VSG Altglienicke und Viktoria 1889 Berlin bestritten im vergangenen Jahr das Pokalfinale. Wie wird der Wettbewerb in diesem Jahr beendet?
VSG Altglienicke und Viktoria 1889 Berlin bestritten im vergangenen Jahr das Pokalfinale. Wie wird der Wettbewerb in diesem Jahr beendet? – Foto: Mehmet Dedeoglu Dedepress

AOK-Landespokal: würfeln, losen, spielen?

Der Berliner Fußball-Verband wird zusammen mit den Vereinen erörtern, welche Möglichkeiten für den Pokal-Wettbewerb vorliegen

Losentscheid, Festlegung durch den Verband, Entschädigung für die Vereine: der Berliner Fußball-Verband wird in Zusammenarbeit mit den noch im Pokal vertretenden Mannschaften einen Kompromiss für die Beendigung des Wettbewerbs finden müssen. FuPa Berlin fragte im Vorfeld bei den Vereinen nach, um ihre Meinung zu einem möglichen Prozess zu hören:

Sascha Wernitz, Spandauer FC Veritas, Bezirksliga Berlin:
"Ich finde, es sollten für jeden die gleichen Rechte gelten und gespielt werden. Warum auch nicht? Auch wenn die Chancen für die unterklassigen Mannschaften gering sind, haben sie trotzdem eine Chance verdient. So sehe ich das. Und für meine Spieler ist das auch ein Reiz gegen Hertha 03 zu spielen. Wenn nicht, sollen sie würfeln oder losen. Jeder verdient es in die nächste Runde einzuziehen. Was wollen die uns geben? Geld? Damit wir gegen Hertha 03 nicht spielen und die einfach so weiter kommen - das brauchen wir nicht."

Reinhold Leopold, Trainer Wacker Lankwitz, Landesliga Berlin:
"Wir haben zwei Berlin Liga Mannschaften zu Null zuhause besiegt und vor drei Jahren sind wir nur knapp an einem Regionalligisten gescheitert, also auch die Jungs aus Lankwitz wissen, wo das Tor steht und können mit den Ball umgehen. Warum immer nur Regionalligisten? Auch kleine Vereine, die nicht überregional spielen, können was reißen. Klares ja für weiterspielen."

Karsten Freitag, Vorsitzender Weißenseer FC, Landesliga Berlin:
"Wir als Landesligisten werden nicht mehr rechtzeitig ins Training kommen, um Pokalspiele oder auch ein Endturnier zu spielen. Die Regionalligisten sollen ein Turnier spielen, alle anderen werden entschädigt."

Dragan Kostic, Trainer Sparta Lichtenberg, Berlin-Liga:
"Wir befinden uns seit sieben Monaten im Lockdown und die Fallzahlen steigen trotzdem. Die Maske soll keine Garantie sein für eine Nichtansteckung. Die Impfung soll auch keine Garantie sein, deshalb sehe ich keine große Möglichkeit, dass wir spielen werden. Auf der anderen Seite besteht beim Sport eine sehr niedrige Ansteckungsgefahr, siehe Bundesliga. Dort gibt es seit langem sehr geringe Fälle, obwohl dort ca.30 Menschen täglich zweimal trainieren und zusammen kommen! Fazit : Wenn gespielt werden sollte und es während dieser zeit ( mindestens drei Wochen Vorbereitungszeit) keine Fälle gibt, könnte dass eine Chance für alle Vereine sein. Da man es als Argument vorlegen könnte, dass der Amateursport unter strengen Hygieneauflagen ohne großes Risiko stattfinden darf. Ich persönlich würde mich über eine Austragung des Pokals sehr freuen."

Stefan Dreyer, sportlicher Leiter Eintracht Mahlsdorf, Berlin-Liga:
"Prinzipiell vertreten wir die Meinung, sollen die Regionalligisten das doch unter sich ausspielen. Uns wird durch Corona derzeit gar keine Möglichkeit gegeben zu trainieren und ohne Vorbereitung, wie willst du da gegen einen Regionalligisten bestehen? Losentscheid finde ich persönlich "affig", wenn da auf gut Glück irgendeine unterklassige Mannschaft im DFB-Pokal vertreten ist. Dann sollen sie uns finanziell entschädigen und gut ist die Sache."

Burak Isikdaglioglu, sportlicher Leiter Jugend Berliner AK, Regionalliga Nordost:
"Wenn wir spielen können, dann zwischen den Regionalligisten. Final-Freilos für einen, die restlichen vier spielen den zweiten Finalplatz aus. Ein Solidarbetrag für alle noch teilnehmenden Teams, falls der Kreis auf die Regionalligisten begrenzt wird. Wenn gar nicht gespielt werden kann, dann zwischen den Regionalligisten auslosen."

1540 Aufrufe12.4.2021, 06:28 Uhr
Brian Schmidt und Marcel PetersAutor

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