Stimmen zum Saison-Aus von Kickern aus dem FuPa Niederrhein-Gebiet.
Stimmen zum Saison-Aus von Kickern aus dem FuPa Niederrhein-Gebiet. – Foto: Meiki Graff

Stimmen zum Saison-Aus am Niederrhein

Niederrhein: Der FVN hat soeben die Annullierung der Saison bekanntgegeben. Wir haben die Stimmen vom Niederrhein.

Der Fußballverband Niederrhein hat eine Entscheidung getroffen und die Annullierung der laufenden Spielzeit bekanntgegeben. Wir haben uns an der Basis umgehört und waren auf Stimmenfang. Die große Mehrheit der Protagonisten befürwortet die Entscheidung:

  • Mehrheit der Akteure befürwortet FVN-Entscheidung.
  • Dauer der Entscheidungsfindung sorgt für Unverständnis.
  • Aktive prognostizieren zahlreiche Karriereenden und befürchten Nachwuchsprobleme.
  • Die Aufstiegsträume sind bei einigen Mannschaften geplatzt, andere können aufatmen und steigen nicht ab.

Stimmen zur Saison-Annullierung

Lange vermutet, nun Gewissheit: FVN annulliert die Saison 2021/21.
Lange vermutet, nun Gewissheit: FVN annulliert die Saison 2021/21. – Foto: Rocco Bartsch

Fabian Busch, Kapitän DSC Preußen:

„Für uns ist die Annullierung sehr schade, da wir als Aufsteiger aktuell auf dem zweiten Platz stehen und die Hoffnung auf einen Durchmarsch bestand. Die Entscheidung des FVN hätte einfach früher erfolgen müssen. Wir trainieren zwar einmal in der Woche digital, aber die Motivation nimmt immer mehr ab. Es ist einfach kein Ziel erkennbar, auf das wir hinarbeiten können. Als Mannschaft waren wir eine echt eingeschworene Truppe, aber dadurch, dass wir uns nicht mehr treffen können, nimmt der Kontakt auch untereinander immer mehr ab. Hinzu kommen die unterschiedlichen Aussagen aus der Politik und Wissenschaft, sodass man ja teilweise gar nicht mehr weiß, was gerade gilt oder wem man glauben kann. Sagen die einen, dass draußen an der frischen Luft nichts passieren kann, so ist es für die anderen eine große Gefahrenquelle.“

Tim Sahl, Spieler Eintracht Walsum:

„Die Annullierung ist das einzig nachvollziehbare für mich. Der Zeitpunkt, um die Saison irgendwie zu Ende zu spielen ist längst überschritten. Da entstand allerdings für mich der Eindruck, dass der Verband die Spielzeit auf Teufel komm raus durchprügeln wollte. Am Maßstab der Regionalliga oder oder Oberliga ist das durchaus verständlich, da es da um viel Geld geht, aber wir in der Kreisliga müssen dann auch mit den Folgen leben.

Die Motivation individuell zu arbeiten ist mittlerweile im Keller, weil es keine Perspektive, kein Ziel gibt, auf das man hinarbeiten kann. Ich glaube auch, dass Teile der Amateurfußballer generell festgestellt haben, dass der Samstag oder der Sonntag auch für andere Sachen als den Fußball genutzt werden kann. Da sehe ich tatsächlich ein großes Problem auf den Fußball zukommen..“

Tobias Wegner, Schiedsrichter Kreis Duisburg:

„Der Abbruch kommt für mich nicht überraschend und ist absolut nachvollziehbar. Große Sorgen bereitet mir die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zur kommenden Saison. Im Amateurfußball und in meinem Schiedsrichterumfeld haben sicherlich viele gemerkt, dass sie das Wochenende auch mit anderen Dingen verbringen können. Ich befürchte, da werden einige die Fußballschuhe, beziehungsweise die Pfeife an den Nagel hängen. Als Schiedsrichter habe ich mich aber immer gut informiert gefühlt, allerdings benötige ich für ein Spiel keine wochenlange Vorbereitung.“

Dennis Gerritzen, Sportlich-technischer Leiter VfB Speldorf:

"Beim VfB Speldorf lag unser Fokus darauf, dass sich die Spieler fit halten. Wir standen der Thematik neutral gegenüber. Wir sind natürlich ein Fußballverein und wünschen uns immer eine sportliche Entscheidung, aber wir müssen natürlich auch die pandemische Lage im Blick behalten und akzeptieren somit die Entscheidung des Verbandes. Wir sind froh, dass es jetzt endlich Planungssicherheit für die kommende Spielzeit gibt, gerade auch für die kleineren Vereine, bei denen es oft um das finanzielle Überleben geht. Wir sind sehr dankbar, dass uns in dieser schwierigen Lage unsere regionalen Partner und Sponsoren die Treue gehalten haben, was in dieser Situation mit Sicherheit keine Selbstverständlichkeit ist."

Ralf Jöckel, Betreuer Duisburger SV 1900 III, via E-Mail:

"Diese Entscheidung ist für alle Freunde des Amateurfußballsports eine schmerzhafte, aber aufgrund der aktuellen Pandemie-Lage leider die einzig richtige. Gesundheit ist nun mal das wichtigste Gut, was wir alle besitzen. Klar, die Ansteckungs-Gefahr im Freien ist deutlich geringer, aber fast jeder von uns geht ja auch noch einer Arbeit nach und jeder von uns kommt dabei mit unterschiedlichen Menschen in Kontakt.
Am meisten tut es mir für unsere zweite Mannschaft leid, die an der Tabellenspitze der Kreisliga A stand und auf Aufstiegskurs war. Aber das holen wir in der nächsten Saison nach, der SC Cambuur in den Niederlanden hat es vorgemacht und den vom Verband durch Annullierung der Saison verhinderten Aufstieg in dieser Saison nachgeholt.
Auf ein neues im Herbst und bleibt bis dahin alle gesund."

SV Wanheim II, via Facebook:

"Ist zwar sehr schade, aber nun mal auch die logische Konsequenz. Hoffen wir, dass die neue Saison problemlos an- und durchlaufen kann."

Rather Spielverein auf Instagram:

"Der Traum vom Oberliga-Aufstieg ist zum zweiten mal geplatzt. Am heutigen Montag gab der FVN bekannt, dass die Saison 2020/21 annulliert und damit abgebrochen wird. Es gibt weder Auf- noch Absteiger. Zum jetzigen Zeitpunkt stehen wir ungeschlagen und mit 21 Punkten aus sieben Spielen auf Platz eins. Letztes Jahr ratterten wir mit einem einzigen Punkt zu wenig am Aufstieg vorbei. Dieses Jahr wird er uns komplett genommen. Auch wenn bei einigen die ein oder andere Träne rollt - in der nächsten Saison greifen wir wieder an. Wir werden kämpfen ohne Ende und geben alles, um den Aufstieg endlich zu schaffen. Ab jetzt heißt es: Mission Oberliga."

2525 Aufrufe19.4.2021, 14:45 Uhr
Marcel EichholzAutor

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