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Spielbericht

Sevelen gegen Issum: Machtverhältnisse im Altbierdorf geklärt

Das erste Duell zwischen dem SV Sevelen und dem SV Issum in der Kreisliga A seit 16 Jahren beginnt mit einem Paukenschlag – und mündet in einer Machtdemonstration. Die Hausherren zeigen dem Ortsnachbarn beim 5:1 die Grenzen auf.

von RP / Heinz Spütz · 13.09.2024, 18:00 Uhr · 0 Leser
Der SV Sevelen hat nach frühem Schock noch klar gewonnen.
Der SV Sevelen hat nach frühem Schock noch klar gewonnen. – Foto: Rapha Günther

Die Vormachtstellung im Fußball ist in der Gemeinde Issum vorerst geregelt – am Mittwochabend entschied der SV Sevelen auf eigener Platzanlage das Prestige-Duell der Kreisliga A unter Flutlicht gegen den Erzrivalen SV Issum deutlich und selbst in dieser Höhe verdient mit 5:1 (2:1)-Toren für sich.

16 Jahre war es her, dass beide Mannschaften in einem Meisterschaftsspiel zuletzt aufeinandertrafen. Die Gäste aus Issum hatten angekündigt, in einem Fahrradkorso zum Koetherdyck anreisen zu wollen. Punkt 19.40 Uhr entstand beim Einlass am Kassenhäuschen ein Stau – die Issumer waren mit ihren Drahteseln angekommen. Auf Grund der unbeständigen und vor allem kühlen Wetterlage, mehr als 13 Grad zeigte das Thermometer nicht an, waren es rund 50 statt der erhofften 100 SVI-Fans, die auf die Platzanlage einzogen und Gastgeschenke mitbrachten. Allen voran war es Diebels-Betriebsrat Thomas Engelsiepen, der die übrig gebliebene Marschverpflegung bei der Wirtin zum weiteren Verkauf ablud.

Als beide Mannschaften einliefen, war den Mienen der Protagonisten zu entnehmen, dass die Adrenalin-Speicher bis zum Anschlag gefüllt waren. Rund 500 Zuschauer brachten die Vereinskasse zum Klingeln und zauberten dem Schatzmeister ein Schmunzeln ins Gesicht.

Issum führt gleich nach dem Beginn

Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Anstoß Sevelen, Ballverlust Sevelen. Ein langer Ball auf Issums Tormaschine Nils Kabasch und der SV Issum lag nach zehn Sekunden in Führung. Aber die Gastgeber schüttelten sich kurz – und übernahmen schnell die Spielkontrolle. Einen Weitschuss aus gut 30 Metern von Dustin Lingen (14.) konnte der zu weit aufgerückte SVI-Keeper Lutz Kleinmanns im Rückwärtsgang mit den Fingerspitzen zum Eckstoß abwehren. Vier Minuten später war er machtlos: Ecke Sevelen durch Max Ruhnau. Die Gäste-Abwehr bekam den Ball nicht sauber geklärt. Der 19-jährige Lukas Garic ließ sich die Chance zum Ausgleich nicht nehmen.

Die Hausherren setzten sich nun endgültig in der Spielhälfte des Gegners fest. Die Anzahl der kleinen, aber auch nickeligen Foulspiele in einer von beiden Seiten verbissen geführten Partie nahm deutlich zu. Schiedsrichter Maik Heinen, der bis zur Landesliga pfeift und mit seinen beiden Assistenten die Begegnung ganz hervorragend leitete, hatte genug gesehen und machte in der Folgezeit reichlichen Gebrauch von der Gelben Karte.

Abwehrriegel dann doch geknackt

Den Sevelenern fehlte im Verlauf des ersten Durchgangs aber die geniale Idee, den Abwehrriegel der Gäste zu knacken. Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel hatte Sevelens Lebensversicherung, Philipp Langer, dann aber aus 17 Metern die freie Schusschance. Überlegt setzte er den Ball ins Issumer Gehäuse. Mit einer knappen 2:1-Führung wurden die Seiten gewechselt.

Im zweiten Durchgang ein ähnliches Bild. Der SV Sevelen dominierte weiter die Partie. Zehn Minuten waren gespielt, als Langer einen Kopfball gegen die Latte setzte. Garic war zur Stelle und staubte per Kopfball zum vorentscheidenden 3:1 ab. Der SV Issum agierte nach der Pause ganz einfach zu harmlos und ungefährlich. Nach 70 Minuten und dem zweiten Treffer von Langer war die Partie entschieden. Bei den Issumern war die Luft raus. Den Schlussakkord setzte Andreas Terhoeven zum 5:1-Endstand (81.).

„Nach dem frühen Gegentor haben wir schnell zu unserem Spiel gefunden“, sagte SVS-Trainer Fabian Maas. „Ich meine, dass unser Sieg hochverdient war.“ SVI-Trainer Frank Wanner sah das letztendlich ähnlich. „Der dritte Treffer hat uns endgültig den Stecker gezogen. In der Kreisliga A wird ein anderes Tempo gegangen, daran müssen wir uns noch gewöhnen.“