– Foto: Dennis Schmidt

FUMS spielt nun selbst Fußball und findet eine Heimat am Panzenberg

„Das ist der bescheuertste oder beste Zeitpunkt einen Fußballclub zu gründen“

Das Online-Fußballmagazin FUMS (Fußball macht Spaß) unterhält seit Jahren die Fußballgemeinde mit ihren satirischen Beiträgen und betreibt mit „FUMS & Grätsch" einen erfolgreichen Podcast. In der kommenden Saison wird mit FUMS UNITED nun auch ein eigener Fußballverein in Bremen an den Start gehen. Das Hauptaugenmerk der Gründer liegt dabei nicht auf dem sportlichen Durchmarsch der Mannschaften, sondern FUMS UNITED soll vielmehr ein Verein für soziale Projekte und ein friedliches Miteinander ohne Ausgrenzung sein. Neben Fußballprofi Oliver Hüsing engagieren sich auch weitere bekannte Gesichter für den Verein. Daniel Hörmann ist einer der Gründer von FUMS UNITED und FuPa hat sich mit ihm über Bremens neuen Fußballclub unterhalten.

„Der professionelle Fußball hat sich von dieser Romantik, in die wir alle mal verliebt waren, sehr stark entfernt und ist weit weg von dem, was Fußballvereine mal waren, nämlich gemeinnützige Vereine, in denen jedes Mitglied seinen Platz gefunden hat“, sagt Daniel Hörmann, der mit acht Gleichgesinnten den neuen Verein auf den Weg brachte. „Der Spaß am Sport ist dennoch geblieben und so haben wir uns entschieden einen Verein zu gründen, um gewisse Dinge anders zu machen. Dabei haben wir auch festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist wie wir dachten, aber es macht wahnsinnig Spaß.“

Ein Jahr dauerte es, bis die Gründung des Vereins am 14. Mai offiziell publik gemacht wurde. Die Corona-Pandemie machte es den Gründer:innen nicht leicht und vieles musste immer wieder aufgrund zu hoher Inzidenzzahlen verschoben werden.

„Das ist der bescheuertste oder beste Zeitpunkt einen Fußballclub zu gründen“, erklärt Hörmann und hofft darauf, dass sich viele Menschen wieder auf den Fußball freuen und eine Art Aufbruchstimmung im Amateurfußball herrscht.

Bekannte Gesichter beteiligen sich aktiv

Die Gründer:innen kommen aus verschiedenen Teilen Deutschlands und sind alle irgendwie miteinander verbunden. Dabei ist Oliver Hüsing, der beim FC Heidenheim in der 2. Bundesliga spielt. Ebenfalls an der Gründung beteiligt sind die Fernsehmoderatorin Anett Sattler, FUMS-Gründer Cord Sauer, Carolin Kock, Tolga Uca, Lars Kranenkamp, die ehemalige Fußballerin und TV-Moderatorin Christina Graf und auch die Stadionsprecherin des HSV, Christina Rann. „Jeder ist an den Entscheidungen beteiligt, sehr engagiert, hat eigene Aufgabenbereiche und wirkt aktiv im Verein mit“ erklärt Hörmann.

Soweit es möglich ist, werden die Gründer:innen auch selbst vor Ort sein. „Natürlich hat beispielsweise Olli Hüsing am Wochenende oft selbst ein Spiel und Anett Sattler steht als Reporterin am Feld, aber wenn es zeitlich möglich ist, werden auch sie vor Ort sein. Ich, der in Bremen wohnt, wird sicher bei jeder Partie dabei sein“, freut sich Hörmann auf den Start.

Die Ziele des Vereins sind vielfältig. Auf der Homepage des Vereins beschreibt sich FUMS UNITED als ein Verein für soziale Projekte und Aktionen – gegen Rassismus, Diskriminierung und Homophobie. „Wir setzen nicht nur auf das Sportliche, sondern wollen mit unserer Reichweite, die wir durch FUMS haben, auch auf soziale Probleme aufmerksam machen. Das sind Rassismus, Sexismus, Homophobie“, so Hörmann. Die Power des Fußballs soll genutzt werden, um auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen.

Vor allem das Thema Sexismus haben sich die Verantwortlichen auf die Fahnen geschrieben und werden eine Herren- und eine Frauenmannschaft gleichzeitig und komplett gleichberechtigt ins Rennen schicken. Zudem wird eine inklusive Mannschaft für den Verein auflaufen.

Menschen neu vom Fußball begeistern

Aber wer soll sich für die Bremer Kreisklasse begeistern? Welche Zuschauer:innen erwartet der Verein? Hörmann hat bereits Ideen und weiß, dass Kreativität gefragt ist. „Wir wollen keine Zuschauer von anderen Vereinen abziehen. Der Gedanke ist, etwas kreativ zu werden, um auch Menschen vom Fußball neu zu begeistern oder auch zurückzuholen, wenn sie so ein wenig die Faszination verloren haben. Auch hier soll der soziale Aspekt nicht vergessen werden. Beispielsweise kann man mit einem Altersheim eine Kooperation machen, einen Fahrdienst einrichten und die alten Menschen am Sonntag zum Panzenberg fahren und macht somit den Senior:innen eine Freude. Das ist sicher keine ganz neue Idee, aber ich denke man kann viele Menschen, die alleine zuhause sitzen und gerne wieder mehr Kontakte hätten, hier abholen und auch für den Fußball begeistern. Diese Menschen würden wir gerne ansprechen. Nicht jeder, der Teil des Vereins werden möchte, muss auch selbst auf dem Platz stehen.

Probetraining bisher nicht möglich

Die Zusammenstellung des Kaders läuft auf Hochtouren. Der Kader der Herrenmannschaft nimmt bereits Formen an, für die Frauenmannschaft werden noch dringend Spielerinnen gesucht. Auch hier spielte die Corona-Pandemie dem Verein nicht in die Karten. Ein Probetraining war bisher nicht möglich und alle hoffen nun, dass mit den beschlossenen Lockerungen auch wieder Fußball auf dem Rasen stattfinden kann, um sich richtig kennenzulernen.

Abwerbungen von anderen Vereinen soll es aber nach Wunsch der Verantwortlichen nicht geben. „Wir wollen keine Spieler:innen abwerben, sondern reaktivieren oder ganz neu für den Fußball begeistern.“ Auch für die schnelle Mark braucht sich bei FUMS UNITED niemand bewerben. „Niemand verdient hier Geld, das ist ein Herzensprojekt und alles ehrenamtlich“, stellt Hörmann klar.

Die Frauenmannschaft wird in der Landesliga starten und das Herrenteam in der Kreisklasse.

Es gibt für jeden im Verein eine Aufgabe“

Neben der Herren- und Frauenmannschaft wird der Verein auch eine inklusive Mannschaft stellen. Hörmann arbeitet bei der Lebenshilfe Bremen hat bereits eine Kooperation angeschoben.

„Inklusion bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammenspielen. Wichtig ist für uns, dass auch die inklusive Mannschaft im Verein voll integriert ist. Unser Plan ist, dass die inklusive Mannschaft die gleichen Trainingszeiten wie unsere Herrenmannschaft hat. Sie sollen sich begegnen. Das ist der Gedanke im Verein. Sie sollen Teil der Gesellschaft sein ohne Nachteile, aber auch ohne Vorteile. Es gibt für jeden im Verein eine Aufgabe. Und wenn es nur der Knopfdruck für die Tormusik ist.“

Eine Liga ist beim Bremer Fußballverband in der Gründungsphase und dort sollen sich die teilnehmenden Vereine in einer Turnierserie messen. Vieles ist dabei auf Fairplay ausgerichtet.

– Foto: Harneit

Heimat am Panzenberg

Um eine sportliche Heimat zu finden, hat der Verein mit mehreren Vereinen gesprochen, um auszuloten wie deren Vorstellungen einer Kooperation aussehen. Zum Bremer SV gab es bereits persönliche Kontakte, die weiter intensiviert wurden. Im Austausch stellten beide Vereine fest, dass es gut klappen könnte. „Der BSV ist sportlich ambitioniert, setzt auf gesellschaftliche Themen und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Das passt gut zu FUMS. Der Panzenberg hat ein tolles Flair, liegt zentral und ist somit für viele Menschen gut zu erreichen. Das Gesamtpaket ist super und wir sind sehr dankbar, dass es so zustande gekommen ist.“

– Foto: Dennis Schmidt

*Daniel Hörmann ist einer der Gründer:innen von FUMS UNITED. Er arbeitet bei der Lebenshilfe Bremen und als freier Sportjournalist für verschiedene Plattformen. Außerdem kommentiert er für Sehbehinderte die Spiele von Werder Bremen aus dem Weserstadion.

www.fumsunited.de

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Aufrufe: 024.5.2021, 15:50 Uhr
FuPa BremenAutor

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