– Foto: Thies Meyer

Nächster Rückschlag für Amateurfußball

Lockerungsstopp und weiterer Lockdown treffen Sportler und Vereine erneut hart / Saison-Abbruch nicht abzuwenden

Was sich bereits seit einiger Zeit immer deutlicher abzeichnet, ist wohl spätestens seit den neusten Bund-Länder-Beschlüssen vom frühen Dienstagmorgen unausweichlich: Die Amateurligen der Saison 2020/2021 müssen komplett annulliert werden. Darüber hinaus gibt es aktuell auch für Hoffnungen auf einen baldigen geregelten Trainingsbetrieb kaum Anhaltspunkte.

Das Stimmungsbild ist bei allen Amateurvereinen der Region gleich: Nur zu gerne würde man die Spieler und Trainer wieder gemeinsam auf dem heimischen Platz trainieren und letztendlich auch im normalen Ligabetrieb um drei Punkte gegeneinander antreten lassen. Allerdings sind diese Vorstellungen für die nächsten Wochen und vielleicht auch Monate reines Wunschdenken. Das bestätigte jüngst am frühen Dienstagmorgen die vorgestellten Beschlüsse von Bund und Länder, mit dem Ziel die Corona-Pandemie ein Jahr nach ihrem Ausbrechen erneut besser in den Griff zu bekommen. Neben schärferen Maßnahmen und einem strikten Lockdown an den Ostertagen, wurden die aktuell ohnehin bestehenden Regeln bis zum 18. April verlängert. Spezielle Beschlüsse oder gar Konzepte, die das Ausüben von Amateur- und Freizeitsport beinhalten, sucht man aufgrund der stark ansteigenden Fallzahlen vergebens. Damit ist auch klar, dass weitere Lockerungen für den Trainings- und später auch Spielbetrieb bis mindestens Mitte April komplett ausgeschlossen sind. Ob diese in den Wochen danach eintreten werden, scheint darüber hinaus ebenfalls mehr als fraglich.

Stillstand seit Oktober - Ende nicht in Sicht

Die Leidenszeit und das lange Warten auf Besserung geht für Vereine, Spieler, Funktionäre und Fans also auf unbestimmte Zeit weiter. An eine Fortsetzung der Saison glaubte bereits vor den neusten Beschlüssen eine erdrückende Mehrheit der Vereine nicht mehr. Dies zeigten zuletzt auch die eindeutigen Abstimmungen der Fußballkreise Dieburg und Bergstraße. Wie frustrierend die aktuelle Situation für alle Vereine ist, unterstreicht die Tatsache, dass bereits zum jetzigen Zeitpunkt im Zeitraum eines Jahres, der Ligabetrieb nicht einmal zwei volle Monate am Laufen gehalten werden konnte. Nach dem Abbruch der vergangenen Spielzeit im März 2020, konnten lediglich letzten September und Oktober Meisterschaftsspiele ausgetragen werden. Bereits jetzt beträgt die Zwangspause des Amateursports in der Region fast ein halbes Jahr, hinzu kommt die traurige Gewissheit, dass wohl noch mehrere Monate hinzukommen werden.

Verband verkündet Entscheidung am Wochenende - Fokus auf kommender Saison

Offiziell wird die Saison-Annullierung dann vermutlich am kommenden Samstag, den 27. März. Dann tagt der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) und berät über die eingeholten Meinungsbilder aller Fußballkreise des Landes. Während der Abbruch der aktuellen Saison also nur noch Formsache ist, richtet sich das Augenmerk immer mehr auf die Durchführung der Spielzeit 2021/2022. Sicher wäre bei einer Annullierungen der aktuellen Saison auf jeden Fall, dass es keine Veränderungen bei der jeweiligen Ligazugehörigkeit der Mannschaften gibt. Dies heißt im Umkehrschluss auch, dass es im zweiten Jahr in Folge keine sportlichen Absteiger und erstmals keinen einzigen Aufsteiger gibt. Jenes Horror-Szenario soll für die kommende Saison selbstverständlich nicht erneut eintreten. Auch deswegen wird es interessant zu sehen sein, welche Anpassungen in den folgenden Monaten vorgenommen werden, um eine sportlich faire Durchführung der nächsten Spielzeit gewährleisten zu können. Ob dabei zum Beispiel Aufteilungen verschiedener Ligen in mehrere Gruppen und damit weniger Spiele pro Team, um einen größeren zeitlichen Spielraum gewährleisten zu können, eine Option sind, wird sich zeigen. Fest steht auf jeden Fall, dass in der Zeit, in der es sonst um Meisterschaften und Abstiege auf dem Platz heiß hergehen sollte, im zweiten Jahr in Folge nur am grünen Tisch über die Zukunft des Amateurfußballs beraten werden muss. Ein Zustand, den sich wirklich niemand wünscht.

1250 Aufrufe23.3.2021, 14:02 Uhr
RedaktionAutor

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