
Und dann geht es wieder runter. Zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren ist der FC Coburg nach nur einem Bayernliga-Jahr gleich wieder in die Landesliga abgestiegen - wieder nach der Relegation. Und erneut dann relativ deutlich. Ist die fünfte Liga für die Vestekicker einfach eine Nummer zu groß? Manager Lars Müller dazu im FuPa-Interview...
Lars, seit dem Relegations-Pfingstmontag steht fest: Der FC Coburg muss gleich wieder runter in die Landesliga. Hast Du das schon komplett realisiert? Ist der Schock schon verdaut?
Wenn ich ehrlich bin noch nicht. Der Schock sitzt schon ziemlich tief…
Kann man überhaupt von einem Schock sprechen in Anbetracht dessen, dass ihr immer klar kommuniziert habt, dass es nur um den Klassenerhalt geht? Ist der Abstieg somit nicht irgendwie nur "Alltag"?
Klar war von Beginn an unser Ziel der Klassenerhalt: Aber ein Abstieg ist nie Allag! Wir wollten es einfach besser machen wie vor zwei Jahren...
1:5 hieß es am Ende summiert gegen Landesligist Pfaffenhoffen. Eine eindeutige Sache, nimmt man das Gesamtergebnis der beiden Spiele als Maßstab. Warum hat es nicht geklappt? Warum musste man dem Landesligisten den Vortritt lassen?
Auf dem Papier eine eindeutige Sache, richtig! Wir waren im Hinspiel zu ängstlich. Das Tor von Norik Höhn hat uns am Leben gelassen. Das Rückspiel war in der ersten Hälfte ein Spiel auf Augenhöhe. Kurz vor der Halbzeit geraten wir durch einen Riesen-Bock ins Hintertreffen. Nach der Pause haben wir zwei Riesen-Chancen nicht genutzt. Und Pfaffenhofen war dann vor dem Tor eiskalt. Darin sehe ich auch den Unterschied in beiden Duellen: Der Gegner war vor dem Tor eiskalt und effektiver…
Steile These, mit der bitte um Deine Meinung dazu: Mit Aykut Civelek, dem Torjäger schlechhin, der kurz vor dem Saisonende gegangen ist, wäre ein Erfolg in der Relegation wahrscheinlicher gewesen...
Wir wären in der ein oder anderen Situation eventuell effektiver vor dem Tor gewesen…
Waren die Duelle mit den Oberbayern nicht nur erfolglos, sondern auch unattraktiv? Man kannte sich vorher nicht, beide Ortschaften liegen knapp 250 Kilometer auseinander?
Nein, beide Duelle waren attraktiv. Die Spiele waren ja gut besucht und dass sich beide Teams nicht kennen, muss kein Nachteil sein. Aber der Verband sollte sich trotzdem über die Ansetzung an einem Donnerstagabend um 18.30 Uhr bei einer Fahrzeit von zirka 3 Stunden Gedanken machen. Es sind alles Amateure, die einen Beruf nachgehen…
Insgesamt betrachtet: Warum konnte sich der FC Coburg zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren nicht in der Bayernliga behaupten? Ist diese Liga insgesamt eine Nummer zu groß für die Vestekicker?
Ich denke nicht, dass die Bayernliga ein Nummer zu groß ist. Wir haben in dieser Liga wieder gute Spiele gezeigt, aber über die Saison gesehe gab es zu viele Formschwankungen…
Nun also wieder Landesliga - und der FC Coburg ist gleich wieder Meisterfavorit?
Nein, das denke ich nicht. Wir werden einen Umbruch haben - einige junge hungrige Spieler kommen dazu und drei, vier Leistungsträger werden uns verlassen. Deshalb ist wohl ein Platz unter den ersten fünf Teams realistisch...
Abschließend der obligatorische Blick in die Zukunft: Schau doch bitte mal in die Glaskugel...
Der FC Coburg wird eine gute Landesliga spielen und im oberen Drittel der Tabelle landen.
Vielen Dank für das Gespräch - und alles Gute für die Zukunft!