
Der SG Farchant/Oberau ist der direkte Wiederaufstieg gelungen. Nach dem knappen Sieg über den SV Ohlstadt II ist die Erleichterung groß.
Farchant/Oberau – Das Bier war kalt gestellt, die Meistertrikots waren gedruckt. Alles war am vergangenen Wochenende angerichtet für die große Party der Oberauer und Farchanter Fußballer. Und obwohl auf dem Rasen das erhoffte Feuerwerk ausblieb, retteten sie das 1:0 gegen den SV Ohlstadt II über die Zeit. Kein Wunder, dass Siegtorschütze Sebastian Korthals sagt: „Die Erleichterung war riesig.“
Auf dem Papier war der 16. Erfolg die Krönung einer Bilderbuch-Saison. Nach dem bitteren Abstieg hatte niemand bei der Spielgemeinschaft den direkten Wiederaufstieg als klares Ziel ausgegeben. Freilich in dem Wissen, dass die Qualität der Mannschaft für die Top drei ausreicht. „Aber, dass es so läuft, hätten wir nicht gedacht“, betont FCO-Abteilungsleiter Florian Brück. Wie es sich anfühlt zu verlieren, hatte die Truppe schon beinahe vergessen. Erst eine Niederlage Anfang Mai gegen den ärgsten Verfolger Grainau beendete die Ungeschlagenen-Serie von 19 Begegnungen. Ein außergewöhnlicher Lauf, der wohl so schnell keinem anderen Team mehr gelingen wird und auch eine Bestätigung für das Team aus zwei Dörfern ist. Im Sommer 2019 einigten sich beide Vereine angesichts wenig Spieler auf den Zusammenschluss. Ein Weg, der von manchen durchaus kritisch betrachtet wurde, sich jedoch voll auszahlte. „Wenn alle Burschen fit sind, müssen die Trainer auch mal harte Entscheidungen treffen. Das war die richtige Wahl, zumal wir so gut zusammengewachsen sind.“ Der Titel ist nun die logische Konsequenz.
Derweil überwiegt beim Club die Demut. Gerade das junge Trainergespann aus Julian Ritter und Marco Wiegand will den Triumph nicht zu hoch hängen. „So leicht haben es uns die Gegner nicht gemacht“, sagt Ritter. Dennoch konnte die Konkurrenz aus Grainau und Bad Kohlgrub die Konstanz des Tabellenersten nicht mitgehen und leisteten sich jüngst den ein oder anderen Patzer. „Da hat der Gegner immer schön mitgespielt.“
Beim Grund für diese Abgeklärtheit sind sich alle Beteiligten einig: Der große Trumpf war heuer die Erfahrung innerhalb des Teams. Viele Akteure sind um die 30 und kennen sich seit Jahren. Als in Ohlstadt die Nervosität umging, waren sie der Fels in der Brandung, gaben dem Spiel die nötige Struktur und Ruhe. Hinzu kommen die jungen Wilden Michael Scharpf und Simon Groll, die alleine für insgesamt 21 Tore sorgten. „Der Zusammenhalt ist der Wahnsinn“, sagt Ritter. „Ich kenne wenige Mannschaften, die so kämpferisch sind.“ So werden auch Baustellen wie die notorische Abschlussschwäche kaschiert.
Deshalb macht sich auch kein Fußballer Sorgen, dass es in der Saison 2025/26 gleich wieder runter in die A-Klasse geht. „Spielerisch sind wir extrem stark“, analysiert Ritter, „die Qualität ist auf jeden Fall da“. Auch der Kader bleibt identisch – die kommende Spielzeit will sich kein Akteur entgehen lassen. Am Ende dieser soll dann möglichst eine ähnliche Sause wie am vergangenen Wochenende stehen. Da feierten die Farchanter und Oberauer noch bis in die frühen Abendstunden zusammen mit den Ohlstädtern, bevor es weiter ins eigene Vereinsheim ging. „Wir haben uns einfach wahnsinnig gefreut, dass wir es geschafft haben“, sagt Sebastian Korthals. Wobei die Energie schon bald nach Mitternacht deutlich schwand und die Müdigkeit langsam über das Team herfiel – gegen 2 Uhr war Zapfenstreich. „Wir sind ja auch nicht mehr die jüngsten.“ Die Erfahrung hat nun mal ihren Preis.