2026-01-15T09:41:53.693Z

Interview

"Schneller als gedacht richtig gut"

FuPa Baden Wintercheck +++ ASV Eppelheim

Markus Schmid, Cheftrainer des Heidelberger Landesligisten ASV Eppelheim, macht den FuPa Baden Wintercheck.

1) Wie lautet euer Fazit nach der ersten Saisonhälfte? Wurden die gesteckten Ziele erreicht?

Unterm Strich fällt unser Fazit sehr positiv aus. Nach dem großen Umbruch (13 Neuzugänge, 15 Abgänge) rechneten wir in der Vorbereitung durchaus mit Startschwierigkeiten und gingen davon aus, dass wir Geduld mitbringen müssen. Die Zielsetzung war, eine ruhige Saison zu spielen, einen Mittelfeldplatz anzuvisieren, uns als Team zu entwickeln und frühzeitig Abstand zu den hinteren Tabellenregionen zu bekommen. Das ist uns mehr als gelungen – teilweise sogar schneller, als man es realistisch erwarten durfte.

Wir konnten unsere offensives Spielkonzept mit hohem Pressing, flachem und geordnetem Spielaufbau, vielen Positionsrochaden und einer großen Portion Mut häufig auf den Platz bringen. Daher sind wir äußerst zufrieden.

Nichtsdestotrotz haben wir erst eine Halbserie gespielt – in der Rückrunde gilt es, die Leistungen zu bestätigen.

2) Gibt es Veränderungen im Team? Transfers, Änderungen im Trainer- und Betreuerteam?

Ben Clark (Torwart), der mittlerweile in Heidelberg studiert und in Eppelheim wohnt, trainiert bereits seit Oktober bei uns mit und wird uns ab dem 1.1.26 verstärken.

Ansonsten gibt es für uns keinen Grund, Wechsel vorzunehmen, die sich negativ auf die Gruppendynamik und das Gefüge auswirken könnten. Der Kader und jeder einzelne Spieler haben gezeigt, dass sie unsere Erwartungen voll erfüllt haben.

Der Fokus liegt klar darauf, die bestehende Gruppe weiterzuentwickeln. Im Trainer- und Betreuerteam herrscht Kontinuität, was gerade für unsere junge Mannschaft enorm wichtig ist. Die Strukturen greifen, und das merkt man auch im Trainingsalltag: Wir haben eine hohe Trainingsbeteiligung, eine hohe Intensität, dadurch eine sehr gute Fitness und erfreulicherweise auch kaum Verletzte.

3) Welches Team hat euch in eurer Liga am meisten überrascht?

Positiv aufgefallen sind einige Mannschaften, die sehr stabil auftreten und eine klare Spielidee verfolgen.

Hervorheben könnte man den ASC Neuenheim. Sie spielen nahezu ausschließlich mit Spielern, die im vergangenen Jahr noch in der A-Jugend aktiv waren bzw. in dieser Saison noch dort spielen dürften. Sie stehen für jugendlichen Elan, mutige Spielweise und Unbekümmertheit. Mit zunehmender Erfahrung im Saisonverlauf werden sie sicherlich tabellarisch nach oben klettern. Hut ab vor dem Verein, einen derartigen Altersumbruch, ausschließlich mit Spielern aus der eigenen Jugend zu vollziehen.

4) Welche Ziele strebt ihr in der Rückrunde an?

Unser Ziel bleibt, unseren Weg konsequent weiterzugehen. Wir wollen die Intensität hochhalten, uns spielerisch weiterentwickeln und die junge Mannschaft weiter stabilisieren. In der Rückwärtsbewegung müssen wir noch gieriger, aggressiver auftreten. Wenn es uns gelingt, die Freude am Fußball und den Teamgeist aus der Hinrunde mitzunehmen, gepaart mit noch mehr Willen das eigene Tor zu verteidigen, werden automatisch auch die Ergebnisse stimmen.

Eine konkrete Tabellenplatzierung haben wir bewusst nicht ausgerufen – wichtiger ist, dass wir uns als Mannschaft weiterentwickeln.

5) Im Sommer steigt die Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA. Was traut ihr der deutschen Nationalmannschaft zu und wer ist euer Topfavorit und warum?

Entscheidend wird sein, wie stabil die deutsche Nationalmannschaft über mehrere Spiele hinweg auftritt. In Deutschland muss wieder eine Euphorie rund um die Nationalmannschaft entstehen. Dieser Funke muss von der Mannschaft und den Leistungen auf dem Platz ausgehen und auf die Fans im Land überspringen. Dafür waren die Auftritte zuletzt noch zu schwankend.

Hoffnung macht natürlich der in allen Belangen überzeugende 6:0-Sieg gegen die Slowakei. Wenn zudem Musiala zurückkehrt und rechtzeitig seine Form findet, Wirtz nach seinen Startschwierigkeiten in England sein Potenzial konstant auf den Platz bringt, kann unsere Offensive in jedem Spiel gegen jeden Gegner Torchancen kreieren. Wichtig wird sein, dass wir im hinteren Bereich Stabilität zeigen.

Wenn alles zusammenpasst – vor allem ein geglückter Auftakt, ein guter Teamspirit, dazu etwas Matchglück und ein günstiger Turnierverlauf – ist sehr viel möglich.

Topfavoriten sind für mich dennoch Frankreich, England und Spanien. Diese Teams sind auf jeder Position mit Spitzenspielern besetzt und verfügen auch in der Breite über enorme Qualität. Dieser Spielerpool steht Julian Nagelsmann leider nicht zur Verfügung. Allerdings ist auch Argentinien nicht als Topfavorit ins letzte Turnier gegangen – vielleicht wird ja Deutschland bei der WM 2026 das Argentinien der WM 2022.

Aufrufe: 015.1.2026, 08:00 Uhr
red.Autor