Mit einem 1:0-Heimsieg verweist der FC Huttingen, hier mit Philipp Rosskopf (rechts), den FC Wittlingen II mit Dominik Gillner auf die Plätze. | Foto: Gerd Gründl
Mit einem 1:0-Heimsieg verweist der FC Huttingen, hier mit Philipp Rosskopf (rechts), den FC Wittlingen II mit Dominik Gillner auf die Plätze. | Foto: Gerd Gründl

"Kein Leckerbissen": FC Huttingen gewinnt Abstiegsduell

Der FC Huttingen hat wichtige Punkte gegen den FC Wittlingen II eingefahren. Neu an der Spitze: die SF Schliengen. Verfolger TuS Binzen bleibt in Schlagweite und legt Berufung gegen Pokal-Urteil ein.

In der Fußball-Kreisliga A West ist die SG FC Wehr-Brennet II wie angekündigt zum dritten Mal nicht zu einer Partie angetreten, wurde vom Spielbetrieb ausgeschlossen und steht somit als erster Absteiger fest. Alle Spiele mit ihrer Beteiligung fallen aus der Wertung. Die Auswirkungen sind überschaubar, da die SG nur zweimal remis spielte und ansonsten alle Spiele verlor.

Die augenfälligste Veränderung war, dass die SF Schliengen, die noch nicht gegen die SG gespielt hatten, in der Tabelle weiter nach vorne rückten – und dadurch am Wochenende die Tabellenführung übernehmen konnten. Schliengen profitierte dabei vom 2:2 zwischen dem bisherigen Spitzenreiter Rheinfelden II und dem TuS Kleines Wiesental, erledigte gegen den SV Schopfheim aber vor allem die eigenen Aufgaben (3:1).

Das bestätigte auch Trainer Alexander Schöpflin: "Wir hatten alles im Griff. Das Gegentor war ein Sonntagsschuss – das war aber auch das Einzige, was Schopfheim zu bieten hatte. Wir haben mit dem 3:1 sofort geantwortet und haben nur vermissen lassen, dass wir nicht noch das 4:1 oder 5:1 erzielt haben." Aus einer homogenen Mannschaft ragten der Co-Trainer und zweifache Torschütze David Held sowie Jens Lehmann auf der linken Außenbahn heraus. Die Tabellenführung betrachtet Schöpflin als eine Momentaufnahme: "Es wäre schöner, wenn wir am Ende der Saison dort stünden, aber das ist noch ein langer Weg."

TuS Binzen erkämpft sich Auswärtssieg in Todtnau

Der TuS Binzen blieb dank des 2:1-Erfolgs in Todtnau in Schlagweite zu den Spitzenplätzen. Der TuS-Vorsitzende Volker Scherer sah "das erwartet schwere Spiel, der kleine Platz dort liegt uns nicht so sehr". Torjäger Guido Perrone traf zur Gästeführung, aber nach einem Eckball kam es zu einem Gestocher im Strafraum, das zu einem "Elfmeter wie aus heiterem Himmel" (Scherer) und zum 1:1 führte. "In der zweiten Halbzeit haben wir uns schwergetan", so Scherer, "aber nach dem Kopfballtor von David Bosek haben wir es souverän über die Zeit gebracht."

Der TuS hat ferner Berufung gegen das Urteil zum Bezirkspokal-Viertelfinale in Hauingen eingelegt. Die Begegnung stand beim Abbruch 2:1 für Binzen, wurde aber 3:0 für Hauingen gewertet, da alkoholisierte Zuschauer aus dem Gästeblock nach einem Foul gegen Hauinger Spieler tätlich wurden. Scherer stellte klar, dass es keine Entschuldigung für ein derartiges Verhalten gebe. "Aber zum einen war die Situation nach kurzer Zeit bereinigt – der Schiedsrichter wollte nach unserer Wahrnehmung das Spiel auch fortsetzen, als Hauingen geschlossen das Feld verlassen hat. Zum anderen hat sich unsere Mannschaft vorbildlich und deeskalierend verhalten." Da die Mannschaft nicht dafür bestraft gehörte, habe sich der Vorstand zur Berufung entschlossen.

Wittlingens Reservecoach Salvatore Di Mattia: "Im Abstiegskampf wird es eng bleiben bis zuletzt."

Durch den Ausschluss von Wehr-Brennet II war der FC Huttingen in der Tabelle vorgerückt und konnte nun die Landesliga-Reserve des FC Wittlingen mit 1:0 in Schach halten. "Nicht das Gelbe vom Ei", beurteilte Salvatore Di Mattia vom Gästetrainerteam die Begegnung, und auch FCH-Coach Uwe Berger hatte "keinen Leckerbissen" gesehen. In der 42. Minute verwertete Domenik Dürrschnabel per Kopf einen Freistoß von Fabian Kuttler zum 1:0. In der Schlussphase sah der Torschütze die Gelb-Rote Karte.

Fotos: FC Huttingen schlägt den FC Wittlingen II mit 1:0

Berger lobte die geschlossene Mannschaftsleistung, stellte aber Torwart Florian Läufer heraus, der Stammtorhüter Frederic Gäßler stark vertreten habe. Auf den Lorbeeren ausruhen, ginge freilich nicht: "Im Abstiegskampf wird es eng bleiben bis zuletzt", vermutet Berger. Salvo Di Mattia fand, dass seine ersatzgeschwächte Mannschaft – Spieler der dritten Mannschaft füllten die Lücken, und noch in der ersten Halbzeit musste Michael Stammler ausgewechselt werden – Gas gegeben und die richtige Einstellung gezeigt habe. Pech hatten die Wittlinger, als Sebastian Brüstl die Latte traf (40.). Wegen dieser Fingerzeige, so Di Mattia, erwarte er auch wieder bessere Zeiten.

Aufrufe: 02.11.2021, 18:59 Uhr
Jürg Schmidt (BZ)Autor