Trümpfe sind. Bisher hatten wir diese Trümpfe oftmals auf unserer Seite, wobei man für die bisherigen Ergebnisse sicherlich auch Spielglück benötigt“, erläutert Keller weiter. Punktgleich mit Söllingen 2 an der Spitze die zweite Mannschaft der SG DJK/FV Daxlanden. Das überrascht ebenfalls ein wenig, da das Kreisligateam starke Startschwierigkeiten zeigte und dort derzeit nur Tabellenletzter ist. Bei der Reserve der Schlaucher lief schon früher gut: „Nach einer sehr erfolgreichen vergangenen Saison, bei der der Aufstieg nur knapp verpasst wurde, war zu SaisonBeginn ehrlicherweise die Situation schwer einzuschätzen, wo die Reise hingeht. Umso mehr sind wir natürlich mit den Ergebnissen sehr zufrieden“, erzählt Cornelius Appel vom Fusionsverein. Geleitet wird die Zweite von Norman Gerstner und Philipp Schwarz. „ Unser Trainerteam hat eine tolle Mannschaft geformt, die sich als Einheit präsentiert. Wir hoffen natürlich, dass wir dieses Jahr mit der zweiten wieder um die Aufstiegsränge mitspielen können“, so Appel weiter. Ist der FV Graben auf dem Weg zurück in die Kreisliga, wo er sich 2016/2017 für eine Saison aufhielt? Jedenfalls ist die Kreisklasse A nahe, mit 19 Punkten steht die Heil/Herzog-Elf auf dem Tabellenplatz 2 der ersten Staffel. „Die Mannschaft hatte im Sommer kaum Abgänge zu beklagen und wurde sinnvoll verstärkt. Sie ist somit eingespielt und individuell besser als in der Vorsaison. Trotzdem haben wir zu Saisonbeginn einen 'Schuss vor den Bug' (schwacher Rundenstart) gebraucht um ins Rollen zu kommen. Das sollte jedem verdeutlicht haben, dass wir nur als Team und mit 100% Engagement erfolgreich sein können“, berichtet Mannschafts-Betreuerin Vivien Wirth vom FVG.
Wo drückt der Schuh, wenn es mal nicht so gut läuft? Trainer Sebastian Reiser (FC 08 Neureut, 13. Platz in der B1) und Fußball-Abteilungsleiter Michael Geppert (FC Südstern, 11. Platz in der B3) berichten: Reiser: „Aktuell ist die Kaderdichte sehr klein, allerdings gehen wir den Umständen entsprechend mit einem geschlossen und starken Teamgeist zu den Spielen. Sportlich gesehen kenne ich das mit meiner zweiten Mannschaft überhaupt nicht, da ich normalerweise aus den Vollen schöpfen konnte. Um so wichtiger ist es, dass der aktuelle Kader für uns konstant und fit bleibt. Verletzungen und kleine Infekte erleichtern dies zur aktuellen Zeit leider nicht. Das Saisonziel ist aktuell, dass wir uns von den Abstiegplätzen entfernen und wir uns einen sicheren Abstand erkämpfen (…). Die Null muss stehen und der Rest kommt dann von alleine. Geppert über die schwankenden Ergebnisse der Reserve des FC Südstern: „Man kann im Augenblick kein Muster bei unserer 2. Mannschaft erkennen. Aus unserer Sicht ist dies aber durchaus erklärbar, wenn natürlich auch in manchen Spielen sehr ärgerlich. Auch dieses Jahr haben wir wieder sieben A-Jugendspieler in den Seniorenbereich übernommen (letzte Saison 8 Spieler). Die Umstellung an den Seniorenbereich, sowie Konstanz über neunzig Minuten gleich gute Leistungen zu zeigen, bedarf bei den Jungen einfach noch Zeit. So ist es eben leider noch völlig normal, dass wir in Bruchhausen eine super erste Halbzeit spielen und nur mit 2 zu 0 führen (6 oder 7 Treffer wären absolut verdient gewesen), letztendlich aber mit einem 2 zu 2 durchaus zufrieden sein müssen.“
Aufrufe: 18.11.2020, 07:00 Uhr
Hannes BlankAutor

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