
Mainz. Das Spiel eins nach der Ära Thorsten Effgen war ein erfolgreiches für die SG Eintracht Bad Kreuznach. Doppelpack samt Traumtor von Deniz Darcan vorne sowie ein starker Felix Basting und eine Portion Glück hinten, gepaart mit Kampfgeist, ergaben einen 2:1 (2:0)-Sieg bei der TuS Marienborn. Überschattet wurde das Verbandsliga-Spiel von einem medizinischen Notfall.
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Zuschauer kippt um und muss wiederbelebt werden
Nach 72 Spielminuten kippte ein Zuschauer plötzlich um und musste wiederbelebt werden. TuS-Spieler Jonas Hofmann und Dr. Niklas Grimm, Interimstrainer in Walldorf, zur neuen Saison Cotrainer in Marienborn und im Hauptberuf Zahnarzt, leisteten erste Hilfe. Dass sie dabei einen Defibrillator einsetzen konnten, rettete dem Zuschauer letztlich das Leben, wie Grimm schildert.
Noch während der Zuschauer im Rettungswagen behandelt wurde, wurde das Spiel unter dem Einverständnis beider Mannschaften fortgesetzt. Und Jonas Hofmann, der zunächst lieber keine Fragen beantworten mochte, sorgte mit einer Direktabnahme aus dem Rückraum (88.) für Spannung. Mit einer letzten Parade hielt Basting in der Nachspielzeit den im Abstiegskampf wichtigen Dreier fest.
Darcan hatte den Weg bereitet. Erst traf er nach David Molnars Dribbling (7.). Und dann, spektakulär mit einem perfekten Fallrückzieher, nach Levi Mukambas Flanke (24.). „Ich dachte erst, der Ball war zu hoch“, sagt der SGE-Kapitän, „aber dann habe ich ihn gut getroffen.“
Kapitän ebnet den Weg, Torwart hält den Sieg fest
Zwischen den beiden Treffern rettete Basting zweimal im direkten Duell mit dem künftigen Hüffelsheimer Luka Baljak. „Ein hart erkämpfter Sieg“, strahlt der Keeper, der nach Darcans Auswechslung die Kapitänsbinde trug. „Dass wir am Ende nur noch defensiv stehen, Zweikämpfe führen und lange Bälle schlagen, ist in unserer Situation normal. Der Sieg ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft.“
Das deutliche Chancenplus hatte die TuS. Wurscht, denkt sich Interimstrainer Mario Spreitzer: „Die Mannschaft hat ein anderes Gesichts gezeigt. Im Training hat sie viel mitgemacht, das sie so noch nicht hatte. Das haben wir dann 60, 70 Minuten lang umgesetzt.“ Die Klassenkampf-Tugenden, Mann gegen Mann, waren Spreitzer wichtig: „Wir sind im Abstiegskampf und haben über den Kampf zum Spiel gefunden. Das war das Wichtigste.“
Darcan nur noch Spieler
Spreitzer kündigt an, dass er bis Saisonende an der Seitenlinie stehen wird – außer, es findet sich ein Trainer, der jetzt einspringen kann und auch kommende Saison bleibt. Nur noch Spieler und nicht mehr Cotrainer ist Darcan. Zur Trainerfrage „möchte ich mich ungern äußern“, sagt der Doppelpacker. Und merkt dann an: „Thorsten hat eine hervorragende Arbeit geleistet. Die Entscheidung wurde seitens des Vorstands getroffen, und das aus meiner Sicht in einer sehr unglücklichen Phase.“
Drei Punkte, betonen Darcan und Basting unisono, waren für die Mannschaft enorm wichtig. So bleibt die SGE oberhalb der Abstiegszone. Beim Klassenkampf fehlt mindestens kommenden Samstag bei Spitzenreiter Mechtersheim David Molnar, der sich wegen groben Foulspiels die Rote Karte einhandelte (87.). Ihren Platz als Fairplay-Tabellen-Schlusslicht verteidigt die Eintracht auch im Spiel eins nach der Ära Effgen.
Eintracht Kreuznach: Basting – Langer, Blenske, Pflüger, Cinar – Schäfer (90.+3 Wingenter), Molnar – Mukamba (75. Kurpejovic), Sinanovic (85. Rastiello), Willrich (62. Rieß) – Darcan (90.+4 Heinrich).