
Bad Kreuznach. Wie verteidige ich eine Ecke? Und wie schaffe ich es, einen eigenen Treffer zu erzielen? Zwei Fragen bewegten die SG Eintracht im Verbandsligaduell mit Viktoria Herxheim. Nach den 90 Minuten hieß es im Nahe-Stadion 0:4 aus Bad Kreuznacher Sicht. Vor allem deshalb, weil die Elf von Trainer Thorsten Effgen insgesamt gesehen komplett enttäuschte. All das, was vor zwei Wochen noch beim Dreier gegen das Spitzenteam des FC Bienwald Kandel gelang, ging diesmal komplett in die Hose.
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Es war eine selten ereignisarme erste Hälfte, die die nicht einmal hundert Zuschauer sahen. Lediglich zwei Torgelegenheiten, eine pro Mannschaft, gab es festzuhalten. Nach einer Ecke von Viktoria-Kapitän Alexander Schultz scheiterte Ayman Kerboub nach nicht konsequenter Abwehr von Felix Basting mit seinem Abschluss am Pfosten (6.). Dann tauchte Eintracht-Stürmer Matti Rieß völlig frei auf halblinker Seite im Gästestrafraum auf, jedoch machte Gästekeeper Emirhan Yilmaz durch beherztes Herauslaufen die Gelegenheit zunichte (24.). Allein: Es war der erste und gleichzeitig letzte ernsthafte Abschluss der Eintracht im gesamten Spiel.
Wenige Fans sehen wenig in der ersten Halbzeit
„Das erste Tor hat uns den Stecker gezogen, ist aus dem Nichts gefallen, danach haben wir keinen Zugriff mehr gefunden.“ Dabei habe er in der Halbzeit-Ansprache noch thematisiert, was zu einer eigenen Führung passieren müsse. Effgen war in Anbetracht der Geschehnisse auf dem Platz bei allem Realismus um die Situation frustriert. Die 48. Minute gab die Richtung vor: Schultz fand mit der zweiten Viktoria-Ecke Kerboub am langen Pfosten, und der bis dahin überragende Akteur auf dem Platz nickte völlig unbedrängt ein.
Während die Kurstädter offensiv gar nichts mehr zu Wege brachten, agierten die Gäste aus der Südpfalz sicherer, zeigten auch die entsprechende Körpersprache. Tim Peter Dahl visierte aus 15 Metern noch freistehend den Pfosten an, als die Eintracht im Zentrum überhaupt keinen Zugriff mehr fand. Dann das 0:2. Mathis Mankopfs flach herein gegebene Ecke landete mittig im Kasten, Basting bekam das Spielgerät erst hinter der Linie zu fassen (76.).
Kein Zugriff mehr nach dem ersten Gegentor
Unbedrängt gespielte Pässe ins Seitenaus, Bälle in die Füße des Gegners, kein Zugriff in der Defensive. Es hakte überall. Auch bei Dani Thon auf Gästeseite. Der stand nach kurzem Steckpass von Lennart Liebel allein vor Basting, scheiterte aber an sich selbst (87.). Dafür durfte er nach Ecke von Mankopf auflegen. Kevin Baltrusch traf aus zentraler Position (89.). Wenigstens der finale Treffer fiel nicht nach einer Ecke. Thon tankte sich durch, legte wieder zurück auf Liebel, der das Spielgerät satt zum Endstand unter die Latte drosch (90.).
„So etwas kommt leider immer wieder vor“, bilanzierte Effgen, dem die große Zahl an Stockfehlern und Ballverlusten seiner Elf natürlich auch nicht verborgen geblieben waren. „Wir haben uns heute unser eigenes Spiel schwer gemacht.“ Es gab keinerlei Aktionen im letzten Drittel, keinen Abschluss nach dem Seitenwechsel, während die Gäste immer sicherer wurden, clever agierten, auch wiederholt die Zeit bemühten. Der Schlüssel war das erste Gegentor. Und die Erkenntnis, dass die Eintracht einfach einen absolut gebrauchten Tag erwischte.
Eintracht Kreuznach: Basting – Cinar (53. Mukamba), Blenske, Kreuznacht (81. Heinrich), Wingenter (63. Kaan) – Molnar (81. Rastiello), Pflüger, Schäfer – Sinanovic – Rieß (60. Chinedu), Darcan