
Neben Güler und Ott will Köln Kloss verpflichten. Bei 1860 München zeichnen sich die Abgänge von Reich und Schubert ab. Dazu werden Neuzugänge erwartet.
München – Pokalfinalisteinmalbesieger. Als Trostpflaster für Platz 11 in der 3. Liga bleibt dem TSV 1860 der Blick in die Cup-Wettbewerbe. Bielefeld unterlag im Finale des großen Pokals dem Erstligisten VfB Stuttgart (2:4), Haching im Finale des kleinen Pokals dem Regionalligisten FV Illertissen (0:1). Gegen beide Ligarivalen hatte 1860 jeweils ein Punktspiel gewonnen: 1:0 bei der Arminia in der Hinrunde, 2:1 gegen die SpVgg in der Rückrunde. Eine Portion Schadenfreude dürfte im Fall Haching dazukommen, denn die Viertelfinalpleite gegen die Vorstädter (1:3) war einer der Tiefpunkte in einer an Tiefpunkten reichen Löwen-Saison.
Besonders das Beispiel Bielefeld könnte als Mutmacher dienen: Fünf Siege reichen, und man steht auf der großen Bühne in Berlin. Dass dort die Trauben hoch hängen, liegt in der Natur der Sache, aber das schöne Finalerlebnis (mit 100 000 mitgereisten Fans) kann der Arminia keiner mehr nehmen – und den Aufstieg in die 2. Liga auch nicht. Mittendrin eine Reihe von Ex-Löwen: Shootingstar Marius Wörl, Vizekapitän Christopher Lannert als Einwechselspieler und Merveille Biankadi als Bankdrücker.
Wer hätte gedacht, dass Wörl, Lannert & Co. so von ihrem Tapetenwechsel profitieren würden? Aus Sicht des abgebenden Vereins sind solche Geschichten immer schmerzhaft, und die ersten 1860-Fans schauen nun bereits mit einem bangen Blick nach Köln-Höhenberg. Bei Viktoria Köln blühte bereits der aussortierte Ex-Löwe Serhat-Semih Güler auf: 14 Tore und vier Assists bei 36 Einsätzen.
Gesellschaft bekommt der Stürmer in der neuen Saison von Offensivwirbelwind Raphael Ott (19), einem weiteren verkannten Junglöwen. Gut möglich, dass sich demnächst auch noch Tim Kloss (20) dazugesellt. Wie transfermarkt.de spekuliert, wechselt auch das Defensivtalent mit einer Wahrscheinlichkeit von 76 Prozent zum Tabellensechsten der zurückliegenden Spielzeit. Sportchef Christian Werner hatte seit November mit Kloss verhandelt, konnte und wollte aber keine Spielzeit garantieren – bis er das Angebot im Frühjahr zurückzog.
Auch bei den Löwen werden in den nächsten Tagen weitere Personalentscheidungen erwartet. Priorität hat die Torhüterposition, auf der wie berichtet Philipp Schulze als Favorit gilt (22, Wolfsburg, zuletzt an Verl ausgeliehen). Der Wechsel von U 19-Nationalspieler Lukas Reich zur SpVgg Greuther Fürth zeichnet sich auch immer stärker ab (tz berichtete). Offen ist noch, wie es mit den High Performern Julian Guttau und Andy Lucoqui weitergeht – beide würde 1860 gerne halten.
Bedarf besteht auf den Außenbahnen und im Zentrum. Zunächst jedoch müssen die Löwen ein paar Großverdiener von der Gehaltsliste bekommen: Stürmer Fabian Schubert zum Beispiel. Austria Klagenfurt, soeben in die 2. Liga abgestiegen (mit Ex-1860-Manager Gorenzel), gilt als möglicher Abnehmer.