Mit einem Derbysieg gegen den FC Wernberg bräuchten sich Kapitän Christoph Gietl (Blau) und sein SV Schwarzhofen wohl keine Sorgen mehr um den Klassenerhalt machen.
Mit einem Derbysieg gegen den FC Wernberg bräuchten sich Kapitän Christoph Gietl (Blau) und sein SV Schwarzhofen wohl keine Sorgen mehr um den Klassenerhalt machen. – Foto: Günter Uschold

Schwarzhofen empfängt FC Wernberg zum Derby

Beide Kontrahenten wollen drei Punkte einfahren, um möglichst wenig mit dem Abstieg zu tun zu bekommen. Die Hausherren haben die etwas bessere Ausgangsposition

Der TSV Detag Wernberg empfängt seinerseits den FC Untertraubenbach zum Kellerduell. Für den Verlierer wird es äußerst schwer.

Als Spieler, Funktionär oder Anhänger des TSV Detag Wernberg braucht es derzeit eine Menge an Leidensfähigkeit, mit 13 Zählern besteht akute Abstiegsgefahr. Dass durch die sportliche Talfahrt das Selbstvertrauen der Spieler nicht unbedingt gestärkt wird, liegt auf der Hand. „Wahrscheinlich ist das auch die Hauptursache für eine extrem hohe Fehlerquote in unseren Spielen, wodurch wir es dem Gegner Woche für Woche zu einfach machen, Tore zu erzielen“, hadert Trainer Josef Holler. Dazu kommt das aus „Detag“-Sicht unverständliche Sportgerichtsurteil, dass nach dem abgebrochenen Spiel gegen die SG Chambtal die Punkte nicht dem TSV zugesprochen werden; vielmehr soll die Partie neu angesetzt werden. Dagegen legte der TSV nun Berufung ein – schließlich geht es um jeden Punkt. Für die Spieler gilt nun aber die vollste Konzentration auf das Kellerduell mit dem FC Untertraubenbach.

Sportliche Leitung und Trainer fordern die Mannschaft vor dieser Begegnung dazu auf, die 1:6-Pleite in Hahnbach abzuhaken und eine Trotzreaktion zu zeigen. „Es gilt jetzt noch einmal, alle Kräfte zu bündeln, um mit einer einigermaßen akzeptablen Ausgangsposition in die Winterpause zu gehen. Speziell im Spiel gegen Untertraubenbach hilft uns nur ein Dreier – ohne Wenn und Aber“, hat Josef Holler eine klare Erwartung. Klar ist natürlich auch, dass der Aufsteiger alles daran setzen wird, die drei Punkte aus dem Detag-Stadtion zu entführen. Nicht nur deshalb ist im Aufeinandertreffen schwächster Angriff (TSV) gegen schwächste Abwehr (FCU) ein enges und umkämpftes Match zu erwarten, wobei zumindest der Verlierer sehr schlechte Karten im weiteren Kampf um den Klassenerhalt haben dürfte. Ein Lichtblick bei den Lila-Weißen ist die Rückkehr der zuletzt schmerzlich vermissten Gradl-Zwillinge.

Dem SV Schwarzhofen gelang in der Vorwoche ein extrem wichtiger Sieg beim Schlusslicht in Untertraubenbach. Zehn Minuten vor dem Ende gelang dem Aufsteiger der zwischenzeitliche Ausgleich, doch Christoph Gietl sorgte nur zwei Minuten später für den Dreier: „Das war ein Sieg des Willens. Wir haben uns durch den Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen lassen und weiter an uns geglaubt. Letztlich zählt das Ergebnis“, war Interims-Coach Christoph Danner erleichtert. Mit diesem Sieg konnte sich der SVS ein kleines Polster auf die Gefahrenzone erarbeiten. Ein weiterer Erfolg im Derby gegen den FC Wernberg wäre ein großer Schritt, um beruhigt in die Winterpause gehen zu können. Der FC Wernberg braucht die Punkte seinerseits aber fast noch dringender, auch wenn dort der Knoten nach dem etwas unerwarteten Heimsieg gegen die SV TuS/DJK Grafenwöhr geplatzt zu sein scheint.

Nicht nur bei Interimstrainer Christian Spindler (und natürlich dessen Mitstreiter Ralf Dobmeier) war die Erleichterung riesengroß: „Mich freut es für die Mannschaft, dass wir endlich belohnt wurden. Wir waren wieder gut im Spiel und hatten zugegebenermaßen auch das nötige Spielglück. Letztlich war die kämpferische Leistung ausschlaggebend, wir wollten den Sieg mehr.“ Zwar war der Favorit aus Grafenwöhr nicht so stark wie eigentlich erwartet, trotzdem weiß jeder um die Qualitäten des Vorjahreszweiten. Gerade deshalb war der Wernberger Dreier umso wichtiger. „Wichtig war, dass die Jungs sehen, dass wir die Qualität haben, jeden Gegner schlagen zu können– allerdings nur dann, wenn die Einstellung stimmt und sich jeder in den Dienst der Mannschaft stellt“, bringt es Spindler auf den Punkt.

Den Schwung aus den letzten beiden Partien gegen Vohenstrauß und Grafenwöhr wollen die „Grün-Weißen“ naturgemäß mit ins Derby nehmen, um mit einem weiteren Sieg nachlegen zu können. Beide Trainer gehen – nicht nur aufgrund des nasskalten Wetters – von einer kampfbetonten Auseinandersetzung aus, wo auch wieder der Wille entscheidend sein wird. Christoph Danner stellt seine Truppe dementsprechend ein: „Wernberg arbeitet bekanntermaßen aggressiv gegen den Ball und sie brauchen die Punkte unbedingt. Wir müssen als den Kampf annehmen und Lösungen finden.“ Natürlich sollen aus seiner Sicht die Punkte am Kaplanacker bleiben. Die Gäste werden sich allerdings nach Kräften wehren.

Aufrufe: 018.11.2022, 16:30 Uhr
Tobias ZiereisAutor