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SG Essen-Schönebeck gewinnt Zehn-Tore-Spektakel gegen den VfB Hilden

U19-Niederrheinliga: Die SG Essen-Schönebeck überrollte einen phasenweise überforderten VfB Hilden mit 7:3 (2:1).

von Markus Becker · 19.04.2026, 14:32 Uhr · 0 Leser
Ibis erzielte einen Doppelpack.
Ibis erzielte einen Doppelpack. – Foto: Markus Becker

Defensivarbeit war irgendwann nur noch Nebensache beim 7:3-Sieg der SG Essen-Schönebeck gegen den VfB Hilden. Besonders die Essener Hausherren. Besonders den Hildener Gästen fehlte phasenweise komplett der Zugriff. Während die SGS sich über dem Strich stabilisiert, könnte Hilden in die direkte Abstiegszone rutschen.

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Ausgeglichener erster Durchgang

Dabei fing die Partie durchaus vielversprechend für den VfB an. Nach Steckpass auf Mohammed Kihel nutze dieser die sich ihm bietenden Räume für den Führungstreffer (12.). Dabei sollte es allerdings nicht lange bleiben. Ali-Can Ilbis tankte sich in den Strafraum der Hildener durch und schloss ebenso souverän zum Ausgleichstreffer ab (18.). Daraufhin fand zunächst ein Spiel auf Augenhöhe statt, Hilden zeigte sich grundsätzlich sogar etwas gefährlicher. Mit der Konsequenz vor dem gegnerischen Tor behielt die SGS jedoch weiter die Nase vorn. Nach starker Einzelaktion stellte Alexander Panakov die alte Führung wieder her (30.). Mit dem knappen Vorsprung ging es in die Kabinen, beide Seiten zeigten zu diesem Zeitpunkt in jedem Fall das Potenzial, als Sieger vom Platz zu gehen.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie kurzzeitig durch einen Hagelschauer unterbrochen. Über den zweiten Durchgang herrschte zwar weiterhin teils strömender Regen, doch immerhin konnte die Partie zu Ende ausgetragen werden. In den zweiten 45 Minuten kippte die Partie auch zunehmend auf Seiten der Hausherren, die luftig verteidigende Hildener mit einfachsten Mitteln bestraften. Satte Abschlüsse von Ibis (56.) und Samuel Pozniak (59.) sorgten schon für die Vorentscheidung. Doch die SGS steckte gegen zwischenzeitlich neben sich stehende Gäste nicht auf. So wurden die Gastgeber zu den weiteren Treffer von Panakov (66.) und Tairovski (70.) fast schon eingeladen. In der Schlussphase betrieb der VfB etwas Ergebniskosmetik, auch begünstigt dadurch, dass Essen nur noch per Alibi verteidigte. Kevin Patten war eine klare Bereicherung von der Bank, sorgte für den 2:6 Anschlusstreffer (77.). Mit Ibrahim Yilmaz (87.) und Lennart Furthmüller (88.) trafen beide Teams jeweils noch einmal für den beeindruckenden Endstand.

Schütz: "Das muss man einfach so sagen"

"Uns fehlen einfach grundsätzlich alle Grundtugenden, die wir heute auch nicht an den Tag gelegt haben", resümierte Hilden-Coach Philipp Schütznach Spielende. "Auch die fußballerische Klasse hat einfach irgendwo nicht gereicht, das muss man auch einfach sagen."

Sein Team könnte nach mittlerweile sechs sieglosen Spielen immer weiter nach unten reinrutschen. Schütz möchte den Auftritt so schnell wie möglich abhaken: "Im Gesamten war es einfach ein miserabler Auftritt. Das muss man einfach so hinnehmen, akzeptieren und die Krone wieder richten. Dann müssen wir hoffen, dass wir nächste Woche ein besseres Spiel absolvieren."

Philipp Schütz war mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht einverstanden.
Philipp Schütz war mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht einverstanden. – Foto: Markus Becker

Auf eine Schelte vor der gesamten Mannschaft wollte er jedoch gezielt verzichten. "Ich glaube, dass es nicht viel Sinn macht nach so einem Spiel noch irgendwo draufzuhauen. Wir haben im Kreis einfach nur gesagt, dass wir am Dienstag alles in Ruhe aufarbeiten und mit Fokus ins nächste Spiel gehen werden.

Bei seinem Gegenüber Nikolas Soufian Swehla fiel das Spielfazit naturgemäß positiver aus. Der Übungsleiter freute sich besonders über die offensive Durchschlagskraft seiner Schützlinge: "Da gehören wir wahrscheinlich zu den besten Mannschaften der Liga", sagt er. Das Ganze hat aus seiner Sicht aber auch einen Haken. "Die drei Gegentore ärgern mich schon. Das ist tatsächlich ein großes Defizit von uns woran wir arbeiten werden."

Die enorme Spielfreude der SGS war in dieser Phase nämlich ein zweischneidiges Schwert, gegnerische Angriffe wurde im zweiten Durchgang nicht mehr konsequent verteidigt. So wurde die Partie zu einem offensiven Schlagabtausch. Besonders nach der zuletzt schwierigen Phase kann so etwas aber auch ein Brustlöser sein. Die SGS verschafft sich in jedem Fall für den Moment ein kleines Polster auf die ersten Quali-Plätze, doch Swehla warnt: "Wir sind noch nicht durch."