
FuPa Württemberg präsentiert den "MVP" – den wertvollsten Spieler – der vergangenen Woche. Nicht nur Tore sind hier entscheidend, auch unsere Community trägt dazu ihren Teil bei: Stimmen für die Akteure, die in den einzelnen Spielberichten abgegeben werden können, fließen in die Bewertung ein ⭐.
Mit 36 Jahren erlebt Muhammet Kodal vom FV Oberstenfeld in der Kreisliga B2 Enz-Murr ein ganz besonderes Fußballwochenende: Beim 6:0 gegen den TuS Freiberg traf er gleich sechsmal – und spricht über Emotionen, Verantwortung und den Wandel im Verein.
Als der Schlusspfiff ertönte, konnte Muhammet Kodal kaum glauben, was passiert war. Sechs Tore in einem Spiel – ein persönlicher Rekord. „Die sechs Tore sind auch für mich das erste Mal“, sagt der 36-Jährige. „Vier Tore hatte ich bereits schon, aber sechs ist auch das erste Mal. War ein schönes Gefühl.“ Der FV Oberstenfeld feierte den historischen 6:0-Erfolg ausgelassen: „Es gab reichlich Essen und Trinken von unserem Verein aus.“
Für Kodal war das Spiel gegen den TuS Freiberg ein Déjà-vu – zumindest ein halbes. „Ich hatte in Marbach schon mal so einen ähnlichen Fall, allerdings nur mit vier Toren“, erinnert er sich. Solche Tage bleiben auch bei einem erfahrenen Spieler unvergessen: „War und ist natürlich ein schönes Erlebnis.“
Der FV Oberstenfeld steht in der Tabelle der Kreisliga B2 Enz-Murr derzeit auf dem vierten Platz – nur drei Punkte hinter dem Spitzenreiter. Von Aufstiegsdruck will Kodal aber nichts wissen. „Wir haben im Verein für einen Umschwung gesorgt“, erklärt er. „Wir haben viele neue Spieler, vor allem junge. Wir wollen kein Ziel erstmal setzen und jeglichen Druck aufbauen. Unser Ziel ist es, langfristig eine gute, stabile Mannschaft aufzubauen.“
Zu Beginn der Saison kehrte Muhammet Kodal von TKSZ Ludwigsburg nach Oberstenfeld zurück – diesmal in einer Doppelrolle. „Ich bin als Trainer und Co-Trainer zum ersten Mal in meiner Karriere aktiv“, sagt er. Gemeinsam mit einem langjährigen Mitspieler, der inzwischen Trainerkollege und Freund ist, leitet er die Mannschaft. „Wir haben diesen Weg entschieden, um etwas Neues auszuprobieren.“ Gleichzeitig weiß Kodal, dass seine aktive Laufbahn sich dem Ende nähert: „Ich werde, denke ich, nicht mehr lange Fußball spielen, da so langsam das Alter eben spürbar ist.“
„Highlight-Spiele sind immer die Derbys“, sagt Kodal. Die Emotionen, das Umfeld, die Nähe – all das macht für ihn den Reiz aus, auch nach vielen Jahren noch alles zu geben. „Ich habe viele Stationen im Fußball gehabt und habe von vielen ehemaligen Trainern und Mitspielern viel mitgenommen“, betont er. Besonders wichtig ist ihm der Austausch mit Weggefährten: „Mit vielen Fußball-Kollegen habe ich Kontakt, und das ist sehr hilfreich.“
Mit seiner Erfahrung, seiner Bodenständigkeit und seinem Torinstinkt ist Muhammet Kodal längst mehr als nur ein Spieler. Er ist Führungspersönlichkeit, Mentor und Identifikationsfigur. Sechs Tore in einem Spiel mögen eine Ausnahme sein – doch was bleibt, ist die Leidenschaft, die ihn antreibt. „War ein schönes Gefühl“, sagt er – und man spürt: Diese Freude ist es, die den Amateurfußball groß macht.
