Zufrieden mit der bisherigen und gespannt auf die weitere Entwicklung seiner Mannschaft: Martin Blankenhorn, seit 2019 und auch in der Saison 2021/22 Trainer des Bezirksligisten SG Altheim.
Zufrieden mit der bisherigen und gespannt auf die weitere Entwicklung seiner Mannschaft: Martin Blankenhorn, seit 2019 und auch in der Saison 2021/22 Trainer des Bezirksligisten SG Altheim. – Foto: Foto: Archiv/Scherwinski

Die Räder greifen ineinander

Seit zwei Jahren ist Martin Blankenhorn Trainer beim Donau-Bezirksligisten. In dieser Zeit hat sich auch das Gesicht der Mannschaft zum Teil verändert. Blankenhorn und die Vereinsführung sind zufrieden mit der Entwicklung des Teams und werden auch in der kommenden Saison zusammenarbeiten.

Altheim / sz - Noch keine gesamte Saison als Trainer des Fußball-Bezirksligisten SG Altheim hat Martin Blankenhorn hinter sich. Zweimal sorgte die Pandemie für einen Abbruch des Spielbetriebs, einmal kurz nach Beginn der Rückrunde, einmal noch in der Vorrunde. Die Altheimer standen zum jeweiligen Zeitpunkt unterschiedlich da: im März 2020 auf einem Abstiegsplatz, in der darauffolgenden Saison 2020/21 im Oktober im oberen Tabellendrittel. Die Entwicklung habe erste Früchte getragen, sagen Trainer Martin Blankenhorn und Abteilungsleiter und Spieler Fabian Schrade. Verein und Trainer kamen auch überein, die Entwicklung fortzuführen, Blankenhorn trainiert die SGA auch in der Saison 2021/22.

Martin Blankenhorn war 2019 ein schweres Erbe angetreten. Trainer Joachim Oliveira, der die SG Altheim 2017 zur Meisterschaft in der Kreisliga A1 (vor dem heutigen Landesligisten TSV Riedlingen) geführt und mit der Mannschaft in den folgenden beiden Jahren jeweils auf den siebten Tabellenplatz in der Bezirksliga belegt hatte, hörte im Sommer 2019 in Altheim auf. Außerdem verlor die SGA 2019 einige Leistungsträger – wie die Brüder Joel und Sandro Oliveira sowie Kai Engelhardt. Blankenhorn, der Erfahrungen bei verschiedenen Vereinen in unterschiedlichen Bezirken gesammelt hatte, hatte zudem eigene Vorstellungen und veränderte das Altheimer Spiel.

Umdenken war erforderlich

Ein Umdenken sei erforderlich gewesen, sagt der Trainer. Dies habe Zeit gebraucht, "bis es gegriffen hat". "Erst im zweiten Jahr hat es richtig funktioniert." Er habe die Gundformation geändert, zu dem von ihm bevorzugten 3:5:2, auch zog der Trainer Spieler auf andere Positionen, weil bisherige Stammkräfte nicht mehr zur Verfügung standen. Im Sommer 2020 verlor die SGA wichtige Spieler wie den langjährigen Kapitän Peter Leicht, der aus gesundheitlichen Gründen aufhörte, oder Marijan Simurina, der sich dem KSC Ehingen anschloss. Die Innenverteidigung musste neu bestückt werden – Blankenhorn löste das Problem teamintern, indem er Außenverteidiger Fabian Schrade ins Zentrum rückte. "Ich musste die Abwehr umbauen", so der Trainer. "Und bei Fabian hatte ich das Gefühl, dass er mehr drauf hatte. Er ist der neue Leitwolf."

Auch offensiv änderte sich einiges – mit Hilfe von Zugängen zur Saison 2020/21, die sich als Glücksgriff erwiesen. Angreifer Florian Madl kam vom A-Kreisligisten SG Griesingen und erzielte in seiner ersten Saison in Altheim in elf Spielen acht Treffer. "Er hilft uns weiter", sagt Teamkollegen Schrade. "Er ist unser Torgarant auf dem Platz", so Blankenhorn über Madl. Doch selbstverständlich sei das nicht gewesen. "Er hat schon an sich arbeiten müssen, die Bezirksliga ist schon eine andere Herausforderung."

Gute Ergänzung

Madl profitierte auch von Nicolas Wiedmann, der ebenfalls erst im Sommer 2020 zur SGA gekommen war und mit Madl das Sturmduo bildet. "Mit ihm hatte auch keiner gerechnet", so der Trainer. "Er hat zwar nicht so viele Tore geschossen, aber harmoniert gut mit Florian Madl. Beide ergänzen sich gut." Fabian Schrade verweist noch auf einen dritten wichtigen Spieler in Altheims Offensive: Dominik Späth. "Vorher war er meist vorn drin, jetzt spielt er hinter den Spitzen und hat einen Riesenschritt gemacht." Und in der kurzen Bezirksliga-Runde 2020/21 fünf Treffer erzielt, zweitbester Wert bei der SG Altheim.

"Es ist eine Entwicklung erkennbar", sagt Abwehrchef und Abteilungsleiter Schrade. "Unsere Art, Fußball zu spielen hat sich verändert und im zweiten Jahr Früchte getragen." Genauso sieht es der Trainer. "Die Zahnräder greifen immer besser", sagt Blankenhorn, der damit nicht nur das Spiel bei Ballbesitz seiner Mannschaft meint, sondern auch das Verhalten bei Ballbesitz des Gegners – auch abzulesen ist der Fortschritt gegenüber seiner ersten Trainer-Saison in der Zahl an Gegentoren, die Altheim hinnehmen musste. 2019/20 waren es in 16 Spielen 37 Treffer (Schnitt: 2,3 pro Spiel), im Folgejahr in elf Begegnungen nur 16 (1,4 pro Spiel).

Tüftler Blankenhorn

An die bisher erreichten Erfolge wollen die Altheimer in der Saison 2021/22 anknüpfen. Sie wollen ähnlich gut abschneiden wie 2020/21, auf Platz sechs stand die SGA nach absolvierten 13 Spieltagen, "In diese Tabellenregion wollen wir wieder kommen", sagt Martin Blankenhorn. Der Trainer warnt aber davor, dass eine erneut gute Saison nicht selbstverständlich sein wird. Schließlich wüssten die Gegner um die neuen Stärken der Mannschaft, kämen mit Altheims Dreier-Abwehrkette besser zurecht und würden sich auch versuchen, die Kreise von Torjäger Madl noch mehr einzuengen. "Ich bin gespannt", sagt der Trainer, der aber die Entwicklung seines Teams weiter vorantreiben wird. Um nicht ausrechenbar zu werden. "Da werden wir etwas tüfteln."

Personell ist die Ausgangslage für eine erneut gute Runde gut, die Mannschaft bleibt zusammen. "Alle haben zugesagt, das freut mich und spricht für den Zusammenhalt im Team", so Abteilungsleiter Schrade. Abgänge wird es nicht geben, lediglich Abwehrspieler Nico Winkler, der schon länger ausfällt, werde verletzungsbedingt nicht zurückkehren, so Schrade. Möglicherweise kommt aber der eine oder andere noch hinzu, man sei "mit wenigen potenziellen Neuzugängen" im Gespräch, sagt der Abteilungsleiter. "Für die Sechser-Position und offensiv suchen wir noch."

Erinnerung an Pokalpartie gegen Ehingen

Kein großes Thema war die Vertragsverlängerung von Trainer Blankenhorn. "Da gab es gar keine großen Diskussionen. Es passt zwischen Verein, Spielern und Trainer", sagt Fabian Schrade. Auch Blankenhorn verweist auf die "gut funktionierende Zusammenarbeit" und den "Weg, den wir eingeschlagen haben". Der in seinem zweiten Jahr in Altheim auf Platz sechs im Bezirksoberhaus und ins Achtelfinale des Bezirkspokals, in dem sich man dem Favoriten TSG Ehingen erst im Elfmeterschießen geschlagen geben musste, nachdem man kurz vor Ende in der regulären Spielzeit den 2:2-Ausgleich hatte hinnehmen müssen.

Diese Partie und den knapp verpassten Einzug ins Viertelfinale hat Blankenhorn nicht vergessen. Zu gern hätten sich die Altheimer bei der TSG revanchiert, Ende Oktober wären sie in der Bezirksliga-Runde aufeinandergetroffen. Aber dazu kam es nicht mehr, wenige Tage zuvor wurde der Spielbetrieb wegen der Pandemie ausgesetzt und dann auch nicht mehr aufgenommen. So freut sich Martin Blankenhorn auf künftige Begegnungen mit den Ehingern, die auch 2021/22 als große Meisterschaftsfavoriten in die Saison gehen werden. "Wir wollen sie wieder ärgern."

Aufrufe: 03.6.2021, 21:14 Uhr
Schwäbische ZeitungAutor

Verlinkte Inhalte