Der TuS Deuz (dunkle Trikots) hat das prestigeträchtige Derby beim SV Netphen gewonnen. Hier bejubeln Spielertrainer Hendrik Stenschke, Christian Sting und "Altmeister" Toni Delli Liuni den vorentscheidenden Treffer zum 2:0.
Der TuS Deuz (dunkle Trikots) hat das prestigeträchtige Derby beim SV Netphen gewonnen. Hier bejubeln Spielertrainer Hendrik Stenschke, Christian Sting und "Altmeister" Toni Delli Liuni den vorentscheidenden Treffer zum 2:0. – Foto: (2): krup

"Altmeister" Delli Liuni krönt Deuz zum Derbysieger

Burbach schießt Grün-Weiß Siegen ab - Wahlbach entscheidet Tor-Festival in Niederndorf für sich

SG Giersberg
3:1
SG Laasphe/N

„Fußballerisch hätten wir wesentlich mehr zeigen müssen, zumal uns die Gäste das durch ihr relativ körperloses Spiel angeboten haben. So aber hatte die Partie kein besonders hohes Niveau“, berichtete Giersbergs Co-Trainer Alexander Spies – die Elf vom „Sender“ hat also spielerisch immer noch reichlich Luft nach oben. Immerhin sorgten die „Buden“ von Leonard Dangendorf (13.), Benjamin Rohleder mit einer energischen Willensleistung (65.) und Stefan Kiehl (79.) für weitere drei Punkte auf dem Konto. Das 1:1 markierte Yannick Reichpietsch (57.). „Das war ein Freistoß von außen mit richtig viel Zug, ein wunderschönes Tor“, meinte Alexander Spies anerkennend.


Niederndorf
3:5
FC Wahlbach

Wäre die bittere 0:6-Heimschlappe gegen die SG Hickengrund nicht gewesen, würde der FC Wahlbach jetzt richtig gut da stehen – aber auch so freuten sich die Südsiegerländer über ihren dritten Saisonsieg. „Der Wahlbacher Erfolg ist hochverdient, das ist eine gute Mannschaft. Die hatten ein paar richtig schnelle Jungs dabei, damit sind wir überhaupt nicht klar gekommen“, erläuterte Niederndorfs Sportlicher Leiter Thomas Barske.

Die Torfolge: 0:1 Ronaldo Tsela (Foulelfmeter, 12.), 1:1 Joel Grümbel (Foulelfmeter, 18.), 1:2 Till Metz (39.), 1:3 Ronaldo Tsela (50.), 1:4 Till Metz (53.), 2:4 Nils Uebach (67.), 2:5 Nico Maurice Strasser (72.), 3:5 Andre Becker (85.).



SV Netphen
0:3
TuS Deuz

Unerwartet deutlich hat der TuS Deuz das mit Spannung erwartete Derby beim SV Netphen für sich entschieden – nicht nur, was das Ergebnis von 3:0 (0:0) angeht, sondern auch bezogen auf den Spielverlauf. „Bis auf Minute 30 bis 45 haben wir das Spiel souverän kontrolliert“, freute sich der Deuzer Spielertrainer Hendrik Stenschke, der mit seinem Kopfballtor nach Flanke von Zvonimir Bilokapic (82.) den Endstand besorgte.

Zuvor hatte der nach 32 Minuten eingewechselte Antonio Delli Liuni seine Rolle als „Joker“ meisterlich ausgefüllt: In der 61. Minute drückte er eine Linksflanke von Christian Sting abgeklärt und flach in die kurze Ecke, ehe er nach 76 Minuten im zweiten Versuch das 2:0 für die Gäste markierte, nachdem Netphens Keeper Fabian Gedwieschat zunächst sehr gut pariert hatte.

Stichwort Gedwieschat: „Fabian hat eine überragende Partie gezeigt und hat uns vor einem früheren Rückstand bewahrt“, sagte Netphens Trainer Stephan Schwarz, der ansonsten naturgemäß wenig Positives über das Lokalduell zu sagen vermochte: „Das 3:0 für Deuz geht in Ordnung, das muss man neidlos anerkennen und akzeptieren. Wir können unserem Nachbarverein nur ein Kompliment für diese Leistung aussprechen.“ Freilich wurden die Gastgeber auch in dieser Partie wieder arg vom Verletzungspech gebeutelt: Angreifer Tevin Wagner musste bereits nach 32 Minuten mit einer muskulären Verletzung raus, „Sechser“ Luca Fuchs und Innenverteidiger Marius Kraft folgten nach 67 bzw. 70 Minuten.

„Solche Leute können wir einfach nicht ersetzen, aber Jammern hilft nicht. Das wichtigste ist, dass der Verein jetzt die Ruhe bewahrt, denn es sind immer noch 30 Spiele zu absolvieren“, bat Schwarz um eine gewisse Nachsicht bei der Beurteilung der momentan gewiss nicht einfachen sportlichen Lage. Eine gewisse Verunsicherung war seinem Team von Beginn an anzumerken, „das Spiel hatte für mich keinen Derbycharakter“, vermisste Schwarz den allerletzten Funken Einsatzwillen und Begeisterung. Dies freilich galt nüchtern betrachtet eher für die Hausherren als für die Deuzer, die durchaus forsch und selbstbewusst auftraten.

So sah es auch Hendrik Stenschke: „Ich finde schon, dass wir den Derbycharakter angenommen haben. Mit der Einstellung war ich sehr zufrieden, wir haben ein wirklich gutes Spiel gemacht. Allerdings müssen wir vor dem gegnerischen Tor einfach kaltschnäuziger werden, denn wir hätten schon zur Pause bei größerer Entschlossenheit durchaus 2:0 oder gar 3:0 führen können.“

Speziell über den pfeilschnellen Christian Sting beschworen die Gäste immer wieder gefährliche Situationen vor dem SVN-Gehäuse herauf, die aber zunächst ohne zählbare Folgen blieben – vor allem dank Torwart Fabian Gedwieschat, der mehrmals in höchster Not rettete. In der 26. Minute freilich war auch er geschlagen, als Dennis Honig zum vermeintlichen 0:1 traf – nach kurzer Überlegung erkannte Schiedsrichter Till Wickel den Treffer jedoch nicht an. „Der hätte eigentlich zählen müssen, denn es stand noch ein Netpher Spieler auf der Torlinie – das konnte der Referee aus seiner Position allerdings nicht sehen“, blieb Hendrik Stenschke in seiner Beurteilung gewohnt sachlich und fair.


VfB Burbach
8:0
FC GW Siegen

Den krachenden Befreiungsschlag des VfB Burbach dürfte man (mindestens) bis nach Girkhausen vernommen haben, und auch Trainer Ralf Stein war nach dem ersten Saisonsieg hörbar erleichtert: „Nach dem ziemlich missglückten Saisonstart und dem Pokal-Aus haben wir viele Gespräche geführt. Mein Trainerkollege Tobi Rath und ich haben aber absolutes Vertrauen in die Jungs, und wir haben schon im Training gespürt, dass die Mannschaft sich in der Pflicht sieht. So hatte ich schon vor dem Anpfiff ein gutes Gefühl, dass wir dieses Spiel ziehen können – dass es dann direkt 8:0 ausgeht, damit konnte natürlich keiner rechnen.“ Zugute kam den Burbachern der Blitzstart durch Luca Andree Mancini (4.) und Endrit Curri (8.). In der Folge erhöhten Nico Schäfer (22./43.), Suleyman Erol (65.), Talha Aktürk (79.), Marlon Hoffmann (84.) und Betim Hoxha (90.) bis auf 8:0.

„Es freut mich vor allem für die Offensivspieler, dass alle getroffen haben und Selbstvertrauen tanken konnten“, zeigte sich Ralf Stein zufrieden und erleichtert. „All das, was heute richtig gut war – Konzentration, Zweikampfstärke, Laufbereitschaft, Spielfreude und Begeisterung – müssen wir nun aber auch in Setzen wieder aufs Neue zeigen.“


SV Freudenb. II
0:3
SV Setzen

„Eine solche Tiefschlafphase wie zu Beginn der zweiten Halbzeit dürfen wir uns einfach nicht leisten“, bemängelte Freudenbergs Trainer Fabian Wüst, der mit der ersten Halbzeit noch sehr zufrieden war: „Schade, dass wir da nicht mit 1:0 in Führung gegangen wären, denn von den Chancen her wäre das durchaus möglich gewesen. Insgesamt aber war Setzen sicherlich die spielbestimmende Mannschaft, die unsere individuellen Fehler im zweiten Durchgang eiskalt bestraft hat. Das Resultat ist am Ende aber etwas zu hoch ausgefallen“, meinte Wüst. Für die Tore der Gäste sorgten Louis Weber (57.), Tim Broszinski (63.) und Maximilian Böcking (Foulelfmeter, 68.).


Salchendorf  II
1:1
SpVg Anz-Fla

Neuling „SAF“ betätigte sich einmal mehr als „Favoritenschreck“ und bleibt auswärts ungeschlagen. Spielertrainer Sven Hinkel brachte die Gäste nach 76 Minuten in Führung, die Tim Schilk nur 180 Sekunden später per Handelfmeter ausglich. In der 90. Minute sah Salchendorfs Niclas Schwunk die „Ampelkarte“. „Wir sind über 90 Minuten nicht gut ins Spiel gekommen und hatten nur ganz wenige Torchancen, was sehr untypisch für uns ist“, berichtete Germania-Trainer Sebastian Reineck. So blieben eine Großchance von Jannik Bosch und ein Pfostenschuss von Felix Hartmann die einzige Ausbeute gegen die sehr aufmerksame Defensive der Gäste. „Das haben sie prima gemacht, da müssen wir dann auch mal mit dem Punkt zufrieden sein, zumal wir weiterhin unbesiegt sind“, so Reineck.


Obersdorf/R.
3:1
SF Edertal

„Das war nicht mehr die Edertaler Mannschaft, die ich aus meiner Zeit in Feudingen kannte – die haben ein paar richtig gute Kicker dazu bekommen“, sagte Obersdorfs Trainer Carsten Brodbek. „Dadurch waren sie uns spielerisch in manchen Phasen vielleicht überlegen, aber wir haben wesentlich mehr investiert und waren sehr kampfstark. Man kann also sagen, dass wir die Edertaler mit ihren alten eigenen Waffen geschlagen haben“, so Brodbek, der sich über die „Hütten“ von Paul Merbold (4.), Yannik Hundt (12.) und Simon Grisse (64.) freuen durfte. Das Edertaler 1:2 resultierte aus einem Obersdorfer Eigentor (26.).

Aufrufe: 04.10.2020, 18:45 Uhr
Frank KruppaAutor

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