Rumsitzen ist Rudi Schiller zu wenig, der ehemalige Ichenhauser Fußball-Boss engaigert sich deshalb beim FC Gundelfingen.
Rumsitzen ist Rudi Schiller zu wenig, der ehemalige Ichenhauser Fußball-Boss engaigert sich deshalb beim FC Gundelfingen. – Foto: Ernst Mayer

Schiller steigt beim FC Gundelfingen ein

Der ehemalige Fußball-Boss des SC Ichenhausen ist nun beim Bayernligisten tätig

Einen Titel für seine neue Tätigkeit braucht Rudi Schiller keineswegs. „Darum geht es nicht, es muss auch nichts geschaffen werden“, erklärt der langjährige Fußball-Chef des SC Ichenhausen, der aus dem sportlichen Ruhestand zurückgekehrt ist. Beim Bayernligisten FC Gundelfingen unterstützt Schiller neuerdings den Sportlichen Leiter Stefan Kerle bei der Kaderplanung, sichtet potenzielle Neuzugänge und wird sich auch im Bereich Marketing engagieren.

„Ich bin schon wieder viel zu tief drin“, erzählt Schiller mit einem Lachen und bremst sich selbst etwas ein. Denn nach seinem persönlichen Ende beim SC Ichenhausen, das letztlich sogar im kompletten Aus der Fußballabteilung und der Abmeldung des Landesligisten vom Spielbetrieb gipfelte, wollte Schiller keine Funktion bei einem anderen Klub übernehmen. Obwohl es an Anfragen quer durch alle Ligen keineswegs mangelte.

Doch im Laufe des Spätsommers setzte ein Umdenkprozess ein. „Ich kann doch nicht die ganze Zeit auf der Couch rumliegen“, sagte sich Schiller und steckte die eigenen Rahmenbedingungen ab. Er wollte keinesfalls wieder in der vordersten Reihe stehen, schon gar nicht als Einzelkämpfer auftreten – und er wollte im gehobenen Amateurfußball reinschnuppern. „Mit dem FC Gundelfingen gab es immer wieder Kontakt, mit Stefan Kerle verstehe ich mich gut und der ehemalige FCG-Abteilungsleiter Markus Riesenegger, mit dem ich eng befreundet bin, hat mich in meinem Entschluss letztlich bestärkt, dass ich beim FCG was mache“, verrät Schiller.

Seine ersten Eindrücke bei den Gärtnerstädtern sind ausgesprochen positiv. „Es macht richtig Spaß, die Gespräche mit den Spielern laufen auf einem tollen Niveau ab. Dabei geht es gar nicht mal um finanzielle Dinge, denn da sind uns enge Grenzen gesetzt. Die Fußballer haben eine extrem hohe Eigenmotivation und wollen sich sportlich weiterentwickeln. In der Form kannte ich das nicht“, führt der Funktionär weiter aus, um auch auf die Vereinsstruktur einzugehen: „In Gundelfingen steht die Führung, ja der ganze Klub hinter der Fußballabteilung. Das ist eine neue Erfahrung für mich.“

Das thema SC Ichenhausen ist abgehakt

Neu ist auch, dass Schiller künftig nicht bei jedem Spiel der Grün-Weißen vor Ort sein wird. „Ich will mir schon meine Auszeiten nehmen“, betont er, um eben nicht wieder in die Spirale hineinzugeraten, in der er über Jahre beim SC Ichenhausen gefangen war. „Dort hieß es ja auch, dass ich ein Problem sei und Leute sich erst engagieren, wenn ich weg bin. Jetzt bin ich weg und die Abteilung existiert nur noch auf dem Papier.“ Doch das Thema SCI ist für Schiller abgehakt, kritische Stimmen über sein Engagement in Gundelfingen lassen ihn kalt.
Vielmehr freut er sich auf die neuen Aufgaben und Erfahrungen – und steckt trotz der Winterpause schon mittendrin in den Planungen.

Maximilian Vihl kommt im Sommer nach Gundelfingen

Die Saison 2023/24 muss vorbereitet werden, die Gespräche mit Spielern und Trainern laufen auf Hochtouren, erste Entscheidungen sind vor dem ersten Mannschaftstraining in der kommenden Woche bereits gefallen. So steht mit Maximilian Vihl der erste Sommerzugang fest. Der Defensivspieler kommt vom Bezirksligisten TSV Ziemetshausen. Ausgebildet wurde der 23-Jährige beim FV Illertissen, beim TSV Schwabmünchen schnupperte er bereits etwas Bayernliga-Luft und wagt nun einen zweiten Anlauf in der zweithöchsten Amateurliga.

Gundelfinger Vorbereitungsprogramm steht fest

Für seine künftigen Teamkollegen geht es in der Bayernliga am 4. März mit dem Heimspiel gegen den TSV Nördlingen weiter. In der Vorbereitung auf dieses Derby bestreitet der FCG Testspiele beim TSV Schwabmünchen (29. Januar, 11.30 Uhr), in Wertingen gegen den SC Oberweikertshofen (12. Februar, 17 Uhr), beim TSV Gersthofen (18. Februar, 15 Uhr) und zum Abschluss noch ein Heimspiel gegen den Bayernliga-Konkurrenten Schwaben Augsburg (25. Februar, 14 Uhr).

Aufrufe: 021.1.2023, 16:36 Uhr
Walter BruggerAutor