Himmelsspektakel in Hainchen beim Relegationsrückspiel. Foto: Tatjana Reichert
Himmelsspektakel in Hainchen beim Relegationsrückspiel. Foto: Tatjana Reichert

Komplettes Drama in einem Text

RELEGATIONS-RÜCKBLICK: +++ Für euch zusammengefasst: Alle Relegationspartien lässt FuPa Mittelhessen nochmal Revue passieren +++

Da arbeitet man eine ganze Saison lang hin auf die Chance, nochmal nach der regulären Saison ran zu dürfen. Entweder, weil man als Zweiter oder Dritter noch Aufstiegshoffnungen hegt, oder eben über Umwege den Klassenerhalt erreichen wird. Und dann geht doch alles ganz schnell. Hier für euch deshalb der Blick zurück auf die zurückliegenden, bewegten Tage der mittelhessischen Relegationsteams - es war sehr viel los, nicht nur sportlich, auch neben dem Platz oder schon vor Spielbeginn ging es hoch her. Das tolle Foto hat uns Tatjana Reichert zur Verfügung gestellt.

Relegation zur Verbandsliga Süd:

Zweimal 3:3 - das war die kuriose Erfolgsformel von Viktoria Nidda. Das Team von Stephan Belter, der den Club nun verlässt und eines der wenigen Beispiele darstellt, bei dem ein scheidender Coach noch etwas ganz Großes erreicht, startete katastrophal in die vergangene Saison, kämpfte sich dann beständig nach oben und belegte Relegationsplatz zwei in der Gruppenliga Frankfurt Ost. Im ersten Spiel der spektakulären Relegation drehte die Viktoria gegen RW Frankfurt II ein 0:2 zum 3:2, um dann drei Minuten vor Schluss wiederum den Ausgleich zu kassieren. Drei Tage später fielen die sechs Tore gegen die SG Unter-Abtsteinbach ebenfalls gerecht verteilt. Diesmal war es das Niddaer Team, das kurz vor Schluss den Ausgleich besorgte. Da RW Frankfurt II die SG im dritten Spiel knapp bezwang, war der zweite Rang für Nidda gesichert - und damit der Aufstieg in die Verbandsliga. Gefeiert wurde anschließend gebührend auf Mallorca.

Relegation zur Verbandsliga Mitte:

Die SG Kinzenbach hat den direkten Wiederaufstieg gepackt. Bei Rot-Weiss Hadamar drehte die SG, die seit diesem Jahr über einen neuen Kunstrasenplatz verfügt, die Partie durch Tore von Patrick Werner und Marvin Helm zum 2:1 Sieg, das Rückspiel endete mit 2:0 ebenfalls zu Gunsten des Teams von André Weinecker. Mit dem genannten Marvin Helm hatte Kinzenbach übrigens den am häufigsten in der Gruppenliga Elf der Woche vertretenen Akteur in ihren Reihen.

Relegation zur Gruppenliga FFM Ost:

Insgesamt zehn Tore schenkte die in der Rückrunde fantastisch aufgelegte Elf aus Bad Orb der SG Büdingen ein, die als lachender Dritter aufgrund der Oberauer Niederlage in Ober-Schmitten noch in die Relegation gerutscht war. Die SG führte sogar mit 2:0 im ersten Spiel - um dann 2:5 zu verlieren. Daheim ging es mit 0:5 dann noch glatter aus. Damit zog Bad Orb ins Relegationsendspiel beim 1. FC Langen ein. Auch hier wieder Drama pur: Nach torloser erster Hälfte brachte Nico Dauth die Bad Orber in Führung, Langen drehte das Spiel, Bad Orb glich aus und kassierte doch noch das 2:3. Doch jubelnd fielen sich letztlich die Spieler gegenseitig in die Arme. Durch andere Relegationsergebnisse weiter oben durften beide Clubs aufsteigen - gerade nochmal gut gegangen, jedoch die verdiente Krönung für eine Bombensaison des FSV!

Relegation zur Gruppenliga Gießen/Marburg:

Für etwas Verdruss sorgte die (legitimierte) Entscheidung der Teutonen-Führung aus Watzenborn-Steinberg, im Relegationsdreikampf mit dem FC Burgsolms und Hatzbach auf zahlreiche Regionalliga-Akteure wie Goalgetter Raffael Szymanski, Louis Goncalves oder Freistoßkönner Abdenour Amachaibou zurückzugreifen. Für die Grün-Weißen ist natürlich wichtig, ihrer (nun) Hessenliga-Truppe eine starke Reserve zur Seite zu stellen, die möglichst hoch spielen soll. Auf Hatzbacher und Burgsolmser Seite und bei einigen mittelhessischen neutralen Fußballinteressierten stieß die Entscheidung dennoch auf Unverständnis, verschob sie doch die Gewinnwahrscheinlichkeit enorm auf Seiten der Teutonen. Und lange sah es zudem danach aus, als dürfe nur ein Team von dreien nach oben. Es kam jedenfalls so, wie unegfähr erwartet: Hatzbach wurde mit 4:1 weggefegt, Burgsolms gar mit 5:0. Immerhin durfte der FC später doch noch feiern, da nachträglich noch ein Team hochrutschen konnte. So endete die Relegation zumindest halbwegs versöhnlich für die meisten der Beteiligten.

Relegation zur Gruppenliga Frankfurt West:

Party gab es auch im Süden von Oberursel, wo der FV Stierstadt den Gruppenligaaufstieg perfekt machte. Auch hier durften zwei von drei Teams hoch, am Ende belegte der FVS dank des besseren Torverhältnisses vor dem FV 1920 Hausen Platz eins. Unten bleiben muss der FC Karben, der punktlos blieb, dabei u.a. 0:3 gegen Hochtaunus-Vertreter Stierstadt verlor. Enrico La Medicas Ausgleichstreffer für Stierstadt im "Topspiel" gegen Hausen aus der 70. Minute war im Endeffekt bedeutungslos, dennoch wird es den FVS freuen, sogar ungeschlagen hoch gegangen zu sein.

Relegation zur KOL Büdingen:

Hungrig ging der KLA-Vertreter VfR Hainchen um Goalgetter Kai Lotz, der nun Spielertrainer beim Gelnhäuser Vertreter Kassel ist, gegen den KOL-Vorletzten aus Düdelsheim im Derby auf den Platz. Schon im Hinspiel machte der Underdog im Grund alles klar. Beim 4:1 begann das Spiel offen, nach der Pause sorgten Tore von Daniel Hacker und Lotz aber für ersten verhaltenen Aufstiegsjubel bei den Limeshainern, die im Rückspiel nichts anbrennen ließen - außer ein wenig Pyrotechnik...Lukas Klein und Kai Lotz ließen es beim 2:0 krachen, natürlich genau in dem Moment, als unsere FuPa.TV-Software abstürzte...die beiden Traumtore bleiben der Nachwelt also vorenthalten. Die VfR-Erfolge dieser Saison werden aber immer nachzulesen sein...der Nachbar muss, wie es der Name Phönix vorgibt, nun wie aus der Asche emporsteigen, um fix die Rückkehr in die KOL zu packen.

Relegation KOL Fulda Mitte:

Es sieht klarer aus, als es war: Der TSV Lehnerz III hat sich im Dreikampf mit Burghaun und Margretenhaun klar durchgesetzt - nach Punkten. Beide Teams schlug die dritte Garde des Hessenligisten, allerdings jedes Mal nur knapp mit 3:2. Verhaun wurden Burghaun und Margretenhaun also nicht, um ein schlechtes Wortspiel zu bringen. Aber unten bleiben müssen die beiden Vereine dennoch.

Relegation Fulda Süd:

Die SG Magdlos sicherte sich im Hoffnungsvollen Trio mit Rönhausen und Edelzell Platz eins.Die Siege fielen deutlich aus, dass Edelzell noch auf zwei Tore rankam ist eher darauf zurückzuführen, dass die Magdloser Dampf rausnahmen bei 4:0-Führung und eingetütetem Aufstieg.

Relegation KOL Gelnhausen:

Zu einer zweiten Relegationsauflage kam es zwischen Meerholz und Wirtheim. Und wiederum setzte sich der KOL-Vertreter gegen das KLA-Team durch. Khaled Karamas Siegtor zum 1:0 auf Meerholzer Geläuf nützte dem Team von Spielertrainer Marcus Wolf nichts, da das Hinspiel mit 1:3 verloren wurde. So sieht man die Grün-Weißen auch im nächsten Jahr in KOL. Und Wirtheim steht ein erneut schwerer Kampf um die Aufstiegsplätze bevor.

Relegation KOL Gießen:

Hier waren wiederum drei Teams gefragt. Und - ähnliches Spielchen wie zuvor gelesen - statt nur einer Mannschaft durften am Ende zwei jubeln. In diesem Fall war es die TSG Leihgestern, die als KOL-Vertreter eher durch die Spiele gegen Hattendorf (2:2 nach 0:2) und Lollar/Staufenberg (1:0) rumpelte, aber sich dennoch den Klassenerhalt mit den glücklichen Ergebnissen sicherte. Überraschend schoss Lollar die Hattendorfer auf deren Platz mit 5:1 ab und wurde somit deutlich Zweiter - und durfte am Ende ebenfalls noch jubeln. Hattendorf hat nach dem 0:4 gegen Meister Burg/Nieder-Gemünden somit zweimal innerhalb weniger Wochen krachend den Aufstieg verspielt.

Relegation KOL Hochtaunus:

In Friedrichsdorf kam die SpVgg Bomber 05/99 zu einem späten Erfolg über die SG Eschbach/Wernborn.

Relegation KOL West:

Die bessere Tordifferenz ließ den TSV Steindorf jubeln, zu lasten der SG Oberbiel, die genausoviele Punkte (4) erspielte. Chancenlos war der SV Oberscheld.

Relegation KLA Alsfeld:

Sehr eindeutig ging es im Kampf um das KLA-Ticket zu. Allerdings nicht aus Sicht des Ligahöheren, der SG Herzberg. Mit insgesamt 10:2 Toren setzte sich die SG Groß-Eichen/Atzenhain durch - da wollte einer aber wirklich mal eins höher spielen...Ärger gab es auch hier etwas, weil SG-Stürmer Sören Eidt nicht auflaufen durfte, nachdem sein feststehender Transfer zur SG Schwalmtal bereits offiziell eingetragen worden war. Eidt hätte allerdings ordentlich netzen müssen, um seinen nun Ex-Verein vor dem Abstieg retten zu können.

Relegation KLA Büdingen:

Mit SIegen gegen Eschenrod II und den bisherigen KLA-Vertreter Schotten II hat sich der FC Rommelhausen, der schon im Winter mit der Hallenmasters-Teilnahme ein Ausrufezeichen setzen konnte, die Teilnahme an der nächsthöheren Liga gesichert. Die beiden Reserveteams müssen nächstes Jahr in der KLB ran.

Relegation KLA Gelnhausen:

Für das bisherige A-Liga-Team kam es knüppeldick: Nach 3:1-Sieg im Hinspiel verlor die Truppe von Trainer Marcel Rasch gegen B-LIga-Vertreter FSV Mernes noch glatt mit 0:3 - ein Todesfall kurz vor dem Spiel im Vereinsumfeld "rundete" die Ereignisse im Negativen mehr als ab und ließ den Sport enorm in den Hintergrund rücken. Mit dem gleichen Coach will die Melitia sich nun stabilisieren und geht entspannt, aber motiviert mit dem Abstieg um, wie eine Pressemitteilung in dieser Woche bestätigte.

Relegation KLA Gießen:

Hier gab es sogar einen Vierkampf. Und am besten zog sich der Club aus der Affäre, den vorher kaum wer auf der Rechung hatte: Die Reserve des TSV Langgöns. Und etwas mit Verspätung durfte auch noch die Freie TSG Gießen mit ihren zahlreichen Kreis-Altstars jubeln. Traurig nach Hause fuhren dagegen Garbenteich und der Vorjahresaufsteiger Salzböde/Lahn.

Relegation zur KLA Hochtaunus:

Im Duell der Reserven setzte sich der 1. FC TSG Königstein II gegen Stierstadt II mit 4:1 durch. Josip Stanic machte noch vor der Halbzeit mit zwei Toren den Deckel auf alle Unwägbarkeiten im Topf.

Kreisliga A Wetzlar:

Die TSG Biskirchen geht dank des besten Torverhältnisses gegenüber der SpVgg Lemp hoch. Blasbach landete im Dreikampf abgeschlagen auf Rang drei.

Aufrufe: 013.6.2017, 15:16 Uhr
FuPa MittelhessenAutor

Verlinkte Inhalte