
Ein nicht anerkanntes Tor für Lok, ein umstrittener Elfmeter für Zehlendorf – und am Ende ein verdienter Auswärtssieg. Die Berliner zeigen eine disziplinierte Leistung und überraschen den Tabellenführer – und das als abgeschlagener Letzter
Sensation im Bruno-Plache-Stadion
Der Tabellenführer empfängt das Schlusslicht – auf dem Papier eine klare Angelegenheit. Doch Hertha 03 Zehlendorf hält über 90 Minuten dagegen, verteidigt kompakt und nutzt seine Chancen konsequent. Lok Leipzig findet hingegen kaum zu seinem Spiel. Die Ausgangslage ist eindeutig, der Spielverlauf jedoch nicht. Lok beginnt kontrolliert, ohne früh Druck zu entwickeln. Zehlendorf steht stabil und lässt wenig zu.
Umstrittene Szene vor vermeintlicher Führung
Nach gut 20 Minuten scheint der Favorit erstmals durchzubrechen. David Grözinger bringt den Ball in den Strafraum, Jonas Arcalean schiebt ein – doch der Treffer zählt nicht. Die Abseitsentscheidung wirkt fragwürdig. Die Partie bleibt offen. Zehlendorf kommt zunehmend besser ins Spiel. Über Shinji Yamada und Nicolas Hebisch ergeben sich erste Möglichkeiten, doch zunächst fehlt die letzte Konsequenz.

Zehlendorf geht nach der Pause in Führung
Auch nach dem Seitenwechsel bleibt Lok bemüht, aber ohne Durchschlagskraft. Zehlendorf agiert zielstrebiger – und bekommt die entscheidende Szene. Ben Schulz geht im Strafraum zu Boden, der Schiedsrichter entscheidet auf Strafstoß. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Noah Jones übernimmt die Verantwortung und trifft zur Führung. Andreas Naumann ist zwar in der richtigen Ecke, kann den platzierten Schuss zum 0:1 (63.) jedoch nicht parieren.
Starke Schlussphase der Gäste
Lok Leipzig wirkt danach verunsichert, Struktur und Tempo fehlen. Zehlendorf bleibt konsequent und erhöht in der 70. Minute: Nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum wird ein Abschluss abgefälscht und landet zum 0:2 im Tor – als Eigentor gewertet und für Naumann nicht zu halten. Die Gäste bleiben auch danach gefährlich: Yamada verpasst zunächst die Vorentscheidung, kurz darauf trifft der eingewechselte Niklas Doll nur den Pfosten. Lok kommt hingegen kaum noch zu klaren Abschlüssen.

Wichtiger Sieg im Kellerkampf – kommt die Wende?
Am Ende steht ein 2:0 für Zehlendorf – in dieser Konstellation überraschend, im Spielverlauf jedoch folgerichtig. Die Berliner sind dem dritten Treffer näher als der Tabellenführer dem Anschluss. 03-Präsident Kamy Niroumand sagt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wichtig sind die drei Punkte. Es ist nicht sicher, ob am Ende zwei oder drei Teams absteigen.“
Pokal-Halbfinale gegen Altglienicke – Jena kommt am Mittwoch
Am Samstag steigt das Halbfinale im Landespokal bei der VSG Altglienicke (14 Uhr, Köpenicker Landstraße 186-218 auf Rasen). Am Mittwoch (19 Uhr , Ernst Reuter Stadion) empfängt Zehlendorf in der Liga den Vierten Carl Zeiss Jena. Für das Gäste-Team von Volkan Uluc zählt im Aufstiegskampf jeder Punkt – Ausrutscher dürfen sie sich nicht mehr leisten. Für Zehlendorf hat hingegen jedes Spiel Endspielcharakter. Ein kleiner Vorteil im Kellerkampf: Die Berliner haben Partien weniger absolviert als die Konkurrenz. Gegenüber Eilenburg vier, Chemie zwei. Trainer Tilman Käpnick steht dennoch vor einer großen Aufgabe – mit dem Erreichen des Pokalfinales könnte zusätzlicher Rückenwind entstehen.
Infos, Daten, Tabelle, Spiele, Transfers und News von Hertha 03