
HÜFFELSHEIM. Was für ein Pokalabend. Nein, was für eine Pokalnacht am Palmenstein! Über zwei Stunden lieferten sich zwei Spitzenteams aus Verbandsliga und Landesliga ein packendes Match. Am Ende fuhr der favorisierte Oberliga-Absteiger, FV Dudenhofen, hauchdünn vor der SG Hüffelsheim durchs „Ziel Viertelfinale“. Zuvor hatte es beim 2:2 (1:1) nach der regulären Spielzeit zurecht keinen Sieger in einer ausgeglichenen Partie gegeben.
Nach dem letztlich dann doch unglücklichen und enttäuschenden Ausscheiden zog Hüffelsheims Coach Andrè Weingärtner dennoch ein sehr positives Fazit: „Unterm Strich würde ich uns schon gratulieren wollen. Die Jungs waren heute auf Top-Niveau.“ Der Gegner war schließlich keine Laufkundschaft: „Ich habe schon einige Mannschaften in dieser Saison gesehen. SC Idar oder FKP – aber, was Dudenhofen gespielt hat, das war schon stark. Und das spricht am Ende eben auch für uns.“
Die Hüffelsheimer hatten ihre Anfangsaufstellung gegenüber dem 2:0-Sieg im Landesliga-Derby beim TuS Hackenheim auf drei Positionen geändert: Für Paolo Walther, Tom Baier und Johannes Balzer waren zum Verbandspokalduell Niclas Mörbel, Tim Müller und Thierno Keita in die Startformation rotiert. In der Spitze stellten mit Tim Reidenbach und Christian Hahn zwei unterschiedlichen Stürmertypen sowie dahinter der quirlige Mosti El-Haiwan den Gegner immer wieder vor Rätsel.
Der favorisierte Gast aus der Pfalz war durchaus beeindruckt vom Auftritt der Hausherren, die sich von Beginn an auf Augenhöhe vorstellten. Zwar merkte man dem Oberliga-Absteiger die individuelle Klasse in jeder Situation an, doch der Landesliga-Primus hielt prima dagegen und setzte immer wieder Nadelstiche, sodass Dudenhofens Trainer Kevin Hoffmann schon früh in „HB-Männchen“-Manier an der Außenlinie tobte.

Dennoch hatte er nach etwas mehr als einer halben Stunde als Erster Grund zum Jubeln, als Albert Jungblut völlig unbehelligt zwischen Lars Hermann und Fabian Scheick hochstieg und per Kopf den Ball unglücklich für SGH-Keeper Niklas König aufsetzend ins Tor bugsierte.
Der Treffer hatte sich nicht unbedingt angekündigt, schockte den Underdog aber keineswegs. Keine vier Minuten später zog Christian Hahn unaufhaltsam auf der rechten Außenbahn davon, bog in die Mitte ab und vollendete zum verdienten Ausgleich. „Toll, wie wir nach dem 0:1 zurückgekommen sind“, freute sich der SGH-Coach.

Das sorgte für frischen Wind unter den Flügeln der Hüffelsheimer, die nach dem Wechsel weiter am Ball blieben. Und der Landesligist wurde für seinen Mut belohnt. Vor den etwa 250 Zuschauern am Palmenstein sorgte der erneut nur schwer zu bremsende El-Haiwan nach knapp einer Stunde sogar für die 2:1-Führung. Der 24-Jährige ließ nach Querpass von Tim Reidenbach zwei Gegenspieler aussteigen, zog von der Strafraum-Linie ab und ließ FV-Keeper Marvin Gebhard keine Chance. Gar nicht mal unverdient. Weingärtner kommentierte knapp: „Toller Spielzug, prima Abschluss. Aber vielleicht ein bisschen zu früh.“ Denn danach gelang es den Hüffelsheimern nicht immer, ganz fehlerfrei die nun heftigen Gäste-Attacken zu verteidigen. „Und da brauchst du gegen eine solche Mannschaft eben auch Glück. Auch mit dem Schiedsrichter. Und das hatte gefehlt.“ Kann man so stehenlassen.
In einem offenen Schlagabtausch zog das Verbandsliga-Spitzenteam dann wieder gleich. Erst war Tim Lange noch am Pfosten gescheitert, doch in der 75. Minute stellte Marvin Klehr über den „zweiten Ball“ und mit dem 2:2 die Uhren wieder auf Null und leitete eine spannende Schlussphase ein.

Zur Einordnung: Die Gäste hatten in den zurückliegenden fünf Pflichtspielen in 90 Minuten immer mindestens drei Treffer erzielt, diesmal ließen die Hüffelsheimer nur zwei zu. Die daraus folgende Verlängerung hatte sich der West-Landesligist nun wirklich verdient. Doch immer mehr machte sich bei den Teams der Kraftverschleiß einer intensiven Pokalpartie bemerkbar, große Fußballkunst wich dem Durchhaltewillen. Gleichzeitig lockte – oder drohte – das Elfmeterschießen.
Doch fast aus dem Nichts fiel dann doch noch das spielentscheidende Tor für die Gäste. Hatte die Hüffelsheimer Defensive eine hohe Hereingabe noch geklärt, so landete der Ball beim FVD-Zehner Marvin Sprengling, der das Spielgerät sehenswert wie glücklich volley in die Maschen drosch – unhaltbar für SGH-Keeper König. Was für ein Schlusspunkt einer denkwürdigen Partie. „Klar, Dudenhofen hat sich den Ausgleich verdient, aber das Zustandekommen des entscheidenden Gegentreffers war ärgerlich.“ Was war passiert? Fabian Scheick wollte klären, traf den Ball allerdings nicht richtig und servierte das Spielgerät dem Gegner auf dem Silbertablett. Marke: vermeidbar.

Während die SG Hüffelsheim trotz der Niederlage wenigstens viel Positives aus dem Verbandspokal in das schwere Landesliga-Derby am Samstag in Schmittweiler mitnehmen kann, zieht der FV Dudenhofen ins Viertelfinale im Oktober ein. Im Lostopf der letzten Acht sind dann noch: SC Idar, TSV Schott Mainz, TSG Pfeddersheim, SV Hermersberg, Arminia Ludwigshafen, Bienwald Kandel und der Sieger aus der Partie Eintracht Kreuznach gegen FK Pirmasens, der erst in zwei Wochen (am 9. Oktober) ermittelt wird.
SG Hüffelsheim: König – Mörbel, Hermann, Scheick (90.+5 Dayton) – Keita (71. Baier), Müller, Schmidt, Lind, El-Haiwan (82. Walther) – Hahn (97. Krafft), Reidenbach (109. B. Kreidler).