
Waldalgesheim. Die Trainer David Holste und Elvir Melunovic waren sich einig. Das, was Alemannia Waldalgesheim und die SG Hüffelsheim am Samstagnachmittag im Verbandsliga-Duell vor 341 Zuschauern in der Langinvest-Arena an der Waldstraße boten, war Werbung für den Amateur-Fußball. „Glückwunsch an alle, die gekommen sind, um hier ein tolles, intensives Fußballspiel zu sehen“, so SG-Coach Holste nach der Partie. Am Ende hieß es schiedlich-friedlich 3:3 unentschieden. Die Gäste vom Palmenstein konnten mit dem Punkt den Tick besser leben, denn sie kamen dreimal nach Rückständen zurück.
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Gäste kommen dreimal nach Rückstand zurück
Tom Baier stand zum ersten Mal in der Startelf der SG, bei der Alemannia saß Ben Grünewald zum ersten Mal seit Saisonbeginn beim Anpfiff auf der Bank, Konstantin Ludwig begann für den 19-Jährigen. Die Gäste kamen sich bei ihren Angriffen vor allem über die Außen, bei der Alemannia dominierte wie immer das Zentrum, wurden Offensivaktionen vor allem über den schnellen „JP“ Houngbedji geführt, machte Mahdi Mehnatgir die Bälle immer wieder fest und war an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt.
Houngbedji eröffnete schon nach gut sieben Minuten den Torreigen, als er 20 Meter vor dem Kasten frei war und das Spielgerät ins linke untere Eck platzierte. Auch wenn die SG danach mehr Ballbesitz hatte, der Ausgleich fiel glücklich. Die Alemannia bekam nach einer Ecke den Ball nicht weg, Christian Hahn kam im Fünfer fast an der Auslinie noch ans Leder und schoss aus nahezu unmöglichem Winkel ins kurze Eck (31.). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff des umsichtigen Schiedsrichters Felix Bank (Birkenfeld), der in einer weitgehend fairen Begegnung mit einer Gelben Karte auskam, stand es 2:1. Nach einem langen Ball auf Houngbedji nutzte Mehnatgir einen Ausrutscher in der SG-Abwehr und erzielte per Einzelleistung sein Saisontor Nummer 17.
Die Begegnung blieb nach Wiederbeginn offen. „Leo“ wurde dabei zum Freund der SG. Von einem Missverständnis zwischen Alemannia-Keeper Andrerj Juric und Innenverteidiger Daniel Braun profitierte wiederum Hahn, ließ sich beim 2:2 nicht lange bitten (51.).
Verbandsliga-Derby bleibt immer offen
Unmittelbar nach dem Anstoß ging SG-Torwart Mark Becker zu ungestüm gegen Mehnatgir zu Werke, und der Gefoulte nutzte die Chance per fälligem Elfmeter mit dem 3:2 (54.) zu seinem Doppelpack. Als alles auf einen knappen Sieg der Grün-Weißen hinzudeuten schien, traf einer, der zuletzt lange verletzt war: Philip Klein, als Joker für Hahn gekommen, netzte in seinem erst zweiten Verbandsligaspiel überhaupt eine Flanke von Routinier Johannes Balzer unwiderstehlich gegen den Innenpfosten ein. Jurics Flugeinlage beim Versuch, das Leder noch vor der Linie zu erwischen, kam zu spät (84.).
„Den Kopfball hab ich gut getroffen, obwohl das eigentlich nicht meine Stärke ist“, freute sich der Oberheimbacher, der nach der Saison nach Karbach wechselt, und war froh, „dass ich endlich wieder fit bin.“ Darüber, dass das Ergebnis verdient war, gab es kaum Zweifel. „Jeder hatte seine Phasen“, so Klein, während Konstantin Ludwig die Partie in Gänze analysierte. „Die erste Halbzeit war ansehnlicher als die zweite“, so der 29-Jährige, der keinen Hehl daraus machte, „dass es extrem weh tut, wenn du dreimal in Führung gehst und jedes Mal wieder den Ausgleich fängst.“ Auch müssten drei Tore zuhause eigentlich für einen Dreier reichen. „Am Ende hatte heute aber keine Mannschaft den Sieg richtig verdient. Auch wenn’s mich ärgert“, so Ludwig.
Nik Rosenbaum, aktuell verletzter Mittefeldakteur der SG und früher im SVA-Trikot, stimmte der allgemeinen Ansicht zu: „Es ging viel hin und her, am Ende hat auch das Wetter eine Rolle gespielt.“ Philipp Gänz ärgerte sich. „Wenn du solche Gegentore fängst, ist das extrem bitter“, wusste der Schienenspieler der Alemannia.
„Aufgrund des Verlaufs bin ich mit dem Ergebnis unzufrieden.“ Einen Vorwurf an die Mannschaft wollte Melunovic aber nicht machen. Taktisch habe seine Mannschaft alles gut umgesetzt, „und überhaupt hat mich das Team in 26 Spielen nicht ein einziges Mal enttäuscht. Man muss akzeptieren wenn der Gegner besser ist.“ Gegenüber Holste hatte sein Team den „Tick aktiver“ gesehen. Und dann war sein Dank einem Akteur gewiss: „Hahni ist halt Hahni!“
SVA Waldalgesheim: Juric – Gänz, Goncalves, Braun, Lauterbach, Shamshon (78. Gelenbevi) – Ludwig (62. Grünewald), Iten, Gräff – Houngbedji, Mehnatgir
SG Hüffelsheim: Becker – Baier (64. Lind), Ludwig, Hermann, Balzer – Krafft, Müller (73. Frisch), Najda – Reidenbach (89. Mörbel), Scherer, Hahn (77. Klein)