2026-04-10T07:15:08.667Z

Allgemeines

Schneckenrennen an der Spitze: Die Favoriten patzen kollektiv

„Mir geht es nicht um Serien, sondern um Punkte“: Müller bleibt nach siebten Rückrunden-Sieg am Boden

von Andreas Santner · Heute, 12:47 Uhr · 0 Leser
Der SV Frielingsdorf brachte am Wochenende die DJK Südwest zu Fall.
Der SV Frielingsdorf brachte am Wochenende die DJK Südwest zu Fall. – Foto: Marie Piorkowski

Während sich die Favoriten an der Tabellenspitze wie in einem zähen Schneckenrennen gegenseitig die Punkte wegnahmen, scheint eine Mannschaft in der Rückrunde unantastbar. Bergfried Leverkusen marschiert mit dem siebten Sieg in Folge unaufhaltsam durch das Jahr 2026 und lässt die Konkurrenz im Rückspiegel verblassen. An der Spitze herrschte hingegen kollektive Ratlosigkeit, da weder Deutz noch Schönenbach oder Südwest ihre Hausaufgaben erledigen konnten. Gleichzeitig sendete Schwarz-Weiß Köln mit spektakulären Traumtoren ein krachendes Lebenszeichen im Abstiegskampf.

Traumtor-Festival: Schwarz-Weiß Köln siegt klar in Heiligenhaus

Der Befreiungsschlag im Abstiegskampf hätte für den SC Schwarz-Weiß Köln kaum spektakulärer ausfallen können. Mit einem fulminanten 5:1 (2:1)-Auswärtssieg beim Heiligenhauser SV sendeten die Kölner ein deutliches Signal an die Konkurrenz. Während der HSV einen „gebrauchten Tag“ erwischte, spielten sich die Gäste in einen Rausch. Der reaktivierte „Altmeister“ Abdelkader Maouel, der mit einem Doppelpack glänzte, und Justin Raider, der ein Tor fast von der Mittellinie erzielte, sorgten für die Aufreger des Spiels.

Dabei begann die Partie für die Hausherren nach Plan, als Moritz Haubrich (12.) zur frühen Führung traf. Doch SW Köln schüttelte sich nur kurz und drehte die Partie noch vor dem Seitenwechsel.

Andy Esins: „Niederlage geht komplett auf meine Kappe“

HSV-Coach Andy Esins zeigte sich nach dem Rückschalg selbstkritisch und suchte die Schuld für den Auftritt nicht bei seinen Spielern, sondern bei sich selbst. „Das war eine Niederlage, die komplett auf meine Kappe geht: schlechter Matchplan, schlechte Personalentscheidungen, schlechte Wechsel. Daraus resultierte eine verdiente Niederlage, die absolut vermeidbar gewesen wäre. An diesem ‘gebrauchten Tag’ kam leider vieles zusammen. Glückwunsch an Schwarz-Weiß zu einem hochverdienten Sieg.“

Sven Müller: „Wie die Bayern gegen Real“

Sven Müller, Trainer von Schwarz-Weiß Köln, war verständlicherweise bester Laune. Er analysierte den Wendepunkt der Partie und hob die traumhaften Treffer seiner Mannschaft hervor.

„Das Spiel startete ruhig, beide Mannschaften waren zunächst auf die Defensive bedacht. Das Gegentor zum 0:1 fiel dann leider wieder, weil Kleinigkeiten nicht stimmten. Wir sind aber drangeblieben. Kader leitete den Ausgleich selbst ein: Pass hinter die Kette auf Lewin, dessen mustergültige Flanke Kader zum 1:1 einnickte. Kurz vor der Halbzeit folgte dann der Führungstreffer: Nach einem hohen Ballgewinn sah Justin, dass der Torwart zu weit draußen stand, und hob den Ball fast von der Mittellinie über den Keeper ins Tor – sein zweites oder drittes Ding dieser Art in dieser Saison“, fasste Müller zusammen.

Der Start in die zweite Hälfte war dann der endgültige Genickbruch für Heiligenhaus: „Aus der Kabine kamen wir dann wie die Bayern gegen Real: Fast direkt nach Wiederanpfiff markierte Abdul Samaré per Seitfallzieher das 3:1. Danach war die Partie offen, es ging hin und her, ohne dass Heiligenhaus zwingend wurde.“

Besonders bitter für den HSV: Der eingewechselte Top-Stürmer Lukas Musculus musste nach nur acht Minuten verletzt wieder vom Feld. Da das Wechselkontingent bereits erschöpft war, agierte der HSV in der Schlussphase in Unterzahl. Diese nutzte Köln eiskalt aus.

„Altmeister“ Maouel schraubte das Ergebnis dann mit einem Freistoß aus 30 Metern in den Winkel auf 4:1 hoch. Den Schlusspunkt setzte Marvin Mausbach per „Picke“ zum 5:1-Endstand. "Das waren wegweisende Punkte! Wir konnten Niehl am Wochenende überholen und treffen nun direkt auf sie. Es folgen Spiele gegen Rheindorf und Zündorf – das sind jetzt die Wochen der Wahrheit gegen die direkten Verfolger. Da wollen wir alles reinhauen“, gibt sich Müller kämpferisch.

Frielingsdorf entzaubert Titelaspirant Südwest

Das Aufstiegsrennen gleicht momentan einer Achterbahnfahrt. Während die Konkurrenz an der Spitze patzte, erwischte es die DJK Südwest Köln am heftigsten. Beim SV Frielingsdorf kam der Tabellendritte mit 1:5 (0:3) unter die Räder. Trotz der deutlichen Abreibung bleibt der Schaden im Klassement begrenzt: Da auch Deutz und Schönenbach nur Unentschieden spielten, beträgt der Rückstand auf das Führungsduo weiterhin nur einen schmalen Zähler.

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt: Frielingsdorf überrollte den Favoriten bereits im ersten Durchgang. Niklas Yegin (15./35.) und Justin Ufer (40.) sorgten für eine komfortable Pausenführung, die selbst kühnste Optimisten im Bergischen kaum für möglich gehalten hätten.

Andreas Dreiner: „Waren einfach mal dran, ein Top-Team zu schlagen“

Frielingsdorfs Coach Andreas Dreiner war nach dem Schlusspfiff sichtlich stolz auf sein Team. Für ihn war der Erfolg das Ergebnis einer mutigen und fokussierten Mannschaftsleistung, die schon früh die Weichen auf Sieg stellte.

"Ein sehr überzeugender Auftritt meiner Mannschaft. Wir haben uns viel vorgenommen und waren jetzt einfach mal dran, ein Top-5-Team zu schlagen. Die Jungs waren voll fokussiert und haben von der ersten Minute an daran geglaubt. Wir haben sehr gut und mutig Fußball gespielt und kaum etwas zugelassen. Südwest war in der ersten Halbzeit mit dem 3:0 sogar noch gut bedient. Nach dem 3:1 läuft man zwar immer Gefahr, dass so ein Spiel noch einmal kippen kann, aber mein Team hat sich nicht aus dem Konzept bringen lassen und mit dem 4:1 schließlich den Deckel draufgemacht", freut sich Dreiner über wichtige Punkte.

Errens: Rätselraten über die fehlende „DJK-Energie“

Auf der anderen Seite herrschte bei Südwest-Trainer Daniel Errens Ernüchterung. Sein Team fand zu keinem Zeitpunkt zu der Intensität, die es normalerweise auszeichnet. Die Analyse fiel entsprechend selbstkritisch aus.

"Wir verlieren deutlich und verdient in Frielingsdorf. Wir wollten das Spiel eigentlich für uns gestalten und den Gegner hoch unter Druck setzen, aber die Frielingsdorfer haben es wirklich gut gemacht. Sie haben sich geschickt aus unserem Pressing gelöst und uns mit ihrem effektiven Umschaltspiel des Öfteren wehgetan. Man muss sagen: Der Matchplan der Frielingsdorfer war für diesen Sonntag passender als unserer. Dazu hat uns leider die Energie gefehlt, die uns normalerweise stark macht. Ich weiß nicht genau, wo sie uns abhanden gekommen ist – ob es an der langen Anreise lag, ob es zu gemütlich war oder an der Luft im Bergischen", haderte Errens.

Errens blickt jedoch sofort wieder nach vorne, denn der nächste Kracher steht bereits vor der Tür: "Das gilt es jetzt aufzuarbeiten. Leider ist uns das in dieser Saison nicht zum ersten Mal passiert. Da müssen wir in die Tiefe gehen, um perspektivisch stabiler zu werden. Wir werden das Ganze analysieren, abhaken und wieder die Energie entwickeln. Wir wissen, dass mit Jan Wellem 'heißes Kaliber' auf uns zukommt, und da wollen wir wieder voll da sein."

Mit diesem Sieg sammelt Frielingsdorf wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, während Südwest Köln den Patzer schnell abschütteln muss, um auf der Zielgeraden nicht den Anschluss zu verlieren.

Punkteteilung im Gipfeltreffen

Das mit Spannung erwartete Top-Spiel der Bezirksliga hielt, was es versprach: Vor einer beeindruckenden Kulisse von 300 Zuschauern trennten sich der SSV Jan Wellem und Deutz 05 in einem packenden Duell mit 2:2 (0:1). Während Deutz durch die Schützenhilfe der anderen Plätze die Tabellenführung verteidigt, verpasst Jan Wellem zwar den großen Sprung, bleibt aber in Schlagdistanz zum Führungsduo.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag, als Okan Dönmez den Favoriten aus Deutz bereits nach vier Minuten per Foulelfmeter nach einem Foul an Lauin Shaikhany in Führung brachte. Doch wer dachte, der Spitzenreiter würde die Partie nun souverän nach Hause schaukeln, sah sich getäuscht. In einer aufregenden Schlussphase wechselte die Führung erneut, bevor Jan Wellem kurz vor dem Abpfiff den viel umjubelten Ausgleich markierte.

David Gsella: „Mit der Art und Weise absolut zufrieden“

Jan-Wellem-Coach David Gsella haderte zwar ein wenig mit der Punkteausbeute, zog aber dennoch ein positives Fazit aus dem Auftreten seiner Mannschaft. Besonders die Moral nach dem frühen Rückschlag imponierte dem Trainer. "Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden. Mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, schon. Wir haben ein gutes Spiel gemacht", bilanziert Gsella und fügt hinzu: "Besonders in der zweiten Halbzeit waren wir die klar bessere Mannschaft mit einigen deutlichen Torchancen, durch die wir beim Stand von 1:1 auch in Führung hätten gehen können. Der Gegner hatte gefühlt nur eine einzige Situation in der zweiten Halbzeit und nutzen diese direkt. Was dann absolut positiv ist: Wir haben nicht aufgegeben, sondern immer weitergemacht und am Ende noch das 2:2 erzielt. Mit dem heutigen Auftreten bin ich absolut zufrieden. Das war richtig gut – wir sind bereits nach vier Minuten früh in Rückstand geraten, haben uns aber nie aufgegeben. Von daher war die Leistung und die Art und Weise absolut okay."

Hannes Diekamp: „Fühlt sich mehr wie eine Niederlage an“

Deutz-Trainer Hannes Diekamp trauerte indes den verpassten Gelegenheiten aus der Anfangsphase nach. "Wir haben es in der ersten halben Stunde leider verpasst, das zweite oder sogar dritte Tor nachzulegen. In dieser Phase waren wir in den Abschlüssen nicht konsequent genug oder der letzte Pass war ein Stück zu ungenau. Danach wurde Jan Wellem stärker, kam auch besser aus der Halbzeit und hat sich den Ausgleich dann auch verdient. Zwar konnten wir noch einmal das 2:1 erzielen, aber am Ende fühlt es sich natürlich mehr wie eine Niederlage an, wenn man so spät noch einmal den Ausgleich kassiert. Das darf uns eigentlich nicht passieren. Wenn wir mit 2:1 führen, müssen wir irgendwie schauen, dass wir das Ergebnis über die Zeit retten. Unterm Strich ist das Unentschieden zwar verdient, aber gerade aufgrund der ersten halben Stunde wäre heute deutlich mehr drin gewesen. Naja, Mund abputzen, weitermachen."

Da auch Schönenbach und Südwest ihre Hausaufgaben nicht erledigen konnten, bleibt Deutz trotz des späten Punktverlusts Tabellenführer. Jan Wellem rutscht zwar auf Rang 5 ab, bewies aber im direkten Duell mit dem Primus, dass mit ihnen im Aufstiegsrennen weiterhin zu rechnen ist.

Rheindörfer melden sich als Verfolger zurück

Pflichtaufgabe mit Bravour gelöst! Während die restliche Tabellenspitze kollektiv patzte, nutzte die SpVg Rheindörferdie Gunst der Stunde. Gegen das Schlusslicht SC Brühl feierte die Tillmann-Elf einen klaren 7:1 (2:1)-Auswärtssieg. Damit springen die Kölner auf Rang 4 und sind das einzige Team der Top-5, das an diesem Wochenende dreifach punkten konnte. Der Rückstand auf das Führungsduo Deutz und Schönenbach ist damit auf fünf Zähler geschrumpft.

Dabei hielt Brühl fast eine halbe Stunde lang wacker dagegen. Nach der frühen Führung durch Manuel Montag (10.) gelang Sami Hussain in der 29. Minute tatsächlich der Ausgleich. Doch die Hoffnung der Hausherren währte nur kurz: Ein Doppelpack von Marcel Dawidowski brach den Widerstand, bevor die Rheindörfer in der Schlussphase gegen überforderte Brühler nach Belieben trafen.

Taner Durdu: „Lerneffekt“ durch individuelle Fehler

Brühl-Trainer Taner Durdu war nach dem Schlusspfiff bedient. Trotz guter taktischer Ansätze in der ersten Hälfte musste er mit ansehen, wie seine junge Truppe unter dem Druck der Rheindörfer schließlich in ihre Einzelteile zerfiel.„Das war natürlich eine riesige Enttäuschung und bitter für mich als Trainer. Eigentlich haben wir in der ersten Halbzeit gegen eine Top-Mannschaft wirklich gut dagegengehalten, auch spielerisch. Wir haben den Ausgleich zum 1:1 gemacht, aber dann fangen gerade die jungen Spieler unter Druck an, Fehler zu machen. Nach dem 2:1, 3:1 und 4:1 sind wir dann komplett untergegangen, das muss man ganz klar so sagen. Im Nachgang ist der Sieg für den Gegner verdient, aber ich denke, es hätte auch ein anderes Ergebnis sein können. Es tut mir leid für die Mannschaft, weil sie wirklich gut arbeitet. Wenn wir die individuellen Fehler weglassen könnten, hätten wir das Spiel anders gestalten können. So ist es leider wieder ein Lerneffekt gewesen.“

Sebastian Tillmann: „Erwachsen, ruhig und clever“

Auf der Gegenseite herrschte bei Sebastian Tillmann pure Zufriedenheit. Sein Team bewies die nötige Ernsthaftigkeit gegen den Tabellenletzten und belohnte sich mit einer Gala-Vorstellung in Durchgang zwei.

„Von der ersten Minute an haben wir das Spiel genau so angenommen, wie es nötig war, und waren direkt voll da. Schon in der ersten Halbzeit hätten wir die Partie eigentlich klarer für uns gestalten können, da wir uns zahlreiche Torchancen erarbeitet haben. In der zweiten Halbzeit haben wir dann sehr erwachsen, ruhig und clever gespielt. Auch in der Höhe war der Sieg am Ende absolut verdient. Es war eine starke Mannschaftsleistung über die gesamte Spielzeit hinweg. Wir sind jetzt wieder näher dran, als man es in der Winterpause vielleicht noch erwartet hätte. In unserer aktuellen Position fühlen wir uns sehr wohl und schauen nun in aller Ruhe, was die nächsten Wochen noch mit sich bringen“, erklärt Tillmann.

Die Rheindörfer haben sich mit diesem Kantersieg als Verfolger zurückgemeldet. Während Brühl nun versucht, gegen Deutz 05 Schadensbegrenzung zu betreiben, stehen im Kölner Norden im Saisonendspurt richtungsweisende Spiele an.

Individuelle Patzer verhageln Zierden-Debüt

Der „Trainereffekt“ bei Ford Niehl blieb aus. Trotz eines engagierten Auftritts unter dem neuen Coach Yannick Zierden mussten sich die Niehler dem TV Hoffnungsthal mit 1:2 (0:1) geschlagen geben. Während Hoffnungsthal durch den Erfolg auf Rang 7 klettert und den Klassenerhalt praktisch eingetütet hat, wird die Lage für Niehl immer brenzliger: Der Vorsprung auf die Abstiegszone ist auf drei Zähler geschrumpft, und die Sieglos-Serie der Rückrunde hält weiter an.

Ein Spiel mit wenig Spielfluss, aber viel Dramatik: Nach der Führung durch Aytekin Kanli (20.) kämpfte sich Niehl im zweiten Durchgang zurück und belohnte sich durch Lennart Friederichs (66.) mit dem Ausgleich. Doch ein schwerer Fehler beim Abstoß schenkte den Gästen die erneute Führung durch Anton Musculus (75.), die Hoffnungsthal über die Zeit rettete.

Yannick Zierden: „Schläfrig“ in der Anfangsphase

Niehls Trainer Yannick Zierden sah eine Mannschaft, die sich nach taktischen Startschwierigkeiten zwar steigerte, sich am Ende aber durch eigene Nachlässigkeiten um den Lohn der Arbeit brachte. „Das Spiel war in der ersten Halbzeit aus unserer Sicht sehr chaotisch, was taktische Gründe hatte. Wir waren in den ersten 25 Minuten sehr schläfrig und haben einfache individuelle Fehler gemacht, wodurch auch das Gegentor entstand. Ab der 30. Minute haben wir es mit dem Ball dann sehr gut gemacht, uns in dieser Phase aber leider nicht belohnt. In der zweiten Halbzeit haben wir Hoffnungsthal dominiert und das Spiel bestimmt. Der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt absolut verdient. Leider nehmen wir uns durch einen weiteren individuellen Fehler im eigenen Strafraum selbst aus dem Spiel und verlieren am Ende gegen ein sehr effizientes Team aus Hoffnungsthal.“

Maciek Gawlik: „Über ein Remis hätten wir uns nicht beklagen können“

Auf Seiten der Hoffnungsthaler gab man sich nach dem Abpfiff ehrlich. Der sportliche Leiter Maciek Gawlik räumte ein, dass der Sieg an diesem Sonntag eher in die Kategorie „Arbeitssieg mit Glück“ einzuordnen war.

„Das war heute kein tolles Bezirksligaspiel: wenig Spielfluss und sehr viele lange Bälle. In der ersten Halbzeit waren wir vielleicht ein Stück besser, aber in der zweiten Hälfte hatte eigentlich Ford Niehl mehr vom Spiel", gab Gawlik zu. "Wir haben leider einige Umschaltsituationen liegen gelassen. Vor allem beim Stand von 1:0 müssen wir eigentlich das 2:0 nachlegen, fangen uns aber stattdessen im Gegenzug das 1:1. Das 2:1 durch Musculus resultierte dann aus einem Abstoßfehler der Niehler – ein Tor, das sie sich quasi selbst reingelegt haben. Danach hatten wir noch einmal Glück, als unser Torwart David uns in einer 1-gegen-1-Situation hervorragend gerettet hat. Insgesamt war es ein glücklicher Sieg. Ein Unentschieden wäre heute wohl das gerechtere Ergebnis gewesen und wir hätten uns nicht beklagen können.“

Sieg mit sieben Ausrufezeichen: Zündorf überrollt Hürther Reserve

Was für eine Antwort auf die 1:7-Niederlage der Vorwoche! Germania Zündorf hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet und den FC Hürth II mit 7:2 (3:1) vom Platz gefegt. Während Zündorf mit diesem Schützenfest ein deutliches Lebenszeichen im Abstiegskampf sendet und den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze wahrt, erlebte Hürth II einen rabenschwarzen Nachmittag.

Es entwickelte sich eine einseitige Partie, in der die Hausherren von der ersten Minute an zeigten, wer den Sieg mehr wollte. Angeführt von einem treffsicheren Can Meiß und einem spielfreudigen Elias Oulahyane brannte die Germania ein Offensivfeuerwerk ab, dem die Hürther Defensive nicht gewachsen war.

Thomas Frohn: „Totalausfall in allen Mannschaftsteilen“

Hürth-Trainer Thomas Frohn fand nach dem Abpfiff keine beschönigenden Worte für den Auftritt seiner Elf. Die Enttäuschung über die mangelnde Einstellung war ihm deutlich anzumerken. „Wir haben heute in Zündorf 2:7 verloren – und das auch in dieser Höhe völlig verdient. Unser Spiel ist heute relativ leicht zusammengefasst: Wir hatten einen Totalausfall in allen Mannschaftsteilen. Zündorf hat uns in den Punkten Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten und Siegeswille deutlich die Grenzen aufgezeigt. Wir nehmen das jetzt so mit und wissen, dass wir es besser können, aber der heutige Tag war eine sehr große Enttäuschung für uns“, so Frohn.

Bergfried mit dem siebten Streich

Der SV Bergfried Leverkusen bleibt im Fußballjahr 2026 eine unaufhaltsame Macht. Mit einem 4:1 (2:1)-Auswärtssieg beim FC Rheinsüd Köln schraubte die Müller-Elf ihre beeindruckende Bilanz auf sieben Siege aus sieben Rückrundenspielen. Während Bergfried sich damit endgültig in der oberen Tabellenhälfte festsetzt und vor Selbstvertrauen strotzt, verschärft sich die Krise im Kölner Süden: Rheinsüd wartet weiterhin auf den Befreiungsschlag und klebt bei mageren vier Zählern nach der Winterpause fest.

Dabei war die Messe an der Sürther Feldstraße eigentlich schon nach einer „wilden“ Anfangsphase gelesen. Durch einen Doppelschlag von Marcel Heßdörfer (12.) und Timo Lutz (14.) führten die Gäste blitzschnell mit 2:0, wobei Santiago Minvielle Cepeda zwischenzeitlich per Foulelfmeter verkürzen konnte. Doch die Kölner Hoffnung auf eine Wende blieb aus, da Bergfried im zweiten Durchgang abgeklärt blieb und die Partie souverän zu Ende spielte.

Stefan Krämer: „Kollektiv unter unseren Möglichkeiten geblieben“

Für Rheinsüd-Coach Stefan Krämer war der Auftritt seiner Elf ein Spiegelbild der aktuellen Verfassung. Die Enttäuschung über die fehlende Intensität und die technischen Mängel war ihm nach dem Schlusspfiff deutlich anzumerken. „Es war leider ein sehr enttäuschender Auftritt von uns. Wir haben verdient gegen Bergfried verloren. Man hat sehr deutlich gesehen, in welchen unterschiedlichen Phasen sich die beiden Mannschaften gerade befinden: Bergfried ist mit dem Selbstvertrauen und dem Selbstverständnis aus ihrer aktuellen Serie aufgetreten. Sie haben effizient und sauber nach vorne gespielt und ihre Tore gemacht. Wir hingegen sind kollektiv unter unseren Möglichkeiten geblieben und tun uns momentan einfach sehr, sehr schwer. Wir hatten viele technische Unsauberkeiten im Spiel, große Probleme in der Entscheidungsfindung und insgesamt zu wenig Intensität in den Zweikämpfen. Mit der gestrigen Leistung wird es nicht nur gegen Bergfried, sondern gegen jeden Gegner in dieser Liga schwer – erst recht gegen ein Team, das gerade einen Lauf hat. An dieser Einstellung müssen wir dringend etwas ändern, damit wir wieder Punkte einfahren können“, findet Krämer deutliche Worte.

Stefan Müller: „Mir geht es nicht um Serien, sondern um Punkte“

Auf der anderen Seite herrschte bei Bergfried-Trainer Stefan Müller trotz aller Bescheidenheit große Freude über den nächsten Dreier. Er betonte vor allem die Bedeutung des Sieges im Hinblick auf die Konkurrenz im Tabellenkeller. „Ein 4:1-Sieg in Rheinsüd ist sicherlich nichts, was man alle Tage erlebt. Von daher sind wir sehr, sehr glücklich über die drei Punkte. Diese Punkte tun uns extrem gut – vor allem, wenn man sieht, dass die meisten anderen 'Kellerkinder' ebenfalls gepunktet haben. In der Summe haben wir verdient gewonnen – wir haben uns eine Vielzahl an Torchancen herausgespielt, auch wenn wir nicht alle verwertet haben", so Müller, der hinzufügt: "Die erste Halbzeit war wild und wir ein wenig den Rhythmus verloren. Dass Rheinsüds bester Angreifer dann verletzungsbedingt früh runter musste, hat uns sicherlich in die Karten gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann souverän runtergespielt. Wir sind sehr dankbar für diesen Moment. Wir haben unsere Serie gehalten, wobei ich den Jungs ganz klar sage: Mir geht es nicht um Serien, sondern um die Punkte, die wir mitnehmen. Nächste Woche steht gegen den TFC ein ganz wichtiges Spiel an. Dort können wir den Vorsprung auf die Nichtabstiegsplätze bedeutend ausbauen.“

Torloses Remis: Schönenbach lässt Tabellenführung liegen

In einer einseitigen, aber torlosen Begegnung beim Türkischen FC Köln hat der SV Schönenbach die Gelegenheit verpasst, die Spitzenreiterposition zu übernehmen. Trotz deutlicher spielerischer Dominanz und Schützenhilfe der Konkurrenz reichte es für die Gäste lediglich zu einem Unentschieden.

Für den SV Schönenbach bot sich die große Chance, am bisherigen Tabellenführer Deutz 05 vorbeizuziehen. Da der Spitzenreiter bei Jan Wellem nicht über ein 2:2 hinausgekommen war und der Verfolger DJK Südwest Köln eine deutliche Niederlage in Frielingsdorf hinnehmen musste, hätte ein Sieg den Sprung auf Platz eins bedeutet. Doch nach 90 Minuten stand ein 0:0 zu Buche, das den gastgebenden TFC Köln im Abstiegskampf stärkt, die Ambitionen der Schönenbacher jedoch dämpft.

Die Partie begann mit einem mutig agierenden Aufsteiger. Der TFC Köln suchte in der Anfangsviertelstunde den Weg nach vorne und profitierte beinahe von einer Unkonzentriertheit in der gegnerischen Hintermannschaft. Es sollte die gefährlichste Szene der Kölner für lange Zeit bleiben.

Dominanz ohne Ertrag

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit übernahm der Tabellenzweite das Kommando. Die spielerische Überlegenheit manifestierte sich in einer Reihe hochkarätiger Tormöglichkeiten, die jedoch symptomatisch für diesen Nachmittag vergeben wurden. Schönenbach kombinierte sich phasenweise sehenswert durch die Reihen des TFC – jedoch ohne Ertrag.

Ein nicht anerkanntes Tor in der Schlussphase

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild auf der Sportanlage im Kölner Westen kaum. Schönenbach blieb die spielbestimmende Mannschaft, während der TFC Köln sich auf die Defensive konzentrierte und den Punktgewinn mit zunehmender Spieldauer leidenschaftlich verteidigte. Zwar gelang Gabriel Werner zwischenzeitlich der vermeintliche Führungstreffer, dieser wurde jedoch aufgrund einer Abseitsstellung nicht anerkannt.

Trotz einer Schlussoffensive gelang es der Siebertz-Elf nicht, die tiefstehende Abwehr des Außenseiters entscheidend auszuhebeln. In der Summe scheiterte Schönenbach an der eigenen Entscheidungsfindung im letzten Drittel und einer Chancenverwertung, die an diesem Spieltag nicht den Anforderungen eines Aufstiegsaspiranten entsprach.