
Das ging sehr schnell. Nach nicht einmal drei Monaten, einer Wintervorbereitung und zwei Punktspielen, ist Mike Kronwald nicht mehr Trainer des FC Zuzenhausen. Darauf verständigten sich der 55-Jährige und der Klub Anfang der Woche, die Mannschaft erfuhr es am Mittwochabend im Training.
"Wir haben uns zusammengesetzt und beidseitig diese Entscheidung getroffen", sagt Tobias Schattschneider. Der Sportliche Leiter des FC bedauert diese Entwicklung, letztlich gab es jedoch keine andere Lösung. "Ich habe den Zeitaufwand einen Verbandsligisten zu coachen unterschätzt", sagt Kronwald zu seinem Abschied.
Was bleibt, ist eine sehr früh zu Ende gegangene Beziehung. Kronwald ist seit über drei Jahrzehnten durchgängig im Amateurfußball tätig, zuerst unter anderem als Spieler unter Hansi Flick beim FC Bammental. Der heutige Trainer des FC Barcelona verpflichtete Kronwald während seiner Tätigkeit in Hoffenheim 2004 für den Jugendbereich als U18-Coach. Davor und danach trainierte der gebürtige Waldangellocher von der B-Klasse bis zur Landesliga verschiedene Vereine wie den TSV Waldangelloch, den SV Sinsheim, den TSV Kürnbach oder auch den SV Tiefenbach. In Zuzenhausen hat es offensichtlich nicht so richtig gepasst.
"Dass es nun so gekommen ist und wir wieder einen Trainerwechsel vornehmen müssen, ist natürlich alles andere als eine schöne Situation", sagt Schattschneider. Der Start in die Rückrunde fiel mit nur einem Zähler aus den Gastspielen bei den abstiegsgefährdeten Klubs aus Bretten (1:1) und Spielberg (2:3) bescheiden aus. Die vormals entspannte Lage im Tabellenmittelfeld wird zusehends stressiger. Vor dem 19. Spieltag am Samstag, ausgerechnet gegen den Spitzenreiter 1.FC Mühlhausen, beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsrelegation, die derzeit der SV Spielberg belegt, nur noch fünf Zähler. Es gilt den Blick nach unten zu richten und sich möglichst schnell aus dieser Drucksituation zu befreien, sonst droht eine dramatische Saisonendphase.
Nach Jahren der unerschütterlichen Konstanz auf der Trainerposition, vor dieser Runde gab es zwischen 2014 und 2025 nur einen Trainerwechsel, macht der FC eine schwierige Phase durch und muss sich jetzt selbst aus dem Schlamassel ziehen. Da könnte ein Überraschungs-Coup gegen den Tabellenführer, der zumal zum Derby anreist, gerade rechtzeitig kommen.
Gleichzeitig sollte der nächste "Schuss" aber sitzen. Der bisherige Co-Trainer Andreas Bürger ist nun der Verantwortliche an der Seitenlinie, Marc Schneckenberger bleibt spielender Co-Trainer. Nach der Vorrunde verabschiedete sich Niklas Kissel, der erst im Sommer vom langjährigen Erfolgscoach Steffen Schieck übernommen. Dessen Fußstapfen, die der 38-Jährige mit seinem Abschied hinterlassen hat, sind noch größer als ohnehin schon gedacht. Bislang konnte sie keiner wirklich ausfüllen.
Da kommt es sehr gelegen, dass jener Schieck nun hilft. "Wir haben Steffen gewinnen können in beratender Funktion, einen Trainerposten übernimmt er aber nicht", sagt Schattschneider zur immerhin halben Rückkehr des 38-Jährigen. Schieck wird Bürger und "Schnecke" unter die Arme greifen.