2026-09-01T14:43:53.230Z

Pokal

Schott Mainz: Schlussspurt-Sieg in Gau-Odernheim

TSV-Duell im Pokal geht mit 4:2 an die Gäste +++ Auletta und Vodi sorgen kurz vor Schluss für die Entscheidung

von Torben Schröder · 02.09.2026, 23:00 Uhr · 0 Leser
Torschütze gegen Vorlagen-Werfer: Schotts Righteous Vodi (links) im Duell mit Hannes Zundel.
Torschütze gegen Vorlagen-Werfer: Schotts Righteous Vodi (links) im Duell mit Hannes Zundel. – Foto: Stefan Sämmer

Wild, turbulent, energiegeladen und hoch spannend – das Viertrunden-Spiel im Verbandspokal zwischen den Oberligisten TSV Gau-Odernheim und TSV Schott Mainz bot vieles, was man sich im Re-Live unserer Übertragung noch einmal anschauen kann. Zum dritten Mal im vierten Versuch gewannen die Mainzer im Pokal am Petersberg, zum ersten Mal binnen 90 Minuten – mit 4:2 (1:1).

„Das Erwartete“ sah Gau-Odernheim-Trainer Florian Diel auf dem kleinen Kunstrasen: „Viel Kampf, viele hohe Bälle, Kampf um zweite Bälle, Gestocher. Ich bin stolz, dass wir zweimal zurückgekommen sind. Das zeigt, dass wir mental sehr stark sind. Ich kann der Mannschaft keinen großen Vorwurf machen.“ Schott-Trainer Thomas Schwarz sah „nichts, was ich nicht erwartet hatte. Das hat mit Oberliga-Fußball recht wenig zu tun, was beide Mannschaften angeht. Für alle war es spannend, schön war es nicht. Aber wir sind verdient weitergekommen“.

Takero Itoi brachte die Gäste nach einem weiten Ball, den er kunstvoll mit einem Kontakt per Heber aus über 20 Metern ins Tor bugsierte, in Front (18.). Jakob Friedrich verwertete Hannes Zundels Einwurf mit einem wuchtigen Kopfball zum Ausgleich (30.). Die erneute Mainzer Führung gelang dem starken Fabian Messina, der nach Jost Mairoses Distanzschuss mittig vor dem Tor am schnellsten schaltete (77.). Prompt konterte Felix Schrod, der ebenfalls eine bärenstarke Partie machte, im Gestocher nach einem Standard (80.).

Auletta bringt Schott endgültig auf die Siegerstraße

Doch das letzte Wort hatte Schott. Blitz-Kombination über Messina und Benedikt Blum, Gianni Auletta knallt die Kugel am kurzen Pfosten rein (86.). Konter, Daniel Diel ist aus seinem Tor raus, Abdellatif El Mahaoui flankt, Righteous Vodi vollstreckt (89.). „Wir haben es in der zweiten Halbzeit über die Qualität gewonnen“, sagt Schott-Kapitän Mairose, „das Schlimmste, was du hier machen kannst, ist, dich auf den Platz einzulassen, Ausreden zu suchen. Egal wo, wir wollen gegen sie gewinnen, auch auf dem Schulhof.“

In Durchgang eins schlug das Pendel wild hin und her. Gradi Nkunga hatte für die Platzherren den ersten Hochkaräter – und zerrte sich beim Versuch eines Scherenschlags (11.). Eine starke Kombination von hinten raus setzte auf der Gegenseite El Mahaoui ans Außennetz (25.). „Vor der Pause und nach dem 2:2 waren sie in unseren Köpfen“, blickt Schwarz auf die Gau-Odernheimer, die vor dem Seitenwechsel mit Mao Koyamas Abseitstor und Luis Breitenbruchs Freistoß an die Latte Momentum hatten, das Spiel auf ihre Seite zu ziehen.

"Viele Nickeligkeiten, viel Trash Talk - das ist okay"

Umso dominanter, wenn auch wenig zwingend, begannen die Gäste Durchgang zwei, ehe das Spiel atmosphärisch immer kribbeliger wurde. Und in der Schlussphase die Tore fielen. „Bis zum 2:3 hätte es auch in unsere Richtung ausschlagen können“, sagt Gau-Odernheims Sechser Noah Juricinec, „es gab viele Nickeligkeiten, viel Trash Talk. Das ist auch okay. Bis zum 2:3 waren wir ebenbürtig. Wir hatten sie am Rande der Niederlage. Jetzt freue ich mich auf die beiden Meisterschaftsspiele. Das könnte heiß werden.“

„Das erste und dritte Tor von Schott war brutal gut gespielt“, resümiert Diel, „wir sind das Spiel gegen einen sehr guten, vielleicht den besten Gegner gut angegangen. Sie wollten es hier am Boden spielen, davor muss man Respekt haben.“ Es war, schnauft Mairose nach diesem hochintensiven Rheinhessen-Duell durch, „durchgehend viel zu tun“.

TSV Gau-Odernheim: Diel - Schrod, Friedrich, Breiden - Zundel, Juricinec (87. Maier), Dietrich (78. Patschke), Meininger - Breitenbruch (65. Schäfer) - Edet, Nkunga (12. Koyama).

TSV Schott Mainz: Balters - Schwarz, Robotta, Gans, Zeghli (78. Blum) - Mairose, Messina (88. Just) - Itoi (88. Onangolo), Sträßer (62. Auletta), Vodi - El Mahaoui.