2025-12-03T05:51:34.672Z

Ligabericht
Viel Kampf und Krampf: Ein Leckerbissen war das Duell zwischen Grainau und Krün nicht. Hier faustet SVK-Torwart Constantin Lutz den Ball weg.
Viel Kampf und Krampf: Ein Leckerbissen war das Duell zwischen Grainau und Krün nicht. Hier faustet SVK-Torwart Constantin Lutz den Ball weg. – Foto: Peter VOLK

„Schwere Geburt“ am Eibsee – Otto ragt bei Obergammerau heraus – GAP II feiert Herbstmeisterschaft

A-Klasse 6 kompakt

Im Spitzenspiel der Kreisklasse gleicht der FC Kochelsee-Schlehdorf kurz vor der Winterpause gegen Bad Kohlgrub zum 2:2 aus.

Die Grainauer finden in die Spur. Der 1:0-Sieg gegen Krün war bereits der dritte in Folge. Nun schließen sie vor der Winterpause zum oberen Tabellendrittel auf. Auch wenn der Triumph am Samstag mehr Krampf und Kampf war, wie Trainer Christoph Saller einräumt: „Das war eine schwere Geburt. Aber am Ende zählen die drei Punkte, auch wenn sie etwas unorthodox zustande kamen.“

Denn die Gäste waren dezimiert angereist, brachten gerade einmal zwölf Feldspieler mit. Unter anderem fehlte Spielertrainer Matthias Schmidt, den Stephan Benz vertrat. Vier Fußballer kamen so zu ihrem ersten Saisoneinsatz. Ob dieser Umstände blieb dem SVK nichts anderes übrig, als das Feld größtenteils den Grainauern zu überlassen. Nur: Dem Gegner fehlten diesmal die Mittel, den Freiraum für sich zu nutzen. Saller sah sogar „Angsthasenfußball“, so wenig brachte seine Elf zustande. Freilich entstand auch das Tor des Tages durch eine Zufallsproduktion: Am Ende einer Vierfachchance drückte Tassilo Süßl den Ball über die Linie. „Die Partie hatte auch nichts anderes verdient.“

In der Schlussphase hätten die Grainauer beinahe den Dreier noch aus den Händen gegeben. Denn die Krüner blieben mit ihren langen Bällen brandgefährlich. Ein Schuss streifte nur Zentimeter am Tor vorbei. Für Benz geht das Ergebnis „in Ordnung. Wir hatten einfach zu viele Ausfälle. Für mehr als zwei, drei Chancen hat es diesmal nicht gereicht.“

Das Spiel der vergebenen Chancen war das Duell zwischen Megas und Oberammergau. Klingt bei einem 3:6-Ergebnis zunächst absurd. Doch so oft, wie die Spieler alleine auf den jeweiligen Torwart zugelaufen sind, hätte die Begegnung auch 6:10 ausgehen können. Das ist der einzige Kritikpunkt von Hüseyin Pekhamarat gewesen: „Wahnsinn, wie oft wir vor dem Tor den Ball nicht reingebracht haben“, analysiert der TSV-Trainer. „Das hätte leicht zweistellig ausgehen können.“ Früh hatte sein Top-Torjäger für klare Verhältnisse gesorgt. Marvin Otto war mit vier Treffern erneut der Mann des Spiels.

„Er kann einfach aus keiner Chance zuschlagen.“ Drei super herausgespielte Treffer sah Pekhamarat. „Das war schön anzuschauen.“ Die 3:0-Führung nach 47 Minuten komfortabel. Doch dann schlich sich der Schlendrian ein, auch weil die Multikulti-Truppe erbittert weiterkämpfte. Zweifel am Sieger gab es dennoch keine, da Megas erneut arg dezimiert antrat. „Wir sind froh, wenn bald Winterpause ist“, betont Megas-Coach Ioannis Hristoforidis. Ob der vielen Ausfälle musste er erneut seine Elf umbauen, was sich vor allem auf die Abwehr auswirkte. „Da passt die Abstimmung aktuell nicht. Zu viele Wechsel, zu viele billige Tore, und am Ende fehlte uns die Kraft.“

Zwei Halbzeiten, zwei Welten: Im Spitzenspiel zwischen dem FC Bad Kohlgrub und Kreisklassen-Absteiger FC Kochelsee-Schlehdorf sah es lange Zeit durch zwei Treffer von Routinier Josef Niklas nach einem ungefährdeten Erfolg der Gastgeber aus. „Die waren klar besser, meine Mannschaft fand gar nicht ins Spiel“, räumt FCKS-Coach Andreas Matthäus ein. Doch dann kam Durchgang zwei, in der Schlehdorfs Max Ryzinski erst auf 1:2 verkürzte und 20 Minuten später mit Gelb-Rot vom Platz flog. „Ich weiß auch nicht warum“, rätselt sein Trainer. Dem Vernehmen nach wegen Meckerns. Nun schien die Sache gegessen, wäre da nicht Vladimir Nedeljkovic gewesen. In den Schlussminuten schoss er zunächst aus kurzer Distanz Kohlgrubs Torwart Nicolas Franz an. Von ihm prallte der Ball halbhoch zurück, und Nedeljkovic brauchte bloß noch einzunicken. 2:2 – der viel umjubelte Ausgleich von Seiten des Schlehdorfer Anhangs. „Echt bitter“, findet ein sichtlich verschnupfter Kohlgruber Coach Sebastian Moser. Jetzt ist mit Beginn der Winterpause jegliche Euphorie verflogen. Mehr noch: „Das war der Todesstoß!“ Ganz anders hört sich das bei Matthäus an. „Jetzt ist noch alles drin.“

Der 3:1-Erfolg über die abstiegsbedrohte Zweitvertretung von Bezirksligist SV Bad Heilbrunn beschert der Landesliga-Reserve des 1. FC Garmisch-Partenkirchen die Herbstmeisterschaft. Trotz Unterzahl im zweiten Abschnitt kontrollierte die Heimelf Spiel und Gegner. Selvedin Mesanovic legte nach Hereingabe von Quirin Wellenstein in Torjägermanier vor. Den zweiten Treffer bereitete Mesanovic vor, indem er einen Flugball von Michel Naber auf Darko Stamenov abtropfen ließ. Kurz vor der Pause handelte sich der treffsicherste Kicker dieser A-Klasse die Hinausstellung ein. Es war eine Kombination aus Mitteilungsbedürfnis und überhartem Einsteigen. „Vertretbar, aber der Selfi ist halt immer mit 100 Prozent dabei“, resümiert Trainer Evangelios Chatzis die Szene. Früh kamen die Gäste nach Wiederbeginn durch einen Standard zum Anschluss. Aber nur Augenblicke später stellte Pius Gschwendtner nach Flanke von Vincent Finkert per Kopf den Endstand her.

Eschenlohes Trainer Florian Mayr war nach der Begegnung restlos bedient. „Das fühlt sich extrem schlecht an“, lautet sein Kommentar nach der 0:1-Heimpleite gegen die Habacher Kreisliga-Reserve, die völlig aus dem Nichts kam. Diese Niederlage hat deshalb so einen faden Beigeschmack, weil die Gäste exakt einmal vor das SVE-Gehäuse auftauchten – in eben genau jener 87. Minute, als Habachs Thomas Andre mit einem wuchtigen Kopfball den Eschenlohern den Todesstoß versetzte. Bernhard Gulbis, der sich mangels Alternativen noch einmal trotz dreier auskurierter Kreuzbandrisse zwischen die Pfosten gestellt hatte, war chancenlos. Die Platzherren dagegen hatten großes Pech, als ein gut getimter Freistoß nur an den Innenpfosten klatschte.

Eine weitere Spielabsage in der A-Klasse. Diesmal erwischt es die Mittenwalder, die jedoch nichts für das freie Wochenende können. Liebend gerne wären sie sich vor dem abschließenden Duell gegen Megas weiter im Rhythmus geblieben, doch die Reserve des 1. FC Penzberg bekam kurzfristig keine Mannschaft zusammen. Gerne hätte der FCM die Begegnung verlegt, doch „das ging nicht so einfach“, betont Teamsprecher Josef Gerstmeir. „An zwei Ersatzterminen wäre unser Torwart nicht da gewesen.“ So wandern die Punkte gleich an den Tabellensiebten.

Aufrufe: 010.11.2025, 11:16 Uhr
Joshua Eibl/OR/CSCAutor