
Die SG Union 1919 Klosterfelde hat am 20. Spieltag der NOFV-Oberliga Nord für ein sportliches Beben gesorgt. Vor 415 Zuschauern bezwang die Mannschaft von Trainer Lucio Geral den Tabellenführer SV Tasmania Berlin mit 2:0. In einer an Dramatik kaum zu überbietenden Partie, die von zwei Platzverweisen gegen die Gäste überschattet wurde, avancierten Leon Walter und Gentuar Durmishi zu den Helden des Tages. Durch diesen Erfolg klettert der Aufsteiger auf den dritten Tabellenplatz und untermauert seine beeindruckende Formkurve im neuen Kalenderjahr.
Effizienz gegen die spielerische Übermacht
Die erste Halbzeit gehörte über weite Strecken den Gästen. Die Mannschaft demonstrierte ihre individuelle Klasse und drängte die Hausherren tief in die eigene Hälfte. „Es waren zwei verschiedene Halbzeiten. In der ersten war Tasmania dem Tor mehrfach näher als wir und wir treffen nach einem Konter zum 1:0“, resümierte Lucio Geral. In der 34. Minute war es Leon Walter, der einen blitzsauberen Gegenzug zur umjubelten Führung vollendete. Die Defensive hielt dem enormen Druck der Berliner bis zum Pausenpfiff stand.
Turbulenzen und Überzahl nach dem Seitenwechsel
Mit Beginn des zweiten Durchgangs veränderte sich die Statik des Spiels grundlegend. In der 50. Minute sah der Berliner Florian Baak die Rote Karte, was die SG Union 1919 Klosterfelde in eine psychologisch vorteilhafte Position brachte. „In der zweiten Halbzeit kippt das Spiel in unsere Richtung und gerade nach der ersten Roten Karte müssen wir deutlich früher den Sack zumachen, vergeben da reihenweise kläglich“, analysierte Lucio Geral kritisch. Trotz zahlreicher Chancen blieb die Vorentscheidung lange aus. Als Tasmania durch die Gelb-Rote Karte für Lirim Mema in der 77. Minute nur noch zu neunt auf dem Platz stand, schien der Sieg greifbar, doch das Zittern hielt an.
Die Erlösung in der Nachspielzeit
Während die Berliner Trainer versuchten, mit Einwechslungen von Tim Häußler, Jean Paul Ajala-Alexis und Michel Ulrich trotz doppelter Unterzahl noch einmal alles nach vorne zu werfen, boten sich Klosterfelde Räume zum Kontern. Es dauerte jedoch bis zur fünften Minute der Nachspielzeit, ehe die endgültige Entscheidung fiel. Gentuar Durmishi traf zum 2:0-Endstand und versetzte den Anhang in grenzenlosen Jubel. Für Lucio Geral war dieser Moment mehr als nur ein sportlicher Treffer: „Das 2:0 in der Nachspielzeit war dann eine Erlösung fürs ganze Dorf.“
Blick auf die kommenden Aufgaben im Barnim
Der Sieg gegen den SV Tasmania Berlin, der trotz der Niederlage Tabellenführer bleibt, katapultiert die Unioner mit 32 Punkten auf Rang drei. Auch wenn Verfolger wie SV Lichtenberg 47 oder TuS Makkabi Berlin lauern, herrscht in Klosterfelde pure Freude. Nach der anstrengenden Partie gönnt der Trainer seinen Spielern eine Verschnaufpause: „Jetzt haben die Jungs drei Tage frei, dann gilt der volle Fokus dem nächsten Highlight zuhause gegen Sparta.“ Am Sonntag, 15.03.2026, um 13 Uhr empfängt die Union dann den SV Sparta Lichtenberg zum nächsten richtungsweisenden Duell.