Auch wenn sich Berkan Celebi (blaues Trikot) bei diesem Kopfball durchsetzen kann, so ließen die Bad Kreuznacher die Durchschlagskraft vermissen.	Foto: Mario Luge
Auch wenn sich Berkan Celebi (blaues Trikot) bei diesem Kopfball durchsetzen kann, so ließen die Bad Kreuznacher die Durchschlagskraft vermissen. Foto: Mario Luge

SG Eintracht ohne Mumm vor der Kiste

Bad Kreuznach enttäuscht trotz Überzahl beim 1:1 gegen Hinterweidenthal und vergibt sogar einen Elfmeter

BAD KREUZNACH. Mit einem 1:1 (1:0) gegen den SV Hinterweidenthal musste sich die SG Eintracht im letzten Heimspiel der Vorrunde der Landesliga West zufriedengeben. Auch wenn die Bad Kreuznacher Fußballer damit im zehnten Meisterschaftsspiel in Folge ungeschlagen geblieben sind, so ist das Glas am Ende doch eher halbleer als halbvoll. Über eine Stunde spielten die Hausherren schließlich in Überzahl, hatten während der gesamten Partie gefühlt zwei Drittel der Zeit den Ball. Dennoch stand nach Abpfiff nur ein Punkt gegen spielerisch limitierte, aber jederzeit kämpfende Gäste aus der Pfalz.

Enttäuscht waren hiernach nicht nur die Akteure auf dem Platz, auch der Sportliche Leiter der Eintracht hatte sich mehr versprochen. „Gegen einen solchen Gegner musst du gewinnen. Einige haben diesmal bei Weitem nicht gezeigt, was sie können“, bilanzierte Oliver Holste. Auch wenn nach einer bislang insgesamt guten Saison auch mal ein schlechtes Spiel passieren kann, so spricht er Klartext: „Wir wollen das so nicht einfach hinnehmen, dafür gibt es keine Ausreden.“

Schiedsrichter verletzt sich und gerät in die Kritik

Aber nicht nur die 22 Spieler waren maßgeblich an der Geschichte des Duells beteiligt: Auch Schiedsrichter Benedikt Baßler schrieb die ersten Kapitel des Kicks im Moebusstadion maßgeblich mit. Zunächst verletzte sich der Unparteiische aus Otterstadt bereits beim Warmmachen. Sein Einsatz stand lange auf der Kippe, dummerweise war auch kein Physiotherapeut vor Ort. Baßler nahm dann doch die Pfeife zur Hand und stand häufiger im Mittelpunkt, als es ihm lieb war. Vor allem nach einer halben Stunde, als Hinterweidenthals Fabian Hirschinger Basti Kreidler kurz vor der Torlinie zu Fall brachte. Über den zurecht fälligen Strafstoß regten sich die Gäste gar nicht mal so sehr auf, wohl aber über die Rote Karte gegen ihren Verteidiger. Diese Doppelbestrafung sahen sie als unverhältnismäßig, erregten sich von da an bei jedem Foulspiel, sodass das Schiedsrichtergespann mehr als einmal die SVH-Bank maßregeln musste. Sportlich wichtiger war indes der Elfmeter, mit dem SGE-Kapitän Deniz Darcan an Hinterweidenthals Keeper Til Schäfer scheiterte (31.).

Eine Führung wäre zu diesem Zeitpunkt absolut verdient gewesen, dann die Hausherren taten gegen die unangenehm zu bespielenden Pfälzer deutlich mehr fürs Amüsement, ließen aber insgesamt Ideen und Durchschlagskraft im letzten Drittel vermissen. Und so war es auch gar nicht verwunderlich, dass für das 1:0 ein Standard herhalten musste. Die vierte Eintracht-Ecke servierte Sebastian Baumann auf den Schädel von Levi Mukamba, und der Angreifer wuchtete die Kugel unhaltbar in die Maschen.

Auch nach dem Wechsel rollte der Ball die meiste Zeit Richtung Gäste-Gehäuse, allerdings blieben Großchancen für die Bad Kreuznacher Mangelware. Anders der Tabellenelfte, dem ein gelungener Vorstoß genügte. Zwei tolle Pässe nach einem Fehler im Eintracht-Mittelfeld, eine genaue Hereingabe und eine sehenswerte Direktabnahme von Spielertrainer Daniel Tretter – und schon hieß es 1:1 (79.). Das war der einzige nennenswerte Spielzug der Hinterweidenthaler. Aber er genügte, um die Eintracht zu ärgern.

Eintracht Kreuznach: Basting – Flühr (87. Gelenbevi), Ceylan (61. Strunk), Tusina (87. Özen), Mörbel – Celebi, Baumann 869. Wein), Darcan, Köllmer – Kreidler (77. Wollmann), Mukamba



TRAINER-TON

Thorsten Effgen (Eintracht Kreuznach): „Es war heute eine Mischung aus Unvermögen und Unglück- Unvermögen, weil wir keine Lösungen gefunden haben. Unglück, weil der Gegner zweimal aufs Tor geschossen und mit einer starken Aktion den Ausgleich gemacht hat. Trotzdem hat Hinterweidenthal in Unterzahl leidenschaftlich verteidigt und sich so auch den Punkt verdient. Es ist schließlich nicht verboten, defensiv zu spielen. Wir stecken mit einer jungen Mannschaft in einer Berg- und Talfahrt. Die Punkte passen zwar meistens, aber die Leistung nicht.“

Aufrufe: 013.11.2022, 21:20 Uhr
Mario LugeAutor