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Spielbericht

Energie Cottbus: „Das Spiel ging in eine andere Richtung.“

Mitt etwas Glück stellen die Lausitzer den knappen Heimerfolg sicher.

von René Kubasch · 25.01.2026, 14:16 Uhr · 0 Leser
– Foto: Schneider Torsten

Vor 8673 Zuschauern hatten die Hausherren einen Gegner vor der Brust, der alles andere als ein möglicher Absteiger gespielt hat. Im folgenden Text erfahrt ihr, wie das Spiel verlaufen ist.

Fünferkette in der FCS-Abwehr - Energie etwas im Glück

In den ersten Spielminuten waren auf beiden Seiten keine nennenswerten Tormöglichkeiten zu verzeichnen. Zwar waren die Hausherren bemüht, offensive Akzente zu setzen, aber die Kleinhenz-Elf baute in der Defensive ein engmaschiges Gebilde auf, was damit einherging, dass sie auf Ballverluste des Gegners lauerte. Auch die Vielzahl der Eckbälle des FCE verteidigten die Gäste konzentriert und rigoros. Dann schlug Dustin Forkel aus der eigenen Spielhälfte heraus einen langen Ball nach vorn, welchen sich Kristian Böhnlein im Strafraum erlief. An der Grundlinie setzte er sich gegen zwei Gegenspieler durch, und schob das Spielgerät nach innen. Eric Shuranov war bereits im Strafraum eingelaufen und schob im Fünfmeterraum zum 0:1 ein (19.).

Doch Energie gab rasch eine Antwort, als Louis Awortwie-Grant einen Flachpass in den Strafraum zu Erik Engelhardt spielte. Der nahm den Ball an, ließ ihn am Oberkörper hochrollen, und stocherte ihn dann zu Hannemann. Der vollendete noch vor dem Fünfmeterraum ins lange Eck (23.). Spätestens von da an wurde es ein ganz anderes Fußballspiel, weil die Hausherren gute Torchancen herausspielten. Zuerst verfehlte Innenverteidiger Tim Campulka mit seinem Kopfball den Einschlag knapp (26.). Dann zog Erik Engelhardt links am Strafraum ab. Die Vollendung in Form eines Tores wurde auch in dieser Situation knapp verfehlt (36.).

Besser machte es dann der Kapitän Axel Borgmann, der eine hohe Hereingabe aus halblinker Position durch Engelhardt am Elfmeterpunkt im Luftduell per Kopf zu nutzen wusste, und das Spielgerät anschließend versenkte (44.). Dann gab es an der Strafraumgrenze Freistoß für Schweinfurt. Aber auch ein Elfmeter wäre im Bereich des Möglichen gewesen. Nyamekye Awortwie-Grant brachte Joshua Endres zu Fall. Und dies geschah definitiv auf der Strafraumlinie. Allerdings wurde nur Freistoß für die Gäste gegeben, was großes Glück für Energie gewesen ist. Die Ausführung des Freistoßes durch Johannes Geis brachte jedoch nur wenig Gefahr (45.+3).

Energie lässt Entscheidung liegen - Schweinfurt um Ausgleich bemüht

Im zweiten Abschnitt hätte es ein Spiel sein müssen, in welchem Energie rasch die Entscheidung hätte herbeiführen müssen, um ein Zittern bis zu den Schlussminuten zu verhindern. Doch dies geschah nicht, da Schweinfurt die Hausherren vor Aufgaben stellte. Dabei lag der Ausgleich mehrmals in der Luft. Kristian Böhnlein setzte einen Kopfball auf das FCE-Tor, aber Marius Funk wehrte zur Seite ab (55.). Später passte J. Endres flach in den Rückraum zu Luca Trslic, der aber den Ball nicht richtig unter Kontrolle bekam. So war die Ballaufnahme kein Problem für M. Funk (64.). Ein paar Minuten später jagte J. Geis aus rund 30 Metern auf das Energie-Tor. Schlussmann Funk klärte mit einer Parade über den Querbalken (71.).

Energie kam nur noch selten zu klaren Torchancen. Axel Borgmann köpfte im Fünfmeterraum zu Tolcay Cigerci. Der Zehner wollte den Ball ins lange Eck schieben, doch das Spielgerät rollte knapp am Pfosten vorbei (69.). Auch Moritz Hannemann ließ die Entscheidung liegen, da er selbst den Abschluss suchte, anstatt rüber zu dem freistehenden Jannis Boziares abzuspielen (78.).

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Die Stimmen zum Spiel:

Pele Wollitz (FCE): „Unsere beste Phase war nach dem 0:1. Da hatten wir die Ruhe und die Überzeugung, es so zu spielen, wie wir es da auch taten. Dann haben wir die zwei Tore gemacht, und hatten sogar die Möglichkeit zum 3:1. Das Spiel ist dann aber noch vor der Halbzeit in eine andere Richtung gegangen. In der Halbzeit habe ich versucht, den Druck von der Mannschaft wegzunehmen. Wenn man die zweite Halbzeit sieht, war es aber nicht so. Wir hatten wenig Raumaufteilung und Kompaktheit. Wir gaben so dem Gegner noch mehr die Räume. Mit den Einwechslungen bekamen wir dann mehr Kompaktheit.“

Victor Kleinhenz: (Schweinfurt): „Das ist von uns sehr ansprechend gewesen. Zum anderen ist das Ergebnis für uns enttäuschend. Wir kamen gut in die Begegnung herein, und hatten relativ früh eine Großchance nach einem Eckball. Trotzdem gingen wir dann 1:0 in Führung. Die letzten fünfzehn Minuten vor der Halbzeit haben wir uns zu sehr hinten einschnüren lassen. Die Flanken flogen zu einfach in die Box. Dementsprechend gerieten wir mit 1:2 in Rückstand. Im zweiten Durchgang haben wir Kleinigkeiten angepasst, und wollten wieder schneller in die Mann-gegen-Mann-Duelle hineinkommen, weil das tiefe Verteidigen nicht so funktioniert hat, wie wir uns das vorgestellt haben. Im Ballbesitz hatten wir eine ordentliche Struktur. Es war dann schade, dass wir uns für den couragierten Auftritt nicht belohnen konnten.“

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Fazit:
Energie fand im ersten Durchgang nach dem 0:1-Rückstand erst richtig ins Spiel. Noch vor der Pause konnte man das Ergebnis in eine Führung umwandeln. Die offensiven Wechsel im zweiten Durchgang brachten keine Entlastung, sodass lange um den Heimsieg gezittert werden musste. Trotz der Niederlage geht Schweinfurt mit erhobenem Hauptes aus dem Spiel, die mit ihrer Startelf etwas für die Zukunft aufbauen können.