
Der 1. FC Schwalmstadt hat die passende Antwort auf zwei schwierige Wochen gegeben. Im vorgezogenen Spiel des achten Spieltags setzte sich die Mannschaft von Ante Markesic bei der SG Calden/Meimbressen durch. Nach einem Rückstand zur Pause steigerten sich die Gäste deutlich und drehten die Partie durch einen Doppelschlag von Davi Brugnera Fagundes und Carlo Breves.
Dabei gehörte der erste Durchgang zunächst den Gastgebern. Calden hatte mehr vom Spiel und ging nach einer halben Stunde in Führung: Marko Utsch verwandelte einen Handelfmeter zum 1:0. Schwalmstadt, das nach den beiden 1:4-Niederlagen gegen Bad Soden und Steinbach sowie dem kurzfristigen Abgang von Nestor Orellana gefordert war, tat sich zunächst schwer. Das bestätigte auch Amir Reza Mohammed Jaqoubi, der sein Debüt für den FCS gab. Seine Mannschaft sei zunächst nicht optimal in die Begegnung gekommen, habe aber trotz des Rückstands weiter an sich geglaubt. „Kopf hochgehalten, Brust raus, weiter geht’s“, beschrieb Jaqoubi die Reaktion der Schwalmstädter in den sozialen Medien des FCS.
Nach dem Seitenwechsel veränderte sich die Partie zunehmend. Schwalmstadt wurde gefährlicher und besaß nach einer Stunde bereits mehrere große Möglichkeiten. Besonders knapp war es in der 54. Minute, als Carlo Breves aus spitzem Winkel nur die Unterkante der Latte traf. Calden bekam immer weniger Zugriff, während die Gäste nun die Kontrolle übernahmen. Eine Viertelstunde vor Schluss belohnte sich der FCS: Nach einem Zuspiel von Jamie Louis Thormann setzte sich Davi Brugnera Fagundes durch und schloss kompromisslos zum 1:1 ab.
Nur vier Minuten später war die Partie endgültig gedreht. Breves ging an seinem Gegenspieler vorbei und setzte den Ball zum 2:1 ins lange Eck. Für den Mittelfeldspieler war es bereits der dritte Saisontreffer. Jaqoubi hob nach dem Spiel vor allem die geschlossene Reaktion seiner Mannschaft hervor. „Wir sind eine Mannschaft“, sagte der Debütant und lobte den Einsatz seiner Mitspieler. Trainer Markesic habe in der Pause noch einmal eingefordert, bis zum Ende alles zu investieren – genau das habe die Mannschaft anschließend umgesetzt.
Für die SG Calden/Meimbressen ist es dagegen der zweite ärgerliche Spielverlauf binnen weniger Tage. Bereits beim 3:3 gegen Wabern hatte die Mannschaft von Thomas Schindewolf einen komfortablen Vorsprung aus der Hand gegeben. Diesmal reichte eine 1:0-Pausenführung nicht zu einem Punktgewinn.
Schwalmstadt musste die letzten Minuten nach einer Gelb-Roten Karte gegen Lukas Ruppel noch in Unterzahl überstehen, brachte den knappen Vorsprung aber über die Zeit. Nach zuletzt zwei deutlichen Niederlagen und nur einem Sieg aus den ersten sechs Saisonspielen ist der Auswärtserfolg für den Aufsteiger ein wichtiges Lebenszeichen – und zugleich der Beweis, dass die Mannschaft auch ohne den abgewanderten Orellana offensiv Lösungen finden kann.