2025-12-03T05:51:34.672Z

Spielbericht
Das Knie von Slone Matondo ist schwer angegriffen.
Das Knie von Slone Matondo ist schwer angegriffen. – Foto: Blazy

Schicksalsschlag für Matondo und Ratingen 04/19

Für den Außenverteidiger ist die Saison in der Oberliga vorzeitig beendet, die Ratinger müssen so nach internen Alternativen suchen. Am Freitagabend ist ETB Schwarz-Weiß Essen als kleine Wundertüte zu Gast.

Die unfreiwillige Spielpause in der Oberliga durch die Absage des Topspiels beim KFC Uerdingen am vergangenen Freitag füllte Damian Apfeld mit zwei Testspielen für Ratingen 04/19. „Ein freies Wochenende ist ja mal gut, aber da wir bereits das nächste wieder frei haben, ging es jetzt darum, im Rhythmus zu bleiben und allen Spielpraxis zu geben“, erklärt der Chefcoach nach dem 2:1-Sieg gegen Rot Weiss Ahlen aus der Oberliga Westfalen und dem 10:2-Erfolg gegen den Kreisligisten SV Hamborn.

Vor allem die erste Partie hatte ihm gefallen: „Die Jungs haben an die Leistung der vergangenen beiden Meisterschaftsspiele angeknüpft und da weitergemacht, wo sie aufgehört hatten – nur die Chancenverwertung war nicht ganz so gut“, sagt Apfeld auch mit dem Rückblick auf die 6:1- und 5:1-Siege vor der Zwangspause.

Bittere Gewissheit bei Slone Matondo

Allerdings dienten die Tests auch dazu, einen Verlust zu kompensieren, denn 04/19 hat inzwischen Gewissheit: Für Slone Matondo ist die Saison jetzt schon beendet. „Er hat einen Knorpelschaden im Knie und wird kein Spiel mehr in dieser Saison für uns bestreiten können“, sagt Apfeld, der das eine „Schicksalsnachricht“ nennt, denn: „Das trifft mich menschlich, weil es mir persönlich für Slone leidtut, aber natürlich tut uns das auch sportlich richtig weh. Er ist einer von nur drei Außenverteidigern mit Bo Lasse Henrichs und Jimmy Can Atila und derjenige, der auf beiden Seiten spielen konnte.“

Mit 22 Jahren ist die Diagnose Knorpelschaden natürlich bitter, umso mehr, da man Ansätze gesehen hatte, was möglich sein könnte mit Matondo. „Er hatte eine schwierige Vorbereitung“, erinnert Apfeld, „ist da schon oft ausgefallen. Dann kam eine Erkältung dazu, dann nach einem Schuss ins Gesicht Probleme mit dem Auge, und dann wurden die Knieprobleme immer schlimmer.“ So steht Matondo bei fünf Einsätzen, in denen er einmal traf. „Wer die letzten Spiele von ihm gesehen hat, konnte erahnen, was möglich gewesen wäre“, betont Apfeld. „Er war viel weiter als in der letzten Saison und hat uns mit seiner Energie und seiner Art auf dem Platz viel gegeben. Er war einer unserer Topspieler, und man hat immer gedacht: Gib‘ ihm noch ein paar Wochen, dann kommt da noch richtig was raus.“

Wie füllt 04/19 die Lücke?

Daraus wird nun nichts, und so muss 04/19 schauen, wie es die Lücke füllt. „Wir sind dabei, Spieler zu testen“, sagt der Ratinger Chefcoach, der „unseren Allrounder Armin Deljkovic“ auf beiden Außenverteidigerpositionen einsetzte und die ersten Eindrücke dort lobt. „Wir müssen positiv bleiben und intern Alternativen schaffen, falls im Spiel mal etwas passiert“, erklärt Apfeld und ergänzt: „Zur Wahrheit gehört auch, dass Jimmy auch leichte Knieprobleme hat und deswegen beide Testspiele nicht bestritten hat. Das Ziel muss sein, ihn bis in die Winterpause zu bringen.“

Bis dahin stehen aber noch mindestens fünf Partien an – sollte das Uerdingen-Spiel noch hinzukommen, was eigentlich vor der Winterpause zu erwarten ist, sind es sechs. Den Auftakt macht am Freitag ab 19.30 Uhr die Heimpartie gegen den ETB Schwarz-Weiß Essen, Apfelds Ex-Klub, der mit Christian Dorda als neuem Trainer anreist, der vergangene Saison in Ratingen als Chefcoach gestartet war. „Es ist schwer, ETB jetzt vorzubereiten“, berichtet Apfeld. „Das ist eine kleine Wundertüte, und es gibt immer einen Impuls, wenn ein neuer Trainer da ist. Das macht das Spiel mehr als gefährlich.“

Darum will der Trainer des Spitzenreiters auch die Tabelle nicht gelten lassen, die ETB als Zwölften ausweist: „Die Tabelle ist immer ein Gesamtbild von Ergebnissen einer Saison, hat aber keinen Einfluss auf ein Spiel. Das wird ein 50:50-Spiel, und wir werden liefern müssen. Aber das, was die Jungs anbieten, stimmt mich optimistisch.“ Und für Rhythmus hat Apfeld ja gesorgt.

Aufrufe: 07.11.2025, 16:30 Uhr
Georg AmendAutor