
BW-Trainer Jürgen Walther warnte seine Mannschaft davor, den Tabellenplatz als Masstab anzulegen. Alle Ergebnisse waren knappe Ausgänge und deshalb ist die Ergebniskrise nicht die Ursache einer schwachen spielerischen Leistung.
BERICHT von Adi Volbert // SV BW '90 Neustadt/Orla
Hier wurde es dann etwas lauter. Mit Wiederbeginn, dem verletzungsbedingten Wechsel von Ramizi Talabidi und der Hereinnahme von Felix Künzel kam neuer Schwung in die Neustädter Offensive. Robin Lee Engler chipt den Ball über die Nordhäuser Abwehr, in den Josia Walther einläuft und den Ausgleich markiert (1:1, 48.). Der schnelle Ausgleich beflügelt die Blau-Weißen. Der eingewechselte Bernhard Grimm schickt Josia Walther der nur mit einem Foul im Strafraum aufgehalten wird. Den fälligen Strafstoß verwandelt Robin Lee Engler sicher zur Neustädter Führung (1:2, 57.). Auch nach dem Rückstand steckten die kriselnden Nordhäuser nicht auf und erarbeiten sich Möglichkeiten. Knopp hat erneut den Ausgleich auf dem Fuß, aber Maximilian Paul entschärft mit einer sensationellen Reaktion den Versuch (59.). Dann verfehlt erneut Ludwig das Neustädter Tor und zieht am langen Pfosten vorbei (61.). Dann war es doch soweit. Ludwig steht an der Ausführung des Freistoßes, sein Ball kommt rein, Maximilian Paul kommt noch mit den Fingerspitzen ran, aber Manokaran drückt am langen Pfosten den Ball über die Linie, Ausgleich der Hausherren (2:2, 64.). Für die Orlastädter lief in dieser Zeit nicht viel zusammen. Immer wieder rannten sich die Neustädter Angreifer in der Nordhäuser Abwehr fest. Zwingende Tormöglichkeiten blieben dabei aber Mangelware. Und so kam, was kommen musste. Eine zu kurzer Abwehrversuch nimmt erneut Ludwig auf und dann geht es schnell auf Knopp, dessen Schuss ins äußere untere Eck lässt die Hausherren jubeln (3:2, 75.). Ob die Orlastädter noch einmal zurück kommen würden, war dann doch auf Grund des Spielverlaufes eher fraglich. Bis auf eine Viertelstunde nach Wiederbeginn lief nicht viel zusammen bei den Orlastädtern. Spielfluss war über die Spielzeit wenig zu erleben. Immerwieder unterbrach der ein wenig überforderte Schiedsrichter die Partie. 12 gelbe Karten inclusive der zweiten Karte für Biai in der 81. Minute gaben Zeugnis davon (7 bei Nordhausen und 6 bei Neustadt). Die letzten 9 Minuten plus Nachspielzeit agierten die Orlastädter also in Überzahl und versuchten die Niederlage abzuwenden. Nordhausen wehrte sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und auch jetzt blieb die Neustädter Offensive einiges schuldig. Und dann doch noch der „Lucky Punch“, bzw. der Spatz in der Hand. Jonas Wahl setzt sich auf der rechten Seite durch und seine Eingabe kann Elia Walther in der Nachspielzeit zum Ausgleich einnetzen (3:3, 90+3.).
Fazit: So endet der Sonntagsausflug zwar mit einem Punktgewinn, der allerdings auf wackligen Füßen daher kommt. Am nächsten Spieltag kommt der Spitzenreiter an die Orla und da muss sich der mannschaftliche Auftritt von einer ganz anderen Seite zeigen, wenn man einen Punktgewinn erzielen will.
Lars Stolberg (Trainer Nordhausen): „Es war ein sehr intensives Spiel gewesen, wie im Rückspiel der letzten Saison. Beide Mannschaften haben offensiv einiges gezeigt. Aus unserer Perspektive, wenn du mit einem Mann weniger spielst, bekommst einen 11-Meter gegen dich und führst 3:2 bis zur 90. Minute, kämpfst und dann musst du das Spiel auch gewinnen. Dann hätten wir den Sieg auch verdient gehabt. Das tut weh, aber der Blick geht nach vorn und es geht immer weiter.“
Jürgen Walther (Trainer Neustadt/Orla): „Mir ist unerklärlich, wenn man nach einer wilden, intensiven 1. Halbzeit, wo man in Halbzeit da sitzt und sich anguckt und nach Wiederanpfiff sich dann aus dem eigenen Schlamassel herauszieht, wo wir so anfangen wieder Fußball zu spielen und nach einer Viertelstunde hörst du wieder auf damit. Wir haben uns zurück gezogen, haben nur die 1:1 Duelle gesucht und das war zu einseitig. Wir haben nicht mehr miteinander Fußball gespielt. Und da müssen wir wieder hin zurück kommen.“
