Torsten Grube: Ein Deinster Urgestein verabschiedet sich

Sympathieträger und B-Lizenzinhaber - Immer einen Spruch auf den Lippen - Einer, der über sich selbst lachen kann

Torsten Grube, allen einfach nur als Grube oder Grubac bekannt, vollzieht seinen Abschied vom Deinster Sportplatz!

Nach vielen Jahrzenten als Spieler und Trainer ist für den 55-Jährigen nun Schluss, jetzt beschränkt sich der Humorbolzen des DSV aufs Zuschauen und Kommentieren.

Als Kind schon rannte er dem Ball hinterher und durchlief alle Altersklassen, nur als Herrenspieler unterlag Torsten 1994 ein einziges Mal dem Lockruf eines anderen Vereins. Kein Geringerer als Detlef Niemann, der damals den SV Agathenburg trainierte, konnte Grube von einem Wechsel überzeugen. Doch schon nach einem halben Jahr stand der Bursche wieder im richtigen Trikot in Deinste auf dem Platz.

Eine Stärke von ihm war es, dass er sich kurz vor wichtigen Spielen immer in die erste Mannschaft „geschnackt“ hat. Seine Sprüche und seine Streiche sind noch heute legendär, außerdem besitzt er eine fast ausgestorbene Tugend; Torsten kann über sich selbst herzhaft lachen und ist sich nie zu schade die Lacher auf seine Seite zu ziehen.

Richtig gefürchtet war Torsten bei den Gegnern im Landkreis durch sein nicht enden wollendes Gelaber und Sprüche klopfen während der 90 Minuten auf dem Feld. Allerdings muss unbedingt erwähnt werden, dass dieses immer fair, lustig und niemals persönlich oder beleidigend war.

Als aktiver Herrenspieler war er im ganzen Landkreis für seine dritte Halbzeit bekannt. Diese endete nicht selten erst am nächsten Tag. Die „Züge durch die Gemeinde“ mit Kumpel Jockel Höft sorgen noch heute für Gesprächsstoff und lautes Gelächter!

Auch in der Ü40 ist der alte Haudegen immer wieder mal zu finden, wenn absoluter Personalmangel herrscht und er das Tor hütet. Das sind dann die Spiele, in denen er am meisten lautstark und teilweise recht unhöflich mit sich selbst schimpft.

Es fallen dann Sprüche wie „Mensch Grube, den hättest du aber haben müssen“ oder „Grube du wirst langsam echt alt“ und „Grube du bist soooo schlecht“

Doch Grube war immer zur Stelle und hat Verantwortung für den kleinen Dorfverein übernommen. Schon Mitte der 80er Jahre hat Torsten die damalige D-Jugend mit heutigen Ü40 Spielern wie z.B. dem 2. Vorsitzenden Marco Brandt, Norman Wilkens, Tobi Rohleder, Jan Wiebusch oder auch Andreas Marquardt trainiert. Später stieß dann Thomas Pantel als zusätzlicher Trainer mit dazu. Mit dieser Truppe schaffte das Trainer-Duo den Aufstieg in die Bezirksliga und den zweimaligen Gewinn des Kreispokals. Diesen Erfolg hat das Gespann dann ausgiebig auf der berühmten Meile in Hamburg gefeiert. Gerüchte behaupten, dass selbst heute noch auf St. Pauli darüber gesprochen wird.

Mit Stefan Hanno übernahm er sogar für 2 Spielzeiten die erste Mannschaft des DSV und errang einen beachtlichen 3. Platz in der Kreisliga.

Seit 2008 trainiert Grube den Jahrgang 2003, in dem sein Sohn Hannes spielt. Hannes spielt mittlerweile parallel in der ersten Herren-Mannschaft des DSV und lässt bei seinen lockeren Texten nicht vermissen, wer sein Vater ist. Dieser Jahrgang wechselt nun komplett in den Seniorenbereich und ist somit für Torsten der ideale Zeitpunkt, um sich aus dem aktiven Geschäft zurückzuziehen. Die DSV-Verantwortlichen, allen voran sein alter Freund und Weggefährte Marco Brandt, haben alles versucht, um diesen Kerl weiterhin an den Verein zu binden, doch leider (zunächst) vergeblich. Torsten möchte nach all den Jahren eine Pause machen und sich als frisch vermählter Ehemann um andere Dinge kümmern.

Er wohnt mittlerweile mit seiner Ehefrau Nicola im schmucken Eigenheim in Mulsum und ist begeisterter Gartenliebhaber geworden. Die Integration in der neuen Umgebung funktioniert problemlos, Torsten spielt mittlerweile in der Ü50 des FC Mulsum/Kutenholz.

Am morgigen Samstag betreut er ein letztes Mal die U19 der JSG Geest und hat seine Mannschaft, Familie und Freunde zu seinem Abschied mit einem Umtrunk eben der Preisklasse „Torsten Grube live“ eingeladen.

Der Deinster SV hofft immer noch, dass Grube ganz schnell das Vereinsleben und die Aufgaben fehlen werden.

Dazu hat der 2. Vorsitzende Marco Brandt seine eigene Theorie: „Den Grube kriegen wir schon wieder, der kann doch gar nicht ohne uns und die dritte Halbzeit“. Die Aussage unterschreibt wohl jeder am Kirchweg!

Auch sein langjähriger bester Freund Jockel Höft sagt, dass das Buch, welches man über ihn und Torsten schreiben könnte, nicht einfach mit einem Jugendspiel enden darf. „Da muss unbedingt noch ein Kapitel dazu kommen“, da ist sich Höft sicher!

Wo Torsten Grube auftaucht, da sind gute Laune, Gelächter und Fußballfachwissen garantiert!

Hier noch einige Stimmen alter Weggefährten aus dem Landkreis Stade:

Helmut Willuhn (Vorsitzender des NfV Kreis Stade und Schiedsrichter: "Ein Deinster Urgestein. Immer einen Spruch auf den Lippen, immer gute Laune. Als Spieler war er in seinen Möglichkeiten begrenzt, hat aber seine Mitspieler immer wieder positiv zu höhere Leistungen motiviert."

Ingo Bösch (MTV Himmelpforten): "Torsten war immer sehr engagiert und mit vollem Einsatz dabei. Er hat sich für den Deinster SV aufgeopfert"

Michael Brunsch (MTV Hammah): "Selten auf dem Platz von einem Gegner so vollgesabbelt worden. Hart zu sich selbst. Nach dem Spiel war Torsten einer, mit dem man gerne noch ein Bier getrunken hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er wirklich ganz aufhört in Deinste."

Aufrufe: 027.5.2022, 17:00 Uhr
Michael BrunschAutor