
Am Sonntag empfängt die SG Blaues Wunder Hannover im heimischen Sportpark den TSV Stelingen – und selten war ein Heimspiel für das Team von Trainer Leon Erler so bedeutsam wie dieses. Nach dem desaströsen 0:8 bei Spitzenreiter Ramlingen/Ehlershausen ist die Mannschaft auf dem vorletzten Tabellenplatz angekommen. Doch statt in Selbstmitleid zu verfallen, will das Team den Reset-Knopf drücken.
„Schlechter kann es ja nicht mehr werden“, sagt Erler offen. Der Trainer war am vergangenen Wochenende nicht vor Ort, hat die Ereignisse aber aus der Mannschaft detailliert geschildert bekommen – und die Konsequenzen gezogen: Eine intensive Mannschaftssitzung am Dienstagabend diente dazu, die bisherige Saison aufzuarbeiten, Verantwortlichkeiten zu klären und einen neuen Fokus zu setzen.
Erler, der eine im Schnitt nur etwa 20 Jahre alte Mannschaft betreut, sieht das Hauptproblem derzeit nicht in der individuellen Qualität: „Es liegt nicht an den Spielern. Aber zuletzt fehlte einfach das Gemeinsame. Wir standen nicht als Einheit auf dem Platz.“ In der Spielanalyse betonte er, wie schwierig es für junge Spieler sei, nach mehreren knappen Niederlagen immer wieder aufzustehen. Vier Mal verlor die SG mit 1:2 – häufig war mehr möglich, doch es blieb bei nur einem Punkt aus sechs Spielen.
Das Gespräch am Dienstag habe dennoch Wirkung gezeigt, so Erler: „Es war sehr positiv. Ich hatte das Gefühl, dass viele verstanden haben, worauf es jetzt ankommt. Wir haben eine Aufbruchsstimmung gespürt.“
Mit dem TSV Stelingen trifft Blaues Wunder nun auf einen Gegner, der in der oberen Tabellenhälfte steht, bislang aber ebenfalls nicht durch Konstanz glänzte. Zuletzt gab es ein 1:1 gegen den TuS Garbsen, davor ein knapper 2:1-Erfolg gegen den FC Lehrte. Mit zwei Siegen, drei Remis und nur einer Niederlage ist der TSV schwer auszurechnen – für Erler aber kein Grund zur Ehrfurcht: „Wir wissen, dass wir in dieser Liga jede Mannschaft schlagen können.“
In der Vorsaison gelangen der SG immer wieder Überraschungssiege gegen Top-Teams – das soll auch jetzt wieder gelingen. Entscheidend sei, so der Coach, dass „alle elf Spieler den gleichen Gedanken verfolgen“ und die Verantwortung nicht nur auf wenige Schultern verteilt werde.
Erfreulich aus Sicht der Gastgeber: Der Kader lichtet sich, die Trainingswoche verlief laut Erler vielversprechend. Zwar fehlen auch diesmal wieder einzelne Akteure, doch insgesamt stehen ausreichend Optionen zur Verfügung, um eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz zu bringen.
Das Ziel ist klar formuliert: Der erste Saisonsieg soll her. Und trotz aller Rückschläge ist die Überzeugung bei Trainer und Mannschaft weiterhin vorhanden. „Wir haben nichts zu verlieren“, sagt Erler. „Aber sehr viel zu gewinnen.“
Anpfiff ist am Sonntag um 15 Uhr.