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Schönes Ende einer traurigen Geschichte: VfL-U17 schafft Klassenerhalt

„Mich hat vor allem dieses Zusammengehörigkeitsgefühl beeindruckt"

von Zevener Zeitung/Andreas Meier · 17.12.2025, 07:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Anna-Christin Kaiser

Die erste Hälfte der Fußball-Saison lief für die meisten Teams des VfL Sittensen nicht gut. Nur die U17, das Vorzeigeteam des Vereins, und die U15 überzeugte und zeigten gute Leistungen in ihren jeweiligen Ligen.

Wiederholt wurde in den vergangenen Jahren die Frage gestellt: Was hat der VfL Sittensen vom Leistungsfußball-Projekt? Am Ende fast nichts. Auf Kosten des VfL wurden Nachwuchsspieler ausgebildet, die nun nach dem Ende des Leistungsfußballs in Sittensen fast alle den Verein verlassen. Nur acht von mehr als 100 Jugendlichen verbleiben im Verein.

Ganz abgesehen vom traurigen Ende verlief die Halbserie auch in sportlicher Hinsicht nicht unbedingt gut. Die U13, U14 und U16 haben zusammengerechnet ein Ligaspiel gewonnen. Die U15 spielte dagegen eine gute Serie in der Landesliga. Vorzeigemannschaft war weiterhin die U17. Inmitten der Unruhe blieb sich das Team treu und schaffte am Ende den Klassenerhalt in der Niedersachsenliga. Es ist eine - angesichts der Umstände - bemerkenswerte Leistung.

Spieler und Eltern nach Sieg mit Tränen in den Augen

Wie wichtig dieser Klassenerhalt für das junge Team war, zeigte sich nach dem 3:2-Erfolg gegen Lüneburg. „Die Jungs - aber auch die Eltern - hatten zum Teil Tränen in den Augen. So sehr haben sie sich gefreut“, erzählt Trainer Adrian Timmermann. „So viel hat ihnen der gemeinsame Klassenerhalt bedeutet. Das war ein schöner Abschluss.“

Dabei hätte die junge Elf auch auseinanderbrechen können. Gründe gab es genug: der Streit mit dem Gesamtvorstand, das bekannt gewordene Ende des Leistungsfußballs, die Suche nach einem neuen Verein. Doch die junge Mannschaft hielt zusammen, ließ sich in keinem Spiel hängen. „Mich hat vor allem dieses Zusammengehörigkeitsgefühl beeindruckt. Das hat die Jungs durch die ganze Saison getragen“, so Timmermann, der dabei vor allem eine Begegnung in besonderer Erinnerung behielt. „Nach Meppen konnten wir nur mit elf Spielern aus dem Kader fahren und hatten das Team mit einigen jüngeren Spielern verstärkt. Wie die Mannschaft diese jüngeren Spieler aufgenommen, sich um sie gekümmert hat, war schön zu beobachten. Das Team hat in dieser Halbserie Charakter bewiesen und auch die Unterstützung der Eltern war bis zum Schluss hervorragend.“

Nach dem Meppen-Spiel folgte das große Saisonfinale: letzter Spieltag gegen den JFV Lüneburg, der unbedingt gewinnen musste. In Unterzahl führte der VfL bereits mit 2:0, musste dann den 2:2-Ausgleich hinnehmen. In der Nachspielzeit gelang Brayan Lawicki das Siegtor. Dadurch überholte Sittensen in der Tabelle den Gegner, sicherte sich so den Klassenerhalt.

„Die Jungs haben spätestens durch diesen Klassenerhalt bewiesen, dass sie zurecht in der Niedersachsenliga gespielt haben. Darauf können sie stolz sein“, so Timmermann.