2025-12-17T10:26:01.779Z

Halle
Sieger-Kreis: Das Schott-Team jubelt nach dem Endspielerfolg.	Foto: Kristina Schäfer
Sieger-Kreis: Das Schott-Team jubelt nach dem Endspielerfolg. Foto: Kristina Schäfer

Schott setzt sich beim Schiri-Turnier der KSV Mainz-Bingen durch

Auf zwei einseitige Halbfinals folgt ein sehenswertes Endspiel: Der Regionalligist besiegt den Türkischen SV aus Wiesbaden +++ TSV Mommenheim überzeugt als Viertplatzierter

Mainz. Topfavorit TSV Schott Mainz hat am Sonntag die 43. Auflage des Hallenfußballturniers des Freundeskreises der Schiedsrichtervereinigung Mainz-Bingen in der Sporthalle des Otto-Schott-Gymnasiums gewonnen. Das Regionalliga-Schlusslicht setzte sich in einem rasanten, heiß umkämpften Finale vor 300 zahlenden Fans mit 4:1 gegen Titelverteidiger Türkischer SV Wiesbaden, Tabellenzweiter der Verbandsliga Hessen Mitte, durch. Im Spiel um Platz drei gewann Verbandsligist TuS Marienborn 6:4 gegen den Bezirksliga-Dritten TSV Mommenheim. Den Finaltag gibt es hier im Re-Live zum Anschauen.

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„Hey, Hey, Hey“, riefen die Schottler aus voller Kehle und tanzten wild im Kreis, nachdem sie sich den Cup geschnappt hatten. „Ein wirklich hochklassiges Finale“, analysierte Schott-Manager Till Pleuger. „Da war Feuer drin – aber alles fair. Am Ende haben wir es mit einer gewissen individuellen Klasse geschafft, aber auch mit mannschaftlicher Geschlossenheit. Auch wenn es mal emotionaler wurde, haben die Jungs kühlen Kopf bewahrt. Das gibt uns ein positives Gefühl. Einen Titel geholt zu haben, ist immer geil.“ Chefcoach Samuel Horozovic hatte das Coaching seinem verletzten Führungsspieler Silas Schwarz überlassen und verfolgte das Geschehen von der Tribüne. „Ich bin glücklich, dass sich keiner verletzt hat“, sagte Horozovic.

Im Endspiel mussten sich die Bohls und Ahlbachs ganz schön strecken. Die Jungs von Erfolgscoach Gökhan Caliskan waren dem Regionalligisten fast ebenbürtig. Dass er nur drei Auswechselspieler dabei hatte, sei kein kein Nachteil gewesen, sondern sogar „besser so“, sagte Caliskan. „Wir haben gegen eine starke Mannschaft gespielt. Wir haben versucht dagegenzuhalten. Am Ende war Schott dann abgezockter – und wir haben bei ein, zwei Toren ein bisschen geschlafen. Aber da hat man auch die Klasse des Gegners gesehen.“

Finale zwischen den beiden besten Turniermannschaften

Im Duell der beiden mit Abstand besten Teams lieferten sich die Blauen und die Rot-Weißen einen technisch hochwertigen Schlagabtausch. Nachdem Abdellatif El Mahaoui in der dritten Minute einen an ihm selbst verwirkten Neunmeter links neben den Kasten gesetzt hatte, brachte Sturmkante Jacob Roden Schott per Doppelschlag mit 2:0 in Führung (6., 7.). „Das war entscheidend“, urteilte Horozovic später. „Denn der Türkische SV hatte gute Spieler.“ Rodens zweiter Treffer mit dem linken Außenrist war besonders fein. Zwar verkürzte Ilias Amallah (9.), doch Dennis De Sousa Oelsner (10.) und Ismael Wiegand (12.) machten alles klar für Schott. Sekunden vor dem 4:1 hätten die Türken um ein Haar das 2:3 markiert.

„Der Türkische SV Wiesbaden hat wieder einen hervorragenden Fußball gespielt – das war gigantisch“, schwärmte nicht nur Hallensprecher Michael Wright bei der Siegerehrung. „Topschnell. Bissig. Und ihr habt die geilsten Fans.“ Dafür, dass sie so tolle Stimmung gemacht hatten, gab’s vom Veranstalter hernach sogar ein Freigetränk für die Wiesbadener Anhänger.

>>> Zum Spielplan des Turniers

Dass sich die Wiesbadener Türken und Schott im Finale gegenüberstehen würden, hatte Cheforganisator Hüseyin Dogan bereits nach der Zwischenrunde prophezeit. Nicht ahnen konnte er, dass die Mommenheimer so gut performen würden. Im „kleinen Finale“ hatten sie gegen die zwei Klassen höher spielenden Marienborner nach dem schnellen 1:5-Rückstand zwar keine Chance, waren aber trotzdem vollauf zufrieden. „Wir waren heute ja nur fünf Leute, nachdem wir am Morgen noch drei Absagen von Joel Genova, der am Knie verletzt war, sowie den erkrankten Arda Özel und Eli Mukamba bekommen hatten“, betonte TSV-Ass Maurice Göbig. „Wir hatten so nur einen Auswechselspieler.

Dass wir trotzdem ins Halbfinale kommen, hätten wir nicht gedacht.“ Im Vergleich zur Zwischenrunde hatte Mommenheim taktisch umgestellt. „Am Samstag haben wir nur Mann gegen Mann gespielt, am Sonntag dann in einem 2:2-System verteidigt, aber ganz eng mit den vorderen Leuten“, so Göbig. „Das hat richtig gut geklappt. Wir standen defensiv stabil, konnten gut und schnell nach vorne spielen.“ Der 29-Jährige war mit acht Toren (davon allein drei im Spiel um Platz drei) bester Mommenheimer Schütze. Außerdem traf gegen Marienborn Yekta Mutlu. Die TuS-Treffer besorgten Ilhan Fakovic (3), Alae Laissar (2) und Patrick Huth.

Fontana Finthen holt das Maximum raus

Chancenlos waren die Marienborner beim 1:8 im Halbfinale gegen Schott. Im anderen Halbfinale stand Mommenheim beim 0:7 gegen den Türkischen SV auf verlorenem Posten. Im Spiel um Platz fünf verlor Bezirksligist Fontana Finthen 1:8 gegen das Überraschungsteam von Genclerbirligi Bischofsheim. „Teamgeist und Kampfgeist waren da“, befand Fontana-Coach Maciek Debinski. „In der heutigen Konstellation haben wir das Maximum rausgeholt.“

Dagegen wäre für Landesligist Spvgg. Ingelheim mehr drin gewesen, obwohl mit Sandro Zey, Francesco Teodonno und Arian Mansouri nur drei Mann von der „Ersten“ spielten, dazu vier A-Junioren um den treffsicheren Abiturienten Paul Vogelsberger (18) und Zweitmannschaftskeeper Torben Sparwasser. „Wir haben uns eher schlecht verkauft“, meinte Teodonno. „Uns ist die Kraft ausgegangen.“ Nach einem 5:2 gegen Verbandsligist VfB Bodenheim reichte es immerhin zu Platz neun, Siebter wurde Landesligist SVW Mainz, der Bezirksliga-Primus Barbaros im Neunmeterschießen besiegte.

>>> Zum Re-Live des Finaltags

Zum besten Torhüter des Turniers wurde SVW-Keeper Markus Merker gekürt, der drei Tore selbst erzielte, zum besten Torschützen Daniel Rudi vom Türkischen SV Wiesbaden mit 14 Treffern. Der Fairplay-Preis ging an das kurzfristig eingesprungene Team von Fortuna Mombach II.

Aufrufe: 05.1.2026, 13:00 Uhr
Michael HeinzeAutor