In der Landesliga wird die digitale Saisonplanung vorangetrieben.
In der Landesliga wird die digitale Saisonplanung vorangetrieben. – Foto: Rocco Bartsch

Videokonferenzen in der Mittagspause

Landesliga Rhein-Neckar +++ Die Klubs gehen individuelle Wege, um mit ihren Spielern die kommende Saison zu planen

Letztes Jahr waren die Kaderplanungen der Fußball-Landesligisten zum Zeitpunkt des ersten Lockdowns beinahe komplett abgeschlossen. Diese Ausgangslage gestaltet sich momentan anders. Während im Januar und Februar die Klubs darauf bedacht, mit ihren Akteuren am Tisch zu sitzen und über die neue Saison zu sprechen, müssen alle Beteiligten in diesem Winter auf andere Kommunikationsmittel zurückgreifen

Wir haben uns deshalb bei verschiedenen Vereinen umgehört, wie sie die Planungen mit ihren Spielern gestalten und wie weit selbige unter den erschwerten Gesprächsvoraussetzungen fortgeschritten sind.

Sascha Haynes (Sportlicher Leiter DJK/FC Ziegelhausen/Peterstal):

Wir wollen den erfolgreichen Weg, den wir mit sechs ungeschlagenen Spielen in Folge vor der Unterbrechung eingeschlagen haben, beibehalten und dafür unseren Kader zusammenhalten. Das Ganze in Anbetracht der Tatsache, dass wir vor dieser Runde einen Umbruch eingeleitet und einen Kader zusammengestellt haben, der sehr viel Potenzial besitzt.

Die Gespräche mit unseren Kaderspielern laufen überwiegend telefonisch ab, was mir persönlich überhaupt nicht entgegenkommt, denn ich bin ein Freund von persönlichen Gesprächen und hoffe sehr, dass dies bald wieder möglich ist. In diesen Zeiten ist es in meinen Augen die größte Herausforderung, die Bindung zu den Jungs nicht zu verlieren.

Frank Engelhardt (Trainer ASV/DJK Eppelheim):

Nach einer kurzen Abstimmung innerhalb des Teams haben wir uns dazu entscheiden, die Gespräche mit unseren Spielern per Videokonferenzen durchzuführen. Dabei geht unser Plan, den Kader zusammenzuhalten, sehr gut auf und 80 Prozent unserer Spieler haben bereits für die kommende Runde zugesagt. Leider werden wir zwei, drei Abgänge haben, die sich aus beruflichen und familiären Gründen ergeben. Demnach müssen wir uns nur punktuell verstärken.

Die Videokonferenzen mit den Jungs lassen sich natürlich nicht mit einem persönlichen Gespräch vergleichen, aber wir haben es ganz gut hinbekommen unter den gegebenen Umständen. Die Terminabsprache erfolgte sehr individuell, so kam es beispielsweise vor, dass wir uns mit dem ein oder anderen in der Mittagspause verabredet haben.

Can Coskun (Sportlicher Leiter SG HD-Kirchheim):

Dass wir den Kader zusammenhalten wollen, liegt auf der Hand. Unser Konzept, mit dem wir vor anderthalb Jahren nach dem Abstieg in der Landesliga angetreten sind, geht voll und ganz auf. Um das weiter voranzutreiben, ist es wichtig, dass die Mannschaft sich kennt und eingespielt ist. Dazu gehören als Neue im Sommer wieder ein paar junge Spieler aus unserer eigenen Jugend.

Wenn ich aktuell mit den Spielern sprechen, mache ich das über Videotelefonie, weil es mir lieber ist, sich beim Sprechen in die Augen zu schauen. Die Herausforderungen, die sich einem dabei stellen, sind eher von technischer Natur (schmunzelt).

Uli Brecht (Trainer ASC Neuenheim):

Seit dieser Woche laufen bei uns die Gespräche mit den Spielern. Wir sind alle motiviert die bisher wirklich schlechte Saison schnell vergessen zu machen und da hat der Großteil des aktuellen Kaders mein absolutes Vertrauen.

Wir hatten bisher drei Video-Meetings, in denen wir natürlich über die aktuelle Corona-Situation gesprochen haben, aber auch über persönliche Dinge. Mir ist wichtig, sich zumindest immer wieder „digital“ zu sehen und nicht nur zu telefonieren. Sicher ist das persönliche Gespräch bei einem Treffen nicht zu ersetzen, dennoch bietet die Digitalisierung da recht gute Alternativen. Die Spieler haben beispielsweise eine Lauf-Challenge ins Leben gerufen, in der sie in Gruppen über eine App Kilometer erlaufen können. So etwas finde ich großartig und zeigt, dass sie sich aktiv einbringen.

Aufrufe: 5.2.2021, 11:30 Uhr
red.Autor

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