2026-06-03T09:07:03.210Z

Allgemeines

Schefflenztal-Derby in Reichenbuch

von Niklas Reinhard · Heute, 08:55 Uhr · 0 Leser
Luca Göhl treibt seine Jungs voran
Luca Göhl treibt seine Jungs voran – Foto: Christian Hafner

In Reichenbuch treffen am Sonntag mit dem TSV Billigheim und dem SC Oberschefflenz zwei Teams aufeinander die sich bestens kennen.

Mal wieder Relegation, heißt es für den TSV Billigheim. Bereits in der vergangenen Runde ging der TSV den Weg über die Relegation zur Landesliga. Genau das möchte ihnen nun der SC Oberschefflenz gleichtun. Grund genug einen Blick auf die beiden Kontrahenten und ihre Trainer zu werfen.

Beide Mannschaften hatten an ihrem jeweiligen letzten Spieltag in einem Do-or-Die-Spiel die Chance auf den direkten Klassenerhalt bzw. den direkten Aufstieg.
Allerdings waren beide Teams nicht erfolgreich und treffen sich nun in der Relegation wieder.

„Was TBB die ersten 20 min gespielt hat, war für uns mit das beste was uns dieses Jahr in der Landesliga begegnet ist. Hier muss man sagen hatten wir gewisses Spielglück und mit Luca Göhl im Tor einen der TOP 3 Torhüter der Landesliga der uns das 0:0 sicherte. Danach wurde das Spiel offener und wir konnten immer wieder mit schnellem Umschaltspiel Chancen erspielen“, so das Trainertrio des TSV Billigheim.
Zwischenzeitlich lag der TSV gar mit 2:0 in Führung gegen den Spitzenreiter aus Tauberbischofsheim. Doch am Ende gab es „nur“ ein 2:2, ein Ergebnis dass das Billigheimer Trainergespann allerdings als völlig gerecht bezeichnet, auch wenn man eine großen Chance zum 3:0 noch immer nachtrauert.

Ähnlich sieht es da beim Gegenüber aus Oberschefflenz aus. Mit 2:5 ging der Meister-Showdown gegen Neckargerach verloren, ein Ergebnis das auch anders hätte ausfällen können, wie Luciano Scialpi verrät:“ Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und hatten die Möglichkeiten, früh für klarere Verhältnisse zu sorgen. Leider haben wir es versäumt, unsere Chancen konsequent zu nutzen und den Sack zuzumachen.
Mit zunehmender Spieldauer haben wir etwas von unserer Sicherheit verloren und nicht mehr konsequent unser Spiel durchgezogen. Neckargerach hat das ausgenutzt, war sehr effektiv und hat sich den Sieg letztlich verdient."

Vorteile gibt es auf Seiten der Billigheimer was die Relegationserfahrung angeht. Nahezu der gesamte Kader war bereits in der vergangenen Spielzeit in der Relegation dabei. Für Marvin Flad und Kai Bauer ist es gar das achte gemeinsame (!) Relegationsduell.
Da kann Luciano Scialpi trotz seiner Jahrzehnte langen Trainertätigkeit nicht ganz mithalten:“ Für mich ist es die dritte Relegation. Meine ersten beiden Anläufe waren leider nicht erfolgreich. Für viele unserer Jungs ist es das erste Relegationsspiel, aber wir nehmen auch die positive Erfahrung aus dem Pokalfinale von vor drei Wochen mit, als wir mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung in einem wichtigen Spiel gewinnen konnten“.

Interessant ist auch die Konstellation Flad vs. Scialpi an der Seitenlinie. Beide verbindet nämlich deutlich mehr als der Fußball. Lange Zeit waren sie direkte Arbeitskollegen im Betriebsrat der Audi, bis Scialpi Anfang diesen Jahres in den wohlverdienten Ruhestand ging. Klar ist da natürlich, dass es im Vorfeld auch Kontakt zwischen den beiden gab.
Einig waren sich die beiden aber in einem Punkt sofort:“ Wir haben uns beide gewünscht, dieser Konstellation aus dem Weg zu gehen“.

Dass es überhaupt so weit kommen konnte, lag in erster Linie daran, dass sich der TSV Billigheim kurz vor Saisonende von seinem Trainerteam trennte. Die Verantwortlichen mussten nicht lange suchen und fanden in Kai Bauer, Sven Berberich und Marvin Flad ein geeignetes Trio. Während die beiden Erstgenannten als Spieler sowieso vor Ort waren, wurde Flad im Familienurlaub vom Anruf überrascht. Doch er musste nicht lange überlegen: „ Durch meine Verbundenheit mit meinem Heimatverein und der perfekten Konstellation mit Kai und Sven habe ich schnell zugesagt.“
Beim abgebrochenen Spiel gegen Tauberbischofsheim weilte Flad noch im Urlaub. Doch für das Nachholspiel wurde der Urlaub vorzeitig beendet und Flad coachte mit Berberich von außen.

Stellt sich nur noch die Frage, wer die Favoritenrolle inne hat. Der Landesligist, der eine beachtliche Saison gespielt hat oder der Kreisligist der mit dem Pokalsieg und einer 11-3-1 Bilanz aus der Rückrunde in die Partie geht?
Scialpi sieht die Sache pragmatisch:“ Wir wissen, dass wir in dieser Relegation eher als Außenseiter gesehen werden. Das ist für uns aber kein Problem, im Gegenteil: Wir haben uns diese Spiele durch eine starke Saison verdient und können mit viel Vorfreude und ohne übermäßigen Druck antreten.
Was mich besonders freut, ist zu sehen, wie die Mannschaft, das Trainerteam und das gesamte Umfeld zusammenstehen.“
Das Team vom TSV schätzt er als „ sehr gut organisiert und schwer zu bespielen ein“.

Es bleibt also spannend und die hoffentlich zahlreichen Zuschauer können sich am Sonntag um 14:00 Uhr in Reichenbuch auf eine tolle Partie freuen, bei der beide Teams alles daran setzen werden um sich ein weiteres (entscheidendes) Spiel zu erarbeiten.