2024-04-20T08:00:28.265Z

Ligabericht
Hier knapp im Vorteil, am Ende aber gleichauf mit Andernach: Hendrik Thul (links) sowie Rasheed Eichhorn (rechts hinten) mussten sich gegen Drilon Demiraj und die SG 99 mit einem Remis begnügen.
Hier knapp im Vorteil, am Ende aber gleichauf mit Andernach: Hendrik Thul (links) sowie Rasheed Eichhorn (rechts hinten) mussten sich gegen Drilon Demiraj und die SG 99 mit einem Remis begnügen. – Foto: Hans Krämer

Schneifeler wollen Tarforst-Fluch besiegen​

Rheinlandliga: Spitzenreiter ist in Trier gefordert — Wittlich sinnt auf Pokal-Revanche — Salmrohr spielt daheim remis.​ VIDEOINTERVIEWS

FSV Salmrohr - SG 99 Andernach ⇥2:2 (0:0)

In einer auf den Gründonnerstag vorgezogenen Partie kam der FSV Salmrohr gegen die SG 99 Andernach nicht über ein 2:2 hinaus. Die Mannschaft von Trainer Frank Meeth verspielte nach einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang eine zweimalige Führung. Viel mehr als der Versuch des wie einige weitere Salmrohrer angeschlagen in die Partie gegangenen Noah Wrusch, der aus halbrechter Position knapp vorbeischoss, wollte dem FSV vor der Pause nicht gelingen (13.). Auf der Gegenseite drosch Hannes Lutz den Ball am langen Pfosten stehend über den Winkel (32.). „Für uns galt es zunächst, sicher zu stehen. Nach vorne haben wir aber anfangs zu viele Fehlpässe gespielt. In den zweiten 45 Minuten waren wir konstruktiver, und unsere Passgenauigkeit nahm zu“, sagte Meeth. Seine Mannschaft bekam nun mehr Tempo in ihre Aktionen, machte über die Außenbahnen Druck, wäre aber ums Haar durch Gian Luca Dolon kalt erwischt worden. Im letzten Moment klärte FSV-Verteidiger Jannik Grün gegen den Andernacher Angreifer (51.). Kurz danach war Torwart Tim Kieren nach einem haarsträubenden Fehlpass seines Teamkollegen Rasheed Eichhorn gefordert und rettete im Eins-gegen-eins, als Dolon frei vor ihm aufgetaucht war (55.). Nachdem Hendrik Thul von links aufgelegt hatte, verwertete Oliver Mennicke aus elf Metern und traf kunstvoll in den Winkel (65.). Fast im Gegenzug klärte Alexander Klein mit einer Monster-Grätsche im letzten Moment vor Lutz. Bei der anschließenden Ecke von Philipp Schmitz gab die SG 99 einmal mehr eine Kostprobe ihres Könnens bei Standardsituationen: Ausgerechnet der zuletzt wochenlang an einem Nasenbeinbruch laborierende Tim Hoffmann köpfte zum 1:1 ein (68.). Von der Zurückhaltung, die sich beide Teams im ersten Durchgang noch auferlegt hatten, war nun keine Spur mehr. SG-Torwart Steffen Weber rettete stark per Fuß gegen Mennicke (69.), hatte dann aber keine Chance, als Noah Wrusch nach Freistoßvorlage von Louis Thul mit Hilfe der Lattenunterkante zum 2:1 (70.) traf. Salmrohr schien dem dritten Treffer näher als Andernach dem Ausgleich. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit durfte indes die SG 99 wieder jubeln. Ecke Schmitz, Kopfball Hoffmann: Das Tor zum 2:2 war fast eine Kopie des ersten Treffers. Danach verpasste Hendrik Thul das Ziel noch zweimal knapp. Trotz der beiden Standard-Gegentore nahm Meeth sein Team in Schutz: „Andernach hatte gefühlt je 20 Ecken, Einwürfe und Freistöße, hat zudem viele lange Bälle geschlagen. Da ist es schwer, alles wegzuverteidigen.“

Kim Kossmann, Trainer der SG 99 Andernach:

Frank Meeth, Trainer des FSV Salmrohr:

FC Germania Metternich – FV Hunsrückhöhe Morbach (Samstag, 17.30 Uhr, Kunstrasenplatz Koblenz-Metternich)

Ausgangslage: Nachdem die FV Hunsrückhöhe im Heimspiel gegen den TuS Immendorf dank des späten Treffers zum 1:1 von Matthias Haubst noch einen Punkt retten konnte, steht nun das nächste Duell mit einem der Kellerkinder vor der Tür. Morbach möchte in der extrem engen und umkämpften Spitzengruppe Schritt halten und hätte bei einem Sieg weiterhin die Möglichkeit, Platz zwei zu erreichen. „Es ist kurios. Unten punkten alle, nur oben nicht. Ich erwarte von Metternich ein kampfbetontes Spiel. Mittlerweile weiß man ja, dass in dieser Liga jeder gegen jeden gewinnen kann. Mit der Leistung gegen Immendorf war ich zufrieden. Nur müssen wir jetzt auch wieder häufiger das Tor treffen“, meint Thorsten Haubst, Trainer der Fußballvereinigung.

Personal: Die Einsatzfähigkeiten von Sebastian Schell (Fußverletzung) und Maximilian Schemer (Handverletzung) sind fraglich.

FSG Ehrang/Pfalzel – SG Hochwald (Samstag, 17.30 Uhr, Ehrang-Heide)

Ausgangslage: Nur einen Punkt aus sechs Spielen holte die FSG Ehrang/Pfalzel nach der Winterpause. Im Derby gegen die SG Hochwald wartet nun die nächste Möglichkeit auf das Team um Spielertrainer Fabio Fuhs, in die Erfolgsspur zurückzufinden. Nur noch vier Punkte trennen die Vereinigten von Mosel und Kyll vom ersten möglichen Abstiegsplatz. „Wir freuen uns auf das Derby – auch, wenn es eine super schwere Restrückrunde für uns wird“, sagt Fuhs angesichts der sehr engen Personalsituation und der unklaren sportlichen Zukunft (TV berichtete ausführlich). Beim kommenden Gegner hat sich die Lage dagegen ins Positive gedreht. Nach einer zähen Hinrunde hat die Sportgemeinschaft aus Zerf, Greimerath, Hentern und Lampaden zuletzt kräftig gepunktet. Dank vier Siegen in den vergangenen fünf Partien hat man sich ins Tabellenmittelfeld abgesetzt. Nur die Defensive macht weiterhin Sorgen. Das bislang letzte Spiel ohne Gegentor absolvierte die SGH im Dezember beim 5:0 gegen die TuS Kirchberg. „In der Rückrundentabelle sind wir Erster, leider gehört aber eben auch eine Hinrunde dazu. Aktuell schaffen wir es, unsere Leistung auf den Platz zu bringen. Wir wissen aber, dass wir noch drei Siege brauchen und müssen die Störgeräusche rund um die FSG Ehrang ausblenden. Es ist ein Derby, in dem wir sicher nichts geschenkt bekommen“, sagt Hochwald-Trainer Fabian Mohsmann.

Personal: Bei der FSG wurde Torwart Moritz Zingen nach seiner Roten Karte beim 2:5 in Malberg für zwei Spiele gesperrt. Für ihn wird Pascal Gouverneur ins Tor rücken. Hinter dem Einsatz von Julio Ngangu (Oberschenkelprobleme) steht noch ein Fragezeichen. Benjamin Barthel könnte dagegen eventuell in den Kader zurückkehren. Bei der SG Hochwald steht Benedikt Haas wieder zur Verfügung.

Ahrweiler BC - Rot-Weiss Wittlich (Samstag, 17.30 Uhr, Kunstrasenplatz Heimersheim)

Ausgangslage: Der Oberliga-Absteiger hat nur eines seiner letzten fünf Heimspiele (3:2 gegen die SG Hochwald) gewonnen und grüßt nach dem jüngsten 3:2-Auswärtserfolg gegen Kirchberg vom dritten Rang. Die Wittlicher Defensivabteilung muss sich auf Schwerstarbeit einstellen, da die ABC-Akteure die zweitbeste Offensive stellen (73 Tore, wovon 28 auf das Konto des allerdings noch gesperrten Stürmers Almir Porca gehen). Rot-Weiss ist dafür in der Defensive stärker (nur 37 Gegentreffer) und möchte Revanche nehmen fürs Pokal-Ausscheiden – vor gut drei Wochen siegte Ahrweiler mit 5:3 nach Verlängerung. Wittlich-Trainer August Schlotter konstatiert: „Im Pokal haben wir dort nur unglücklich verloren und kassierten in den letzten Sekunden das bittere 3:3. Daher wissen wir, dass wir mehr als Paroli bieten können, sind optimistisch und wollen punkten.“

Personal: Daniel Braun und Matthias Heck befinden sich wieder im Training und sind einsatzfähig, weshalb die Gäste wohl aus dem Vollen schöpfen können.

FSV Trier-Tarforst - SG Schneifel (Samstag, 17.30 Uhr, Rasenplatz an der Tarforster Straße)

Ausgangslage: Von den vergangenen acht Ligaspielen hat der FSV lediglich das gegen die SG Hochwald (2:1) gewonnen. ️Allerdings haben die Tarforster in den beiden jüngsten Heimspielen gegen Schneifel triumphiert. Die von Holger Lemke trainierten Höhenkicker wollen nach dem beachtlichen 3:3 gegen Eisbachtal nun im dritten Match in Folge ungeschlagen bleiben. Lemke betont: „Wir wollen den Schwung mitnehmen und auf den beiden guten Spielen aufbauen. Die Schneifeler stehen zu Recht an der Tabellenspitze und sind ein sehr stabiler und robuster Gegner. Daher sind wir Underdog. Keiner erwartet etwas von uns. Zu Hause wollen wir überraschen.“ Die Sportgemeinschaft aus Stadtkyll, Auw, Ormont und Hallschlag versucht, nach drei Unentschieden in Folge mit einem Sieg den Saisonendspurt einzuläuten. Zuletzt bewies die von Stephan Simon trainierte Mannschaft Moral und kam nach einem Zwei-Tore-Rückstand gegen Wirges noch zurück, kassierte aber nach der zwischenzeitlichen 3:2-Führung kurz vor Schluss in Überzahl noch das 3:3. Simon freut sich auf das Duell in Trier: „Wir stehen vor einer schweren Aufgabe. In Tarforst haben wir noch nie gewinnen können. Wir streben drei Punkte an, wollen eine Bestätigung unserer Leistung und defensiv weniger anfällig sein. Ich habe das Gefühl, dass aktuell alle Teams in der Liga richtig kämpfen.“

Personal: Elias Heitkötter (muskuläre Probleme) und Maximilian Hoffmann (Kniebeschwerden) sind auf FSV-Seite fraglich. Die Gäste freuen sich auf die Rückkehr von Khaen Fuchs und Udo Backes (nach berufsbedingtem USA-Aufenthalt wieder zurück). Offen ist, ob Alexander Zapp (Bänderverletzung im Knie), Simon Reetz (Knieprobleme), Jan Pidde (erkrankt), Michael Zeimes (Bauchmuskelzerrung) und Niclas Görres (Sprunggelenksprobleme) mitwirken können, weshalb Simon mit Blick auf die möglichen Ausfälle bereits von einer „mittelschweren Katastrophe“ spricht.

Aufrufe: 029.3.2024, 15:35 Uhr
Vinzenz Anton/Andreas Arens/Alexander KristAutor