Bild
Bild

Was Tabea Kemme bei Turbine Potsdam vorhat

GEVERSDORF/POTSDAM. Kurz nach dem verletzungsbedingten Ende ihrer Karriere als Profi-Fußballerin hat die gebürtige Staderin Tabea Kemme ein neues Ziel: Sie will Vereinspräsidentin von Turbine Potsdam werden. Das sind ihre Pläne.

Tabea Kemme packt gerne an - das hat sie während ihrer Karriere eindrucksvoll bewiesen: Sie wurde Weltmeisterin, Olympiasiegerin, mehrfache deutsche Meisterin. Und sie ging auf dem Platz immer voran, gab die Richtung vor. Und das will sie nun auch neben dem Platz machen, als neue Präsidentin ihres Herzensvereins 1. FFC Turbine Potsdam, für den sie viele Jahre spielte.

So ist jedenfalls der Plan der 29-Jährigen. Denn vor wenigen Tagen gab sie offiziell bekannt, dass sie für das Amt der Vereinspräsidentin kandidieren werde. Daran gedacht habe sie schon länger, aber erst jetzt ließ sie die Bombe platzen. "Es muss ein Generationswechsel stattfinden", sagt sie. Kemme ist absolut entschlossen und voll fokussiert auf die mögliche neue Aufgabe.In der vergangenen Woche hat sie den Verein in Kenntnis gesetzt. Nun beginnen die Vorbereitungen. Um sich herum hat Kemme, die im Kreis Cuxhaven aufgewachsen ist und das Fußballspielen bei der SG Freiburg/Oederquart gelernt hat, ein rund zehn Personen starkes Team versammelt. Sie will Verantwortung übernehmen. "Die Idee schwirrte mir schon länger im Kopf herum", sagt Kemme.

Zurück zu erfolgreichen Zeiten

Nun ist offenbar der richtige Zeitpunkt gekommen. Sie will mit ihrer Erfahrung als Spielerin, ihrem Wissen und ihren Kontakten einen neuen Weg bei Turbine Potsdam einschlagen. Der einst erfolgreichste Frauen-Fußballverein Deutschlands dümpelte in den vergangenen Jahren mehr und mehr vor sich hin. Große Titel gab es seit 2012 keine mehr. Das soll sich wieder ändern.

"Wir haben Probleme im Verein. Und ich will sie anpacken", sagt Kemme. Ihrem Beruf als Polizeibeamtin werde sie auch im Fall der Wahl weiter nachgehen. Die Präsidentschaft sei rein ehrenamtlich, sagt sie. Es gehe ihr um professionellere Strukturen im Umfeld, bessere Kooperationen und eine lösungsorientierte Herangehensweise. Durch ihre Erfahrungen - auch im Ausland - habe sie viele Ideen und Verbesserungsvorschläge, um das "ganze Potenzial" in Potsdam auszuschöpfen.

Um an ihrem Führungsstil zu arbeiten, hat Kemme zudem ein Studium begonnen: "Football Analytics & Leadership" - alles nebenbei. Kemme, so scheint es, ist eine Allrounderin und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Ein langsamer Einstieg in das Fußballgeschäft abseits des Platzes kam für sie nie infrage. Kemme: "Entweder ganz oder gar nicht."

Große Unterstützung

Das ist auch eine Kampfansage an den bisherigen Amtsinhaber Rolf Kutzmutz. Der 73-Jährige führt seit 2015 die Geschicke des Vereins. "Es wird ein schwieriger Weg", sagt sie. Aber genau das mag Kemme. Die Unterstützung, die sie in den ersten Tagen nach Bekanntwerden ihrer Kandidatur erfahren habe, sei überwältigend. Vor allem die Spielerinnen und jüngeren Mitglieder des Verein stünden voll hinter ihr.

Sie strotze vor Energie und Tatendrang, sagt Kemme. Sie vergleicht diese neue Herausforderung gern mit einem 90-minütigen Fußballspiel. Noch sei sie in der Vorbereitung, doch sie brenne darauf, endlich auf den Platz zu können. "Und dann will ich gewinnen." Das sagt sie mit voller Überzeugung.

FuPa.net - Ein Fußball-Portal, 1000 Möglichkeiten

Wie kann ich mitmachen auf FuPa? (Überblick)
Was bietet FuPa.net für mich & meinen Verein? (Überblick)
FuPa.tv: Filmen mit der YouSport-App
Bildergalerien hochladen
An die Torwand im legendären ZDF-Sportstudio mit FuPa/Hartplatzhelden

Aufrufe: 027.3.2021, 08:30 Uhr
Tageblatt / Von Jan UnruhAutor

Verlinkte Inhalte