2026-05-15T09:36:57.455Z

Allgemeines

Schiri-Soll: FLB setzt auf Vermittlung und praxisgerechte Regeln

Es soll konkrete Änderungen mit spürbarer Wirkung geben. Offen ist allerdings, wann diese zeitlich umgesetzt werden.

von red/pm · Heute, 18:10 Uhr · 0 Leser
– Foto: IMAGO IMAGES

Der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) hat eine Weiterentwicklung der Regelungen zum sogenannten Schiedsrichter*innen-Soll auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die Vorgaben klarer, gerechter und näher an der Realität der Vereine auszurichten. Die Anpassungen sind das Ergebnis intensiver Diskussionen innerhalb einer Arbeitsgruppe (AG), in der Vertreter*innen aus Vereinen, Fußballkreisen und dem Schiedsrichterwesen ihre teils sehr unterschiedlichen Perspektiven eingebracht haben. Denn eines wurde dabei deutlich: Das Thema Schiedsrichter-Soll bewegt – und belastet vielerorts.




Konkrete Änderungen mit spürbarer Wirkung

Die geplanten Anpassungen umfassen unter anderem:

• eine klarere Staffelung der Anforderungen je nach Spielklasse
• die künftig stärkere Berücksichtigung besonders engagierter Schiedsrichter*innen
• eine klare Definition der Einsatzfähigkeit
• praxisgerechtere Regelungen bei Vereinswechseln
• Auch der Sanktionsrahmen wird angepasst: Punktabzüge und Rückstufungen sollen künftig erst bei wiederholten und langfristigen Verfehlungen greifen.

Michael Reichert, Vorsitzender des Fußballkreises Oberhavel/Barnim, berichtet aus den Treffen der AG: "Die unterschiedliche Interessenlagen haben auch dafür gesorgt, dass das Verständnis für die einzelnen Bereiche größer geworden ist. Die Treffen in der AG waren stets lösungsorientiert und haben mir persönlich auch viel Spaß gemacht."

„Ohne Schiris kein Spiel – so einfach ist es“

Auch FLB-Schiedsrichterausschuss-Vorsitzender Marko Schmidt macht deutlich, worum es im Kern geht: „Am Ende müssen wir ehrlich sein: Ohne Schiedsrichter gibt es keinen Spielbetrieb. Gleichzeitig sehen wir, wie schwer es für viele Vereine ist, genug Leute zu gewinnen. Genau in
diesem Spannungsfeld bewegen wir uns – und versuchen, Lösungen zu finden, die beides berücksichtigen.“

Vereine zwischen Verantwortung und Belastung

Dass die Perspektiven unterschiedlich sind, zeigt auch der Blick in die Vereine. Jethro Reinhardt aus einem sanktionierten Verein (VfL Nauen) sieht ebenfalls beide Seiten: „Wenn man selbst betroffen ist, fühlt sich das System schnell ungerecht an. Umso wichtiger war es für uns, dass unsere Erfahrungen gehört wurden und jetzt auch in die Anpassungen eingeflossen sind. Man sieht, dass es ein echtes Entgegenkommen für die Vereine gibt – auch wenn wir noch nicht am Ziel sind. Für uns ist klar: Wir werden weiterhin in die Ausbildung investieren und unseren Beitrag leisten.“

Christoph Mattern, Vertreter eines nicht sanktionierten Vereins (Germania Schöneiche), sagt: „Es war gut und richtig, in dieser Konstellation die akuten Themen im brandenburgischen Schiedsrichterwesen zu besprechen und zu bearbeiten. Sowas kann und sollte nicht allein vom Verband gesteuert werden, sondern ist eine Gemeinschaftsaufgabe aller Beteiligten, insbesondere der Vereine vor Ort, die unter sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen arbeiten. Klarheit und Verständigung sind hier das oberste Gebot, um zu einem gemeinsamen Ziel zu kommen.“

Gemeinsamer Weg bleibt entscheidend

Einigkeit besteht bei allen Beteiligten in einem Punkt: Die Anpassungen lösen das Grundproblem nicht – sie sind ein Anfang. „Wir wissen, dass wir vor einer großen Herausforderung stehen – und zwar gemeinsam. Diese Regelung ist kein Endpunkt, sondern ein Zwischenschritt. Entscheidend wird sein, dass wir weiter im Dialog bleiben und nachjustieren, wo es nötig ist“, sagt Michael Reichert.

Inkrafttreten nach Beschlussfassung

Die neuen Regelungen treten nach entsprechender Beschlussfassung in Kraft. Über die genauen Zeitpunkte wird der FLB gesondert informieren.

Hintergrund

Eine vom FLB eingesetzte Arbeitsgruppe Schiedsrichter mit insgesamt 13 Vertreter*innen aus Vereinen (sanktionierte und nicht sanktionierte), Schiedsrichterwesen und Fußballkreisen hat die Anpassungen in mehreren Treffen erarbeitet.