2026-03-13T07:45:35.464Z

Allgemeines

SG Beverstedt/Wellen zieht 1. Herren zurück

„Viele sind weiterhin gewillt, Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen – das stimmt uns trotz der Situation sehr positiv“

von FuPa Lüneburg · Heute, 18:15 Uhr · 0 Leser
Trotz der Abmeldung der 1. Herren schauen die Verantwortlichen der SG Beverstedt positiv in die Zukunft
Trotz der Abmeldung der 1. Herren schauen die Verantwortlichen der SG Beverstedt positiv in die Zukunft – Foto: Harneit

Nach dem FC Land Wursten II und der SG Landwürden II ist die SG Beverstedt/Wellen bereits das dritte Team innerhalb weniger Tage, das seine Mannschaft vorzeitig vom Spielbetrieb abmeldet. Für die 1. Kreisklasse hat dies weitreichende Folgen. Die Absteiger stehen somit fest. FuPa sprach mit den Verantwortlichen über die Gründe und Pläne für die nähere Zukunft.

Es hatte sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet, nun ist es traurige Gewissheit: Die SG Beverstedt/Wellen zieht ihre erste Herrenmannschaft mit sofortiger Wirkung aus der 1. Kreisklasse zurück. Nachdem das Team bereits zu den Partien gegen den FC Lune, bei der SG Stinstedt II und am heutigen Sonntag gegen den Tabellenführer SV Spieka nicht mehr antreten konnte, folgte nun der endgültige Schlussstrich unter diese Saison.

Damit ist die SG nach dem SV Bornberg bereits der zweite Verein dieser Saison, der sein Team aus der 1. Kreisklasse abmeldet.

Die sportlichen Folgen: Aufatmen im Tabellenkeller
Der Rückzug hat unmittelbare Auswirkungen auf das Klassement. Da mit Bornberg und Beverstedt/Wellen nun zwei Absteiger feststehen, wird es in dieser Spielzeit keine weiteren sportlichen Absteiger aus der 1. Kreisklasse geben. Für die gefährdeten Teams im Tabellenkeller bedeutet dies den vorzeitigen Klassenerhalt.

Gemäß der Spielordnung werden zudem alle bisherigen Spiele der SG Beverstedt/Wellen annulliert. Mannschaften, die gegen die SG gepunktet haben, müssen einen Punktabzug hinnehmen, was die Tabelle noch einmal durchschütteln könnte.

Vom Fußballfest in die Personalnot
Besonders bitter wirkt das Aus vor dem Hintergrund der jüngeren Vereinsgeschichte. Noch im Vorjahr feierte die SG Beverstedt ihr 125-jähriges Jubiläum mit einem glanzvollen Fußballfest auf dem „Platz an der Brake“ und im Umfeld des Vereins wurde bereits einiges bewegt. Vor 1.500 Zuschauern kickten Werder-Legenden wie Torsten Frings und Ivan Klasnic im September gegen die Beverstedter Auswahl. Sportlich landete man in der Vorsaison noch auf einem starken vierten Platz.

Doch der Glanz ist in dieser Saison verflogen: Ein quantitativ zu dünner Kader machte die Fortführung des Spielbetriebs nun unmöglich.


Nachgefragt: Das Interview mit André Fricke
FuPa sprach mit André Fricke, dem 1. Vorsitzenden der SG Beverstedt, über die Gründe für das Aus und die Pläne für die Zukunft.

FuPa: Welche Gründe gibt es für die Nichtantritte?

André Fricke: „Ein dünner Kader prägt unsere Mannschaft leider schon seit vielen Jahren. In der vergangenen Rückrunde sind wir nur knapp am Aufstieg in die Kreisliga gescheitert, was gezeigt hat, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. In dieser Saison steckt allerdings etwas der Wurm drin: Viele verletzungsbedingte Ausfälle, teilweise über mehrere Monate hinweg, haben uns stark zurückgeworfen. Zusätzlich haben wir einige Spieler, welche durch ihren Schichtdienst teilweise sowohl unter der Woche als auch am Spieltag fehlen. Am Ende war dieser Schritt daher alternativlos, so schwer er uns auch gefallen ist. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, was einen Verein ausmacht: Gerade in Krisenzeiten erkennt man den wahren Zusammenhalt. Viele sind weiterhin gewillt, Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen – das stimmt uns trotz der Situation sehr positiv.“

FuPa: Wie geht es in der nächsten Saison weiter?

André Fricke: „Es wirkt auf den ersten Blick vielleicht paradox, aber bei uns tut sich aktuell sehr viel. Wir haben in den letzten Jahren enorm viel Zeit und Energie in die Entwicklung unserer Infrastruktur investiert und schaffen damit die Basis, um mittel- bis langfristig wieder neue Wege gehen zu können. Wir sind insgesamt optimistisch, weil ein klarer Plan für die Zukunft steht. Und das ist auch unser Ziel – mit einer positiven Grundstimmung, Spaß und vor allem Zusammenhalt wollen wir optimistisch nach vorne blicken und uns sportlich weiterentwickeln.“

FuPa: Auch wieder zwei Herrenteams?

André Fricke: „Das ist aktuell noch offen und hängt maßgeblich von der Kaderentwicklung in den nächsten Monaten ab. Grundsätzlich ist es unser Anspruch, mittelfristig bis langfristig wieder zwei Mannschaften zu stellen. Dafür müssen jedoch die strukturellen und personellen Voraussetzungen passen – daran arbeiten wir intensiv und mit viel Zuversicht.“

FuPa: Macht euer Trainer weiter?

André Fricke: „Unser bisheriger Trainer Mark Wandtke wird leider nicht mehr zur Verfügung stehen. Wir sind ihm gegenüber sehr dankbar, denn er hat sowohl menschlich als auch fachlich hervorragende Arbeit geleistet und wurde von der Mannschaft sehr geschätzt. Seine Entscheidung ist absolut nachvollziehbar, auch wenn wir sie natürlich sehr bedauern. Ein großes Lob gilt auch unserem Co-Trainer Christoph Scholl, der sich hervorragend eingebracht hat und sowie menschlich als auch sportlich einen wichtigen Beitrag geleistet hat. Insgesamt sind wir überzeugt, dass wir gemeinsam mit allen Beteiligten wieder sportliche Leidenschaft auf den Platz bringen und eine positive Entwicklung einleiten werden.“

Für die neue Saison planen wir aktuell mit einem Trainerteam. Die genaue Zusammensetzung steht noch nicht final fest, aber wir sind sehr zuversichtlich, hier eine gute Lösung zu finden. Wir stellen derzeit ein neues Trainer-Team um Justin Rademacher zusammen, das neue Impulse setzen und die positive Entwicklung weiter vorantreiben soll.

– Foto: Harneit