2026-01-15T09:41:53.693Z

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Feuer unterm Schnüdel-Dach: Frustrierte Schweinfurter Anhänger schmissen im Heimspiel gegen Havelse kurz vor Ende Pyrofackeln aufs Spielfeld.
Feuer unterm Schnüdel-Dach: Frustrierte Schweinfurter Anhänger schmissen im Heimspiel gegen Havelse kurz vor Ende Pyrofackeln aufs Spielfeld. – Foto: Imago Images

Schweinfurt: Historisch schlecht - Gibt`s Konsequenzen?

16 Niederlagen nach 18 Spielen: Die Schnüdel erleben eine Horrorsaison

Es passte zu einem tristen Dezemberabend: Kurz vor Schluss entlud sich der Frust bei den in dieser Saison so leidgeprüften Fans des 1. FC Schweinfurt 05. "Absteiger, Absteiger", schallte es der Mannschaft aus dem Block entgegen. Aufs Spielfeld geschleuderte Pyrofackeln sorgten zu allem Überfluß noch für eine kurze Spielunterbrechung. Änderte aber nichts daran, dass die Schnüdel auch gegen den ähnlich schwachen Mitaufsteiger aus Havelse zuhause leer ausgingen. "Wenn nicht daheim gegen die, gegen wen denn eigentlich dann?", fragten sich nicht wenige Zuschauer enttäuscht. Die Geduld beim Anhang ist aufgebraucht. 16 Niederlagen aus 18 Spielen, nur sechs Punkte auf dem Konto - seit Einführung der 3. Liga hatte zu diesem Zeitpunkt noch nie ein Team weniger auf der Habenseite.

Auffällig: Die 05er machen immer wieder die gleichen Fehler. Ein Beispiel: Da macht Jakob Tranziska das 1:0 für die Schweinfurter, aber anstatt durch die Führung Sicherheit ins eigene Spiel reinzukriegen, bringen sich die Schnüdel grotesk stümperhaft wieder um den eigenen Lohn. Denn nur 18 (!) Sekunden nach dem Führungstreffer überrumpelt Havelse die Hausherren vom Anpfiff weg, Robin Müller ließ die Defensive des FC ganz alt aussehen und schloss zum 1:1 ab. So kannst du schlicht nicht verteidigen, nicht im Amateurbereich, und schon gar nicht auf Profiniveau.

Und vorne? Hat wieder der Elfmeter-Fluch zugeschlagen. Jakob Tranziska hätte zehn Minuten vor dem Ende vom Punkt ausgleichen können, scheiterte aber an Havelses Schlussmann Tom Opitz. Von fünf Strafstößen in dieser Saison haben die Schnüdel damit vier verschossen. Eine unterirdische Quote...
Freilich mussten die Schweinfurter am Sonntag auf wichtige Akteure wie den gelbgesperrten Johannes Geis oder Kapitän Thomas Meißner verzichten, aber Ausfälle müssen andere Teams auch kompensieren.

Die Ratlosigkeit stand allen Akteuren nach Schlusspfiff wieder ins Gesicht geschrieben. Joshua Endres sagte am Mirkrofon von Magenta Sport: "Ich kann`s mir nicht erklären. Wir sind da, wir spielen Fußball, wir haben Chancen. Aber wir sind einfach so instabil, das bringt`s gut auf den Punkt."

Abstimmungsprobleme offenbarten die Schweinfurter wieder einmal in der Defensive.
Abstimmungsprobleme offenbarten die Schweinfurter wieder einmal in der Defensive. – Foto: Julien Christ / sportfotografie.de

Durch die schwache Ausbeute und die immer wiederkehrenden Muster an Fehlern gerät auch der junge Chefcoach Victor Kleinhenz zunehmend in die Kritik. Der 34-Jährige versteckt sich allerdings nicht und stellte sich am Sonntagabend weit nach Schlusspfiff einigen Fans, die erhöhten Redebedarf hatten. Alle im Umfeld der Schnüdel, Spieler, Fans, Verantwortliche würden derzeit leiden, so Kleinhenz. Konsequenzen gibt es bislang aber keine.

Kleinhenz wird auch beim letzten Spiel 2025 in Aue am kommenden Samstag auf der Bank sitzen. Klubboss Markus Wolf hatte ihm schon vor Wochen eine Jobgarantie ausgesprochen. Ob die Situation dann in der Winterpause neu bewertet wird, oder ob die Schweinfurter ihrem Weg treu bleiben und mit Kleinhenz notfalls auch wieder in die Regionalliga gehen würden, das werden dann die kommenden Wochen rund um den Jahreswechsel zeigen.

Aufrufe: 016.12.2025, 10:15 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor